Mullen Lowe

Warum Unilever Schwerverbrecher für sein Waschmittel werben lässt

Einer der Häftlinge in der neuen Omo-Kampagne
© Screenshot Youtube / PersilUK
Einer der Häftlinge in der neuen Omo-Kampagne
Der Frühling ist da. Kinder drängen jubelnd nach draußen, toben von morgens bis abends an der frischen Luft. Reine Illusion, meint die Waschmittelmarke Omo in ihrer globalen Kampagne. Heutzutage werden Kinder immer mehr zu Stubenhockern. Um diesen Missstand zu vermitteln, hat die Unilever-Brand ein äußerst ungewöhnliches Setting gewählt.
"Free the kids" ist die neueste Fortsetzung der bereits 2005 gestarteten "Dirt is Good"-Kampagne ("Schmutz ist gut"). Das Herzstück des Auftritts, ein knapp 3-minütiges Video, spielt in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Indiana. Im Dokumentarstil erzählt die verantwortliche Kreativagentur Mullen Lowe London die Geschichte von Häftlingen, und wie wichtig ihnen ihr täglicher Gang nach draußen ist. "Die Sonnenstrahlen in meinem Gesicht zu spüren, bedeutet alles für mich", meint einer der Protagonisten.


Mit gewährten zwei Stunden pro Tag an der frischen Luft haben sie es allerdings noch besser als die meisten Kinder heutzutage, so die Botschaft des Videos. Denn diese verbringen lediglich eine Stunde oder weniger täglich draußen. Diese Erkenntnis fußt auf einer weltweiten Umfrage, die Omo unter 12.000 Eltern durchgeführt hat.

Dass die Waschmittelmarke damit natürlich nicht nur Gutes für Kinder tun will, dürfte jedem klar sein. Sie will auch verkaufen. Denn der Nachwuchs macht sich beim Spielen im Sandkasten oder in der Natur erfahrungsgemäß dreckiger als im heimischen Kinderzimmer.


Zu sehen gibt es das Video online sowie in Kinos in Großbritannien, Brasilien und der Türkei. Außerdem wird die Kampagne über das neue Twitter-Feature Moments promotet. Die Produktion des Clips übernahm RSA Films unter der Regie des Dokumentarfilmers Toby Dye. Auf Agenturseite verantwortet das Team um CCO Dave Henderson sowie EDC Richard Denney den Auftritt. Abgerundet wird die Kampagne von der Website Dirtisgood.com. jeb

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