Tierschutz-Case

Warum Ogilvy Africa ein einsames Nashorn bei Tinder anmeldet

Ogilvy Africa macht mit dem Case auf das Schicksal des letzten lebenden männlichen Breitmaulnashorns aufmerksam
© Ogilvy & Mather Africa
Ogilvy Africa macht mit dem Case auf das Schicksal des letzten lebenden männlichen Breitmaulnashorns aufmerksam
Ford, Domino's, McDonald's, Amnesty International - in den vergangenen Jahren haben einige große Marken das Potenzial von Tinder als Werbeplattform entdeckt. Ogilvy & Mather Africa nutzt die Dating-App jetzt für einen wichtigen Tierschutz-Case - und hat dort das letzte lebende männliche Breitmaulnashorn angemeldet.
Gerne drücken NGOs in ihren Werbefilmen auf die Tränendrüse, um die Zuschauer zum Spenden zu bewegen. Nicht so die Tierschutzorganisation Ol Pejeta Conservancy aus Kenia. Gemeinsam mit Ogilvy Africa haben die Verantwortlichen ein Tinder-Profil für Sudan, das 43-jährige Nashorn, eingerichtet. Sobald der Nutzer nach rechts swipt und so einen "Match" bekommt, bekommt er das vollständige Profil des vom Aussterben bedrohten Tieres angezeigt. Dort erfährt er die ganze bewegende Geschichte von Sudan, der der letzte männliche Vertreter seiner Art und somit so etwas wie der "begehrteste Junggeselle der Welt" ("The World's Most Eligible Bachelor") ist.



In einem zweiten Schritt können die User eine Spende abgeben, um den in die Jahre gekommenen Sudan vielleicht doch noch aus der Einsamkeit und vorm Aussterben zu retten. Die eingenommenen Gelder will Ol Pejeta Conservancy nämlich in moderne Reproduktionstechniken investieren, um die Züchtung von männlichen Breitmaulnashörnern möglich zu machen - es wäre die letzte Überlebensschance für die Nashorn-Unterart.

Mit der sehr gelungenen, weil ungewöhnliche und frische Kampagne, ist es der NGO bereits Ende April gelungen, für reichlich internationale PR zu sorgen. So wurde "The World's Most Eligible Bachelor" unter anderem in der US-Show "The Tonight Show Starring Jimmy Fallon", von mehreren Prominenten via Social Media sowie von zahlreichen großen Medien aufgegriffen. Laut der Organisation erzielte der Case 2,1 Milliarden Media Impressions, erzielte einen PR-Wert von knapp 166 Millionen US-Dollar und sorgte bei Ol Pejeta Conservancy für einen Spendenzuwachs von 320 Prozent. Nicht zuletzt dürfte die Arbeit auch bei den großen internationalen Kreativwettbewerben die eine oder andere Trophäe einheimsen.


Bei Ogilvy & Mather in Nairobi zeichnen Joao Espirinto Santo (Regional Creative Director), Alemu Emuron, Kwame Ny'ongo (Creative Directors), Sid Tomkins, Peter Hahn (Art Directors) sowie der kürzlich verstorbene Chris Wall (Copywriter) verantwortlich. Für die PR-Maßnahmen zeichnen Naomi Mutua (Ogilvy London PR) und Catherina Karongo (Ogilvy Mumbai PR) verantwortlich. Das Sound Design kommt von Supersonictt
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