#WomenNotObjects

Wie eine New Yorker Agentur sexistische Werbung anprangert

Badger & Winters verurteilen in ihrem Film die sexuelle Objektifizierung von Frauen in der Werbung
© Screenshot Youtube
Badger & Winters verurteilen in ihrem Film die sexuelle Objektifizierung von Frauen in der Werbung
Im Zeitalter von Facebook und Twitter löst sexistische Werbung unter den Nutzern ja gerne mal einen Shitstorm aus. Dass sich eine Werbeagentur direkt in die Debatte einschaltet, hat aber eher Seltenheitswert. Die New Yorker Kreativen von Badger & Winters beziehen klar Stellung - mit einem Online-Film, der Beispiele prominenter Marken gezielt aufgreift und anprangert.
"We Are #WomenNotObjects" heißt der zweieinhalbminütige Online-Clip, den die Agentur auf Youtube veröffentlicht hat und der langsam aber sicher eine große Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken bekommt. Anlass für den Film war laut Badger & Winters eine Google-Suche im vergangenen November, als die Verantwortlichen "Objectification of women" googelten und in den Suchergebnissen auf zahlreiche sexualisierte Werbeanzeigen stießen. In der Folge sind mehrere Protagonistinnen dabei zu sehen, wie sie die betreffenden Motive in die Kamera halten und das aussprechen, was die Anzeigen, wenn man sie wörtlich nimmt, suggerieren. Auf diese durchaus subtile Weise bekommen im Laufe des Clips mehrere große Marken ihr Fett weg: Burger King, Skyy Vodka, Post-It, Carl's Jr. oder DirecTV - ehe Badger & Winters die Auflösung mit einer mehrteiligen Botschaft bereithält: "I am your mother, daughter, sister, co-worker, manager, CEO. Don't talk to me that way."


Auch wenn "'WomenNotObjects" aus kreativer Sicht natürlich kein zweites "Like A Girl" ist: Das Anliegen von CCO Madonna Badger ist dasselbe. Sie will mit dem Film Aufmerksamkeit erregen und gezielt Marken und ihre Agenturen dafür sensibilisieren, Frauen in der Werbung nicht mehr als Objekte zu inszenieren. "Ich will, dass mein ganzes Leben einen Zweck hat", so Badger gegenüber "Wall Street Journal". "Ich liebe meinen Job, aber ich würde ihn nicht mehr machen, wenn dadurch jemand angegriffen oder verletzt wird." Jedoch hat die Agenturgründerin das nicht immer so gesehen: In den 1990ern war Badger federführend für eine bekannte Calvin-Klein-Kampagne mit Mark Wahlberg und Kate Moss verantwortlich, in der die beiden Testimonials erotisch und oberkörperfrei posieren. Badger: "Wenn ich sagen würde, ich hätte selbst nicht solche Kampagnen gemacht, wäre ich eine Lügnerin." Zu den Kunden von Badger & Winters zählen Marken wie Avon, Vera Wang, Diane von Furstenberg und Nordstrom.

Im Laufe der letzten zwei Tage ist "#WomenNotObjects" von zahlreichen Medien und Organisationen wie der UN aufgegriffen und in den sozialen Netzwerken verbreitet worden. Die Folge: Allein in dieser Zeit hat der Spot mehr als 700.000 Klicks gesammelt. tt

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