Rebelicious-Kampagne

Warum sich das Berliner Food-Startup Erdbär mit Kellogg, Nestlé & Co anlegt

Böser Seitenhieb: Die Erdbär-Marke Rebelicious greift in ihrer Kampagne die Konkurrenz an, weil deren Produkte angeblich zu viel Zucker enthalten - unter anderem bekommen die Cini Minis von Nestlé ihr Fett weg
© Erdbär
Böser Seitenhieb: Die Erdbär-Marke Rebelicious greift in ihrer Kampagne die Konkurrenz an, weil deren Produkte angeblich zu viel Zucker enthalten - unter anderem bekommen die Cini Minis von Nestlé ihr Fett weg
Viele der so genannten Frühstücks-Cerealien enthalten viel zu viel Zucker und sind deshalb für Kinder eigentlich völlig ungeeignet. Auch wenn der Trend mittlerweile zu zuckerreduzierten Varianten geht, sind diese noch immer eher Ausnahme als Regel. Das Berliner Unternehmen Erdbär will mit seiner Marke Rebelicious dagegen ansteuern und scheut sich in seiner Debütkampagne nicht davor, humorvolle Seitenhiebe auf die großen Wettbewerber zu verteilen.

Die von VCCP in Berlin entwickelte Kampagne, die seit Anfang dieser Woche in den größten deutschen Städten vor Supermärkten sowie auf Info Screens und Display Ads gezeigt werden, zeigen verfremdete Packaging Motive von Konkurrenten wie Kelloggs, Nestlé und Co, auf denen deren charakteristische Markenbotschafter zensiert wurden. "Wir sind selbst Eltern kleiner Kinder und waren entsetzt darüber, wie viel Zusatzstoffe und Industriezucker in den handelsüblichen Frühstücks-Cerealien stecken – zum Teil weitaus mehr, als die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt", sagt Alex Neumann, der als Geschäftsführer von Erdbär für die Kampagne verantwortlich ist und früher selbst bei Nestlé in der Marketingabteilung tätig war.
Er wolle mit dem frechen Auftritt Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema generieren und durchaus Reaktionen bei Kellogg & Co provozieren. Nur so könne man es schaffen, gemeinsam bessere Produkte für Kinder auf den Markt zu bringen. Die Rebelicious-Produkte enthalten übrigens bis zu 40 Prozent weniger Zucker als vergleichbare Konkurrenzprodukte.
Bekannt wurde Erdbär mit der Marke Freche Freunde - einer Quetschtüte mit Obst und Gemüse. Die mittlerweile mehr als 80 verschiedenen Produkte des Berliner Start-Ups werden inzwischen weltweit in mehr als 10.000 Läden, darunter Bioläden, Drogerien und Supermärkte, vertrieben. VCCP konnte den neuen Kunden in einem Auswahlverfahren, an dem mehrere Agenturen beteiligt waren, von sich überzeugen. Kreativchef Mark Hendy erklärt: "Die Erarbeitung der Kampagne hat uns einen Riesenspaß bereitet. Das Produkt, der Geschmack und die Intention der Marke sind Spitzenklasse, und außerdem macht es extremen Sinn, den Branchenriesen mal zu zeigen, dass es auch anders geht." Er uns sein Team sind seit August dieses Jahres für den Hersteller von Bio-Kindersnacks tätig. Für die Mediastrategie und -planung der aktuellen Kampagnen, die auch in Social Media eingesetzt wird, ist die Zanatta Media Group verantwortlich. bu




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