BBDO New York

Wenn Cyber-Mobbing zur tödlichen Epidemie wird

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Der Alltag des Mobbing-Opfers im BBDO-Spot ist von Angst geprägt
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Der Alltag des Mobbing-Opfers im BBDO-Spot ist von Angst geprägt
Ihren zweifelhaften Ruhm als eines der bekanntesten Opfer öffentlicher Anfeindungen nutzt Monica Lewinsky seit einigen Jahren für soziale Awareness-Kampagnen zum Thema Cyber-Mobbing. Der aktuelle Spot "The Epidemic", den die Aktivistin in Zusammenarbeit mit BBDO New York entwickelt hat, zeigt in äußerst düsteren Bildern, wie die Hass-Kommentare ihrer Mitschüler eine Teenagerin körperlich krank machen.
Nach Lewinskys Emmy-nominierter Kampagne "In Real Life" aus dem Jahr 2017 und der #DefyTheName-Kampagne von 2018 kommt der aktuelle Film von BBDO New York zum Thema Cyber Mobbing noch bedrückender daher. Denn er zeigt, wie alltäglich und dennoch vielfach unsichtbar der Hass von Mitmenschen speziell über soziale Netzwerke zur alles beherrschenden Bedrohung für die Betroffenen wird.


Der knapp viereinhalbminütige Spot beginnt mit den dramatischen Wiederbelebungsversuchen eines junges Mädchen in der Notaufnahme und zeigt dann in einer Rückblende, wie sie dorthin kam. Der Alltag der völlig durchschnittlichen Jugendlichen mutet ab der ersten Sequenz sehr düster und einsam an, warum bleibt jedoch zunächst unbeantwortet. Die anfängliche Verstörung der Protagonistin wandelt sich zusehends zum körperlichen Sichtum. Sie leidet unter Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Angstzuständen und übergibt sich mehrfach.

Erst nach der Hälfte der Laufzeit - zurück bei der Krankenhausszene - wird die Botschaft eingeblendet: "This story is not what it seems. Enter your phone number to get the message." Dies ist der clevere Twist der Kampagne, denn danach läuft der Film eins zu eins nochmal ab - mit dem Unterschied, dass nun die Text-Nachrichten eingeblendet werden, die der Grund für den seelischen und körperlichen Verfall des Mädchens sind. Per Messenger erhält sie tagtäglich Beleidigungen und Anfeindungen, die ihr so zusetzen, dass sie schließlich in der Notaufnahme landet. Die Tabletten, die die Protagonistin kurz zuvor geschluckt hat, könnte man als Suizidversuch interpretieren. Nicht wenige werden sich hier an die Netflix-Serie "13 Reasons Why" ("Tote Mädchen Lügen nicht") erinnert fühlen, die eine sehr ähnliche Geschichte erzählt und darin gipfelt, dass die Protagonistin sich aufgrund von Mobbing das Leben nimmt. BBDO New York inszeniert das Cyber-Mobbing allerdings - auch durch den Titel - eher als eine Art Seuche, die auf perfide Weise um sich greift und immer mehr Menschen "infiziert".
In einem offiziellen Statement bezeichnete Lewinsky Mobbing als globale Epidemie, deren Zeichen oft schwer zu erkennen seien. Sie rief dazu auf, die Folgen nicht zu unterschätzen. "Es gibt reale Offline-Konsequenzen, die von schlimm bis tödlich reichen", so die Aktivistin. "Mit 'The Epidemic' arbeiten wir daran, Aufmerksamkeit dafür zu schaffen, helfen Menschen dabei, durch eigene Erfahrung mehr Empathie zu erlernen und wollen jeden, der gemobbt wird, daran erinnern, nicht im Stillen zu leiden." Die Kampagne läuft erneut unter dem Hashtag #ClickWithPassion. hmb
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