Filmakademie Baden-Württemberg

Die großartige Calvin-Klein-Love-Story von Regietalent Eugen Merher

Der Calvin-Klein-Spec-Spot besticht durch starkes Handwerk, eine ungewöhnliche Geschichte und tolle Musik
© Filmakademie Baden-Württemberg
Der Calvin-Klein-Spec-Spot besticht durch starkes Handwerk, eine ungewöhnliche Geschichte und tolle Musik
Mit dem bewegenden Adidas-Spec-Spot "Break Free" landete Nachwuchsregisseur Eugen Merher in der Vorweihnachtszeit 2016 einen echten Viralhit und erregte international Aufmerksamkeit in der Werbeszene. Bis heute kommt der Film, in dem alte Laufschuhe einem Senioren neues Leben einhauchen, auf Youtube auf mehr als 14 Millionen Views. Mittlerweile befindet sich Merher im dritten Studienjahr an der Filmakademie Baden-Württemberg - und legt jetzt einmal mehr einen herausragend exekutierten Spec-Spot vor. Die Marke diesmal: Calvin Klein.
"Love" heißt der 70-sekündige Film, bei dem Merher für Idee, Drehbuch und Regie federführend verantwortlich zeichnet. Dabei beginn der Spot so ganz und gar nicht romantisch: Im Fokus stehen zwei Internatsschüler, die sich zu dramatischen, perfekt zum Film passenden Streicherklängen vor ihren Klassenkameraden prügeln. Nach 40 Sekunden schlägt die Handlung des Spots um: Plötzlich sind fantastische, düstere Sequenzen zu sehen, die beiden Protagonisten befinden sich in einem roten Meer im freien Fall, ehe in der Schlussszene die Hüllen fallen, sie in Calvin-Klein-Unterwäsche voreinander sitzen - und es zum ersten Kuss zwischen den beiden kommt. Der Claim am Ende des Spots: "Look below the Surface."

Die Underwear von Calvin Klein soll dabei laut dem Filmemacher das symbolisieren, was von Anfang an unter der Oberfläche lauert: die wahren Gefühle der zwei jungen Männer füreinander. "Mit dem Film wollen wir die Magie eines ersten Kusses in der denkbar unwahrscheinlichsten Situation zeigen. Die Idee, dass sich ein brutaler Kampf in einen zärtlichen Kuss verwandelt, fanden wir dabei von Anfang an unglaublich faszinierend", so Regisseur Merher gegenüber HORIZONT Online. Dass mit der Homosexualität der beiden Protagonisten ein viel diskutiertes Thema aufgegriffen wird, das in der Werbung immer noch unterrepräsentiert ist, war dabei für den Regiestudenten zweitrangig: "Es ging uns von Anfang an einfach nur um eine Liebeserklärung zwischen zwei Menschen. Dass es zwei Jungs geworden sind, ist sozusagen 'nur' ein dramaturgisches Mittel gewesen, um die Überwindung, sich zu berühren, zu steigern", so Merher weiter.

Der Claim "Look below the Surface" stammt aus der Feder von Kim Leonie Scheu. Der veranwortliche Producer ist Philip Chrobot, der gemeinsam mit Merher auch die Idee für den Spec-Spot hatte. Des Weiteren waren an dem Projekt beteiligt: Mortime Hochberg (Director of Photography), Gemma Sykes (Casting), Elena Schmidt (Editor), Anika Klatt (Production Design), Alexander Wolf David (Music Composition), Robin Harff (Sound Design), Hanne Konrad (Costume Design), Tim Scheidig (Make Up/SFX), Mario Bertsch, Acht Frankfurt (VFX), Konstantin Widjaja (Stunt Coordinator), Albert Lich (1st AD), Manuel Dolderer (Gaffer) Marina Starke (Color Grading), David Gork & Philipp Tsemperlis (1st AC) sowie Christopher Behrmann & Franziska Kabutke (2nd AC). tt


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