"Nini's Beauty Place"

Wie BBS den Influencer-Hype veralbert - und so Werbung fürs Niedersachsen-Ticket macht

Mit Fake-Influencerin Nini trommelt BBS für das Niedersachsenticket
© Nini's Dream Place / Youtube
Mit Fake-Influencerin Nini trommelt BBS für das Niedersachsenticket
Eigentlich werden Influencer für Werbepartner erst dann interessant, wenn sie auf ihrem Kanal eine beträchtliche Followerzahl aufgebaut haben. Eine Videobloggerin, die schon in ihrem allerersten Clip auf Youtube Werbung für ein Produkt macht, sorgt bei der Netzgemeinde dagegen eher für Skepsis und lässt den Fake-Verdacht aufkommen. Ganz bewusst auf eine Fake-Influencerin setzen jetzt der Verkehrsverband Niedersachsentarif und die Hamburger Kreativagentur BBS - und werben so auf ungewöhnliche Weise für das Niedersachsen-Ticket.
In dem 60-sekündigen Video, das BBS und Niedersachsentarif auf dem eigens eingerichteten Youtube Kanal "Nini's Beauty Place" - die Ähnlichkeit zu "BibisBeautyPalace" von Bianca Heinicke ist beabsichtigt - veröffentlicht haben, preist die vermeintliche Influencerin Nini das Niedersachsen-Ticket an, als wäre es das angesagteste Beauty-Produkt. Schließlich kann man damit ja zum Beispiel preisgünstig nach Meppen fahren. Dabei zeigt sie sich besonders fasziniert von dem Glitzerstreifen am Rand der Fahrkarte, der so gut zur Farbe ihrer lackierten Fingernägel passt.


Laut Christian Hamel, Geschäftsführer von BBS, wollten Kunde und Agentur die klassische Kampagne zum Niedersachsen-Ticket nicht einfach ins Netz verlängern, sondern mit einer besonderen Idee in den sozialen Netzwerken aufwarten: "Wir fanden die Spitzen des Influencer-Hypes so unfreiwillig komisch, dass wir daraus eine eigene Kampagne machen wollten - aber nicht als Pranger, sondern als Parodie. Die Zuschauer sollten sich fragen: Ist die echt? Und dabei auch ein wenig über das Niedersachsen-Ticket erfahren", so Hamel.

Nachdem das Video in den ersten Tagen vor allem organische Reichweite sammelte, wird es inzwischen als bezahltes Video-Ad in allen großen Social-Media-Kanälen verbreitet. "Influencer-Marketing ist sehr teuer geworden, die Ergebnisse oft inhaltlich zweifelhaft und der Erfolg schwer prognostizierbar", ergänzt Mediastratege Ralf Scharnhorst von Scharnhorst Media. "Da lag die Alternative auf der Hand: Selber eine 'Influencerin' schaffen, auf Earned Media zielen und Paid Media als zielsicher dosierbaren Brandbeschleuniger nutzen."


Die Fake-Influencerin Nini ist neben Youtube auf Facebook, Instagram und Twitter präsent und bewirbt dort die Vorzüge des Niedersachsen-Tickets. Vor dem Kick-off der Kampagne war das Targeting zunächst auf digitale Multiplikatoren ausgerichtet. So hat BBS im Namen von Nini im Vorfeld Postkarten aus Meppen verschickt und so das Video beworben. Laut der Agentur ist das Ticket so auch über die Kernzielgruppe hinaus ins Gespräch gekommen.

Die Hamburger Agentur hält bereits seit vier Jahren das Mandat der Niedersachsentarif GmbH für das Niedersachsen-Ticket. Das Ticket gilt bei allen Eisenbahnverkehrsunternehmen der Region und in niedersächsischen Verkehrsverbünden. Die klassische Kampagne steht unter dem Motto "Fahr away" und stellt den günstigen Personenpreis von 7,80 Euro bei bis zu fünf Reisenden in den Mittelpunkt.

Bei BBS zeichnen neben Hamel und Penkert noch Nadine Reißmann (Kreation Art), Christian Johannesdotter (Kreation Text), Sascha Röpke-Jarck (Beratung Digital) sowie David Sievers (Kontakt) verantwortlich. Die Mediaplanung übernahm Scharnhorst Media. Produziert wurde der Clip von Impossible Filmproductions unter der Regie von Jan Richtertt
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