"Boys Don't Cry"

Dieser düstere Film ist ein starkes Zeichen gegen Toxic Masculinity

Nach Gillette adressiert auch White Ribbon das Problem der toxischen Maskulinität
© White Ribbon / Youtube
Nach Gillette adressiert auch White Ribbon das Problem der toxischen Maskulinität
Toxic Masculinity ist zweifelsfrei eines der ganz großen Werbethemen des jungen Jahres. Der Mega-Debatte um die Gillette-Kampagne "The Best Men Can Be" sei Dank. Jetzt schließt sich auch die Männerbewegung White Ribbon in Kanada mit einem herausragend exekutierten und bedrückenden Film an. "Boys Don't Cry" handelt von einem Jungen, der mit den Auswirkungen des Männerbilds, das ihm in seinem Elternhaus vermittelt wird, zu kämpfen hat.
Drei Minuten lang ist der Film, der von den Kreativagenturen Bensimon Byrne und Narrative entwickelt wurde. Es dauert jedoch nur wenige Sekunden, bis die Geschichte den Zuschauer in den Bann zieht. "Boys Don't Cry" erzählt von einem Protagonisten, der von seinen Eltern früh erklärt bekommt, dass er stark, mutig, zäh und schon im Kindesalter ein "großer Junge" sein müsse. Außerdem ist weinen verboten. Denn schließlich weinen Jungs nicht. Im Verlauf des Plots beobachtet der Zuschauer den eigentlich sensiblen und intelligenten Jungen dabei, wie er versucht, die männlichen Rollenbilder und Klischees, die ihm von seiner Familie und seinem Umfeld vermittelt werden, im Alltag zu adaptieren. Die Folge: Er beginnt, seine Mitschüler zu mobben und sich mit anderen Jungs zu prügeln, um demonstrativ Stärke zu zeigen. Der Film endet mit einer verstörenden Szene, als sich der Protagonist um ein betrunkenes Mädchen kümmert und es ins Bett bringt. Was dann hinter der verschlossenen Tür passiert, lässt White Ribbon allerdings offen.
Die Kernbotschaft, die die Männerbewegung mit der Kampagne vermittelt, lautet: "Boy will be boys. Or they can be so much more." Mit dem starken Auftritt will White Ribbon pünktlich zum Anti-Bullying Day mit veralteten Rollenklischees brechen und stattdessen eine gesünderes Männerbild fördern. Neben dem Film hat die Organisation auch eine Kampagnenwebsite gelauncht, auf der speziell Jungs dazu motiviert werden, sie selbst zu sein und sich nicht von toxischer Maskulinität anstecken zu lassen.


Bei Bensimon Byrne und Narrative zeichnen Joseph Bonnici (Executive Creative Director), David Mueller (ACD/Writer), Debbie Chan (ACD/Art Director), Matt Doran (Writer), Sara Leroux (Project Manager), Brittany Dow (Strategist) und Michelle Pilling (Agency Producer) verantwortlich. Produziert wurde der Film von Untitled Films, Regie führte Hubert Davis. Die Postproduktion übernahmen Rooster und Alter Ego. Der Sound kommt von Berkeleytt
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