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Warum Canal+ das böse N(etflix)-Wort vermeidet

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Canal+ erinnert ganz offensichtlich an berühmte Netflix-Serien
© Canal+/Youtube
Canal+ erinnert ganz offensichtlich an berühmte Netflix-Serien
Netflix hat sich in den vergangenen Jahren wie keine andere Marke als Synonym für Video-on-Demand und das Streaming von spannenden Serien auf Abruf etabliert. Andere Anbieter mit ähnlichem Angebot stehen deshalb vor der Frage: Wie mache ich meine Plattform bekannt, ohne das böse N-Wort zu nutzen und so unfreiwillig für den Konkurrenten zu werben? BETC Paris und Canal+ gehen mit diesem Problem jetzt offensiv um - und rücken es mit einer gesunden Portion Humor in den Mittelpunkt einer neuen Kampagne.
Insgesamt drei Spots hat die Stammagentur des französischen Pay-TV-Anbieters entwickelt, die ab sofort Online sowie in Cut-downs im TV zu sehen sind. Darin problematisieren Kunde und Agentur, wie schwierig es für klassische TV-Anbieter wie die Vivendi-Tochter doch ist, ein umfrangreiches On-Demand-Content-Angebot für den Endkunden zu launchen, ohne mit einem Vergleich zu Netflix dafür zu werben. Schließlich verstehen die Nutzer bei dem bösen N-Wort viel eher, um was es sich handelt, als wenn von Content- oder Entertainment-Plattformen die Rede ist.
Im ersten Spot namens "The Shoot" ist eine Filmcrew beim Dreh eines Canal+-Commercials zu sehen, als der Regisseur den Hauptdarsteller dazu anhält, die neue Content-Plattform des französischen Anbieters anzupreisen - allerdings ohne das Wort "Netflix" zu gebrauchen. Das sei schließlich verboten und wird in dem Commercial entsprechend mit einem Piep-Ton unterlegt. Der zweite Spot zeigt dagegen eine Familie beim gemeinsamen Debattieren über den ersten Werbespot und warum Netflix darin nicht genannt werden darf.
Der dritte Film hingegen führt den Zuschauer wieder ans Canal+-Set, wo es nun ausdrücklich erwünscht ist, Netflix zu nennen. Denn mit diesem Spot wirbt das Unternehmen dafür, dass der US-Streamingdienst im Entertainment-Angebot von Canal+ enthalten ist. Dazu führen Kunde und Agentur auch durch bekannte Serienkulissen wie die von "Stranger Things". Zudem haben die bekannten maskierten Bankräuber aus "Haus des Geldes" einen Gastauftritt. Es ist nicht das erste Mal, dass BETC Paris in einer Kampagne offensiv das Netflix-Angebot einbindet: Im vergangenen Juli entwickelte die Agentur einen TV-Spot für Bouygues Telecom, in dem sie 20 Easter-Eggs versteckte, die an beliebte Netflix-Serien erinnerte. Auch das Telekommunikationsunternehmen warb so für die Integration des Streamingdienstes in sein Content-Angebot.


Bei BETC in Paris zeichnen Bertille Toledano, Guillaume Espinet, Marie Lequime, Mathilde Lancon, Ténée Diouf (Agency Management), Stéphane Xiberras (Executive Creative Director), Eric Astorgue (Creative Director), Martin Rocaboy (Copywriter), Anouk Bossois (Assistant Art Director), Antoine Pivard (Strategic Planning), Elodie Diana (Traffic), David Brakha sowie Isabelle Menard (TV Producers) verantwortlich. Produziert wurden die Spots von Henry unter der Regie von Martin Werner. Mediaplanung und -steuerung übernimmt Havastt
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