"Three Billboards ..."

Warum BBH London den Oscar-Anwärter in die Realität holt

Justice4Grenfell erinnert mit der Aktion an die 71 Opfer, die bei dem Brand des Grenfell Tower im Juni 2017 ums Leben kamen
© Justice4Grenfell
Justice4Grenfell erinnert mit der Aktion an die 71 Opfer, die bei dem Brand des Grenfell Tower im Juni 2017 ums Leben kamen
Vier Golden Globes, sieben Oscar-Nominierungen und große Begeisterung in den Feuilletons: "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" gilt jetzt schon als einer der besten Filme des Jahres. BBH London holt die Handlung des Films jetzt in die Realität - und erinnert mit der genauso cleveren wie wichtigen Werbeaktion an die Opfer, die beim Großbrand des Londoner Grenfell Tower im Juni 2017 ums Leben kamen.
Es war der 14. Juni des vergangenen Jahres, an dem das 24-stöckige Wohnhochhaus im Londoner Stadtteil North Kensington weitgehend ausbrannte und 71 Menschen getötet wurden. Acht Monate sind seither vergangen - für die Katastrophe zur Rechenschaft gezogen worden ist jedoch noch niemand.


Um die verheerenden Folgen des Brandes wieder zum Gesprächsthema zu machen und endlich für Gerechtigkeit für die Angehörigen der Todesopfer sowie die seit dem Brand obdachlosen Menschen zu sorgen, hat BBH für die Initiative Justice4Grenfell eine Out-of-Home-Aktion der besonderen Art in die Tat umgesetzt. Und die beruht eins zu eins auf der Grundidee aus "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri".

Die Handlung des Films ist schnell zusammengefasst: Die um ihre ermordete Tochter trauernde Mildred Hayes (gespielt von Frances McDormand) mäandert zwischen Wut und Verzweiflung und sieht nur noch eine Möglichkeit, dass der Fall nicht in Vergessenheit gerät: Der ungesühnte Mord muss Stadtgespräch bleiben. Deshalb mietet sie drei riesige Billboards, die seit 30 Jahren nicht mehr gebucht waren und sorgt so dafür, dass der Mordfall wieder "Talk of Town" wird.
Ganz ähnlich haben es jetzt BBH London und Justice4Grenfell mit ihrer Out-of-Home-Aktion vor: Die Kreativagentur hat insgesamt drei Billboards entwickelt, auf denen "71 Dead", "And Still No Arrests?" sowie "How Come?" geschrieben steht. Am vergangenen Donnerstag wurden die Plakatwände dann auf drei Transportwagen durch ganz London gefahren und sorgten so nicht nur für Aufmerksamkeit auf den Straßen der britischen Hauptstadt. Auch in den sozialen Netzwerken wurde die Kampagne innerhalb von Minuten zum Gesprächsthema - und wird auch Tage später noch diskutiert.


Justice4Grenfell ist kurz nach der Brand-Tragödie im Juni 2017 ins Leben gerufen worden. Seither macht die Initiative mit monatlich stattfindenden stillen Demonstrationen darauf aufmerksam, dass das Thema von der Politik ignoriert werde, weiterhin über hundert Opfer von Grenfell obdachlos sind und Gerechtigkeit noch lange nicht wiederherstellt ist. Mit der Strahlkraft eines Hollywood-Films soll sich das jetzt endlich ändern. tt
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