Jung von Matt

Das gruselige BMW-Viral von Zauberberg und Dorian & Daniel

Der Gruselspot ist der erste Film von Zauberberg, der das Licht der Öffentlichkeit erblickt
© BMW
Der Gruselspot ist der erste Film von Zauberberg, der das Licht der Öffentlichkeit erblickt
Es ist eine ganz besondere Premiere für Zauberberg Productions: Die neue Berliner Produktionsfirma hat sei ihrer Gründung im November 2018 zwar schon sechs Projekte abgedreht, das aktuelle BMW-Viral ist jedoch die erste Arbeit von ihnen, die on Air geht. Und die hat es in sich. Der Film zur Eröffnung der neuen High Performance D3 Plattform packt das komplexe Thema Data Driven Development in eine schaurig-emotionale Story.

Der von dem Regieduo Dorian & Daniel inszenierte Spot zeigt ein gruseliges Zombie-Mädchen, das einen BMW stoppt, in dem es mitten auf der Straße auftaucht. Dabei führt sie ganz offensichtlich nichts Gutes im Schilde. Am Ende ist es jedoch nicht der BMW-Fahrer, der den Schock seines Lebens erlebt, sondern die Untote als sie erkennt, dass das Auto ohne Fahrer unterwegs ist (Musikproduktion: 2wei). Die überraschende Botschaft: Autonomes Fahren ist nichts, wovor man Angst haben muss, schließlich arbeitet BMW auf Hochtouren an sicheren Konzepten. Dazu erklärt der Jung-von-Matt-Kreative David Leinweber: "Mit dem erweiterten Autonomous Driving Campus baut BMW seine Rolle beim Autonomen Fahren weiter aus und wandelt sich vom reinen Autobauer zur Tech Company. Es ist spannend, diese Transformation mit emotionaler Kommunikation zu begleiten und, in diesem Fall, mögliche Vorbehalte bei den Kunden abzubauen, indem wir ihnen sagen: Keine Sorge, BMW hat das Thema im Griff."


Mit düsteren, mystischen Szenarien und übernatürlichen Erscheinungen kennen sich Dorian Lebherz und Daniel Titz bestens aus. Das Regieduo machte sich in den vergangenen Jahren mit Spec-Spots wie "Dear Brother", "The Beast" und "ABC of Death" einen Namen. Den Absolventen der Filmakademie Baden-Württemberg standen nach ihrem Abschluss alle Türen offen. Immerhin räumten sie schon während ihrer Studienzeit zahlreiche Kreativpreise ab. Entschieden haben sie sich letztlich für das brandneue Unternehmen Zauberberg.

Dort haben zwei profilierte Producer das Sagen, die schon einmal erfolgreich zusammengearbeitet - und zwar sowohl wirtschaftlich als auch kreativ. Die Rede ist von Andrea Roman-Perse und ihrem Geschäftspartner Frank Siegl. Roman-Perse hat Zauberberg Ende 2018 gegründet, Siegl stieß Anfang 2019 dazu. Beide waren früher gemeinsam in der Geschäftsführung von Bigfish. Sie wollen das Rad nicht gänzlich neu erfinden, aber den zuletzt ein wenig verlorenen Spaß am Business wieder aufleben lassen: "Wir sind hoch motiviert, weil wir neu sind und platzen vor Enthusiasmus", sagt Roman-Perse. "Außerdem sind wir verliebt in unser fabelhaftes Regieportfolio. Das kombiniert mit der Erfahrung, die wir in den Knochen haben, ist ein ziemlich gutes Angebot."
Frank Siegl und Andrea Roman-Perse
© Zauberberg
Frank Siegl und Andrea Roman-Perse
Tatsächlich sind den beiden eine ganze Reihe von Regisseuren von Bigfish zu der Neugründung gefolgt - das ist insofern bemerkenswert, als dass Zauberberg ihre Talente in Deutschland exklusiv anbieten will. Bis auf zwei Ausnahme ist das aktuell schon der Fall. Neben Dorian & Daniel vertritt die Produktionsfirma Werbefilmer wie die ADC-Grand-Prix-Gewinner Datenstudel sowie Daniel Warwick, Claas Ortmann, Anton Visser, Bryan Buckley, Jon Barber, Tobias Perse und Max Millies. Es ist ein Mix aus deutschen und internationalen Talenten. Dazu kommen exklusive Partnerschaften mit namhaften internationalen Adressen wie Hungry Man und The Sweetshop sowie Passion Pictures im Animationsbereich. In den nächsten Wochen soll es zwei weitere Kooperationen geben, über die Roman-Perse aktuell aber noch nicht sprechen darf.


Bei den Kunden kommt das unaufgeregte Konzept an. Der erste Job kam an, da war die Telefonleitung im neuen Büro noch nicht mal freigeschaltet. Jung von Matt/Saga war es, die mutig genug war, mit der Neugründung zusammenzuarbeiten. Das scheint der Agentur so gut gefallen zu haben, dass sie ihr gleich noch einen zweiten Job gegeben hat. Die Agenturschwester Jung von Matt/Next Alster gehörte kurz danach ebenfalls zu den Startkunden. Außerdem hat das Team bereits im Auftrag von M&C Saatchi, Scholz & Friends produziert. Da die meisten Filme noch nicht on Air sind, wollen die Zauberberg-Chefs derzeit nicht verraten, um welche Marken es sich handelt. Roman-Perse verrät nur, dass neben den sechs abgedrehten Bewegtbild-Projekten zwei weitere bereits bestätigt sind. Außerdem ist das aus acht Mitarbeitern bestehende Team fleißig am pitchen. Das bestätigte Auftragsvolumen liegt jetzt schon bei rund drei Millionen Euro. So könne es gerne weitergehen. "The sky is the limit", sagen Roman-Perse und Siegl auf die Frage nach ihren weiteren Wachstumsplänen. bu

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