Tinder

Model Erin Heatherton wirbt in abgefahrener Heldensaga für Super Like

Die Dating-Plattform wirbt mit einem abgespaceten Film für die neue Funktion
© Screenshot Youtube
Die Dating-Plattform wirbt mit einem abgespaceten Film für die neue Funktion
Eigentlich ist es ja ein Grundsatz für erfolgreiche Unternehmen, die eigene Erfolgsformel nicht zu verändern. Tinder geht das Wagnis dennoch ein - und testet derzeit in Australien ein interessantes neues Feature: den Super Like. Befeuert wird der Launch mit einer durchgeknallten Werbekampagne aus der Feder von Culprit Creative.
Im Mittelpunkt der Online-Kampagne steht ein 60-sekündiger Film, der wie ein Trailer für einen Hollywoodstreifen aufgemacht ist. Zu sehen ist eine junge Protagonistin (gespielt von Model Nina Agdal), die in einem Diner von drei Männern bedrängt und machomäßig angeflirtet wird. Doch es naht Rettung: Als sie ihr Smartphone zückt, auf dem Tinderprofil von "Sam" zum Wisch nach oben ansetzt und auch der Gegenüber positiv reagiert, verwandelt sich die Kellnerin des Diner (Model Erin Heatherton) in die Superheldin "Super Like" - und mischt die drei Störenfriede ordentlich auf.


Was in dem Film, der von Ingenuity Studios produziert wurde, so abgefahren inzeniert wird, ist ein Feature, das Tinder in Australien tatsächlich bereits eingeführt hat: den Super Like. Neben den bisherigen Optionen, mit einem Swipe nach rechts oder links einen Nutzer entweder zu liken oder zu verwerfen, gibt es nun noch die Möglichkeit, nach oben zu wischen und dem Gegenüber so mit einem Super Like sein besonderes Interesse zu zeigen. Der Clou: Anders als bei übrigen "Matches" erkennen die User über einen blauen Balken auf dem Profil des anderen sofort, dass sie mit einem Super Like markiert worden sind. Jedem Nutzer steht dazu nur ein begrenztes Kontingent an Super Likes zur Verfügung - in Australien aktuell einer pro Tag.
Tinder führt den "Super Like" ein
© Tinder
Tinder führt den "Super Like" ein
"Durch die begrenzte Anzahl an Super Likes, die vergeben werden können, senden diese eine viel stärkere Botschaft an den Empfänger und vermitteln ein besonderes Interesse, diese Person wirklich kennenlernen zu wollen", sagt Sean Rad, Gründer und CEO von Tinder. "Menschen mögen es, wenn ihnen jemand das Gefühl vermittelt, etwas Besonderes zu sein und wir denken, dass die Einführung des Super Like zu qualitativ besseren Matches führen wird." Mit dem neuen Tool wolle sich das Unternehmen darauf fokussieren, den "unglaublichen Spaß, den die Community auf Tinder hat" (Rad), aufrecht zu erhalten und den Nutzern gleichzeitig bessere Möglichkeiten bereitstellen, um "noch bessere Kontakte zu knüpfen".

Die Dating-App ist seit ihrer Gründung 2012 stetig gewachsen, hat mittlerweile über 50 Millionen Nutzer und ist so auch auch für Werbungtreibende interessant geworden. Vor wenigen Wochen gab es für Tinder allerdings die erste kleine Krise zu überstehen: Einen kritischen "Vanity Fair"-Artikel zur modernen Dating-Kultur verstand die Social-Media-Redaktion offenbar als persönlichen Angriff und reagierte mit einer insgesamt 31 Tweets umfassenden Gegenrede auf Twitter - ein PR-Skandälchen, das unter dem Hashtag #TinderGate einen Shitstorm nach sich zog. Kein Wunder, dass Tinder mit "Super Like" jetzt wieder positive Schlagzeilen schreiben will. tt
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