Kampagne für Verkehrssicherheit

So gruselig sieht ein Mensch aus, der einen Autocrash überleben kann

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So sieht der menschgewordene Dummy "Graham" aus
© TAC Australia
So sieht der menschgewordene Dummy "Graham" aus
Deformierter Schädel, eingewachsene Ohren, erschreckend verunstalteter Brustkorb und knotige, lange Füße: Dieser unheimliche Mann ist Werbebotschafter einer der wohl ungewöhnlichsten Kampagnen, mit denen jemals für Verkehrssicherheit geworben wurde.
Um den Menschen in Down under ins Gedächtnis zu rufen, wie verwundbar man ist und welche Gefahren gerade im Straßenverkehr lauern, hat die Transport Accident Commission (TAC) mit Sitz in Melbourne in Zusammenarbeit mit der ortsansässigen Agentur Clemenger BBDO sowie der australischen Künstlerin Patricia Piccinini diese täuschend echt aussehende menschliche Skulptur namens "Graham" geschaffen (Video zum Making-of siehe unten). Sein Körper zeigt, wie wir alle aussehen müssten, um einen Zusammenstoß mit einem Auto überleben zu können. Unterstützt wurde sie dabei von David Logan, Ingenieur des Unfallforschungszentrums der Monash Universität, sowie dem Unfallchirurgen Christian Kenfield des Royal Melbourne Hospital.


Graham besitzt einen deformierten Brustkorb
© TAC Australia
Graham besitzt einen deformierten Brustkorb
"Autos werden immer schneller. Graham hilft uns vor Augen zu führen, warum wir jedes Detail unseres Straßennetzes verbessern müssen, um uns vor unseren eigenen Fehlern zu schützen", erklärt Joe Calafiore, CEO von TAC. "Menschen können es überleben, wenn sie mit voller Geschwindigkeit gegen eine Mauer rennen. Bei Kollissionen mit Fahrzeugen hingegen sind die Geschwindkeiten höher, die Kräfte stärker, die Überlebenschancen aber nur äußerst schwach", so Calafiore gegenüber der Tageszeitung "The Age". Ein Zusammenstoß mit einem Auto, das gerade einmal 30 km/h fährt, könne bereits tödlich enden.
Auf der eigens eingerichteten Website "Meet Graham" können Nutzer mit der Skulptur interagieren und herausfinden, wie sich ein Autounfall auf verschiedene Bereiche des Körpers auswirkt. Im echten Leben kann man Graham bis 8. August in der State Library of Victoria in Melbourne bestaunen, anschließend tourt TAC mit ihm durch das Land.

Die Australier sind für ihre aufmerksamkeitsstarken Verkehrssicherheitskampagnen bekannt. 2012 startete beispielsweise Metro Melbourne den makaberen Auftritt "Dumb Ways To Die" (Kreation: McCann), der zu einem Megaerfolg avancierte und unter anderem 2013 mit fünf Grand Prix in Cannes gekrönt wurde. jeb


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