Jung von Matt

Der selbstironische Anti-Image-Spot der BVG

Die BVG nimmt sich in dem witzigen Spot selbst auf die Schippe
© Screenshot Youtube
Die BVG nimmt sich in dem witzigen Spot selbst auf die Schippe
Dass den Berliner Verkehrsbetrieben BVG vieles egal ist, was Fahrgäste in Bussen, S- und U-Bahnen der Hauptstadt so alles erleben, weiß man spätestens seit dem großen Viral-Hit "Is mir egal" aus dem vergangenen Dezember. Jetzt schraubt Agenturpartner Jung von Matt/Elbe das Selbstironie-Level des Kunden noch mal in die Höhe - mit einem sehr witzigen Online-Film, der den Zuschauer hinter die Kulissen der BVG-Zentrale entführt. Und dort geht es ganz schön skurril zu.
Der Zweiminüter, den die BVG heute auf Facebook und Youtube veröffentlicht hat, ist eingebettet in die seit Anfang 2015 laufende "Weil wir dich lieben"-Kampagne. In "Alles Absicht" wird ein junger Mann bei der BVG vorstellig, um sich ein Jahresabo zu kaufen. Als er den Preis von 60,66 Euro pro Monat erfährt, wird er stutzig. Doch dann klärt ihn der hervorragend gecastete BVG-Mitarbeiter darüber auf, wie viel Arbeit hinter den angebotenen Dienstleistungen steckt und entführt ihn dazu in eine - natürlich fiktive - Welt hinter die Kulissen des Unternehmens, wo es doch reichlich absurd zugeht: Ein Eichhörnchen lost jeden Montag die Verspätungen der Woche aus, mehrere Tester entscheiden darüber, wie man die Lautsprecherdurchsagen am unverständlichsten für die Fahrgäste gestaltet und die Belegschaft hat großen Spaß am "Brems-Bowling". Und dafür seien die rund 60 Euro im Monat doch wirklich ein fairer Preis.


"Entwaffnende Ehrlichkeit hoch zehn gepaart mit einer großen Portion Mut, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Das ist normalerweise nicht die Form, mit der sich ein öffentlich-rechtliches Unternehmen dargestellt sehen möchte. Umso mehr kommt das beim Publikum an", so Dörte Spengler-Ahrens, Managing Director Kreation bei Jung von Matt/Elbe.

Martell Beck, Bereichsleiter Marketing und Vertrieb bei der BVG: "Wir geben wirklich alles, um für unsere Fahrgäste da zu sein. Aber wie in einer echten Beziehung, läuft eben nicht immer alles perfekt. Und klar gibt es dann auch Beschwerden. Aber wenn man den anderen wirklich liebt, dann will man sich nicht streiten, sondern lieber gemeinsam über alles lachen." Tatsächlich scheinen die Nutzer das genauso zu sehen. Die ersten Reaktionen auf den Film auf Facebook sind jedenfalls größtenteils positiv. Ab dem 6. Oktober wird "Alles Absicht" auch in Berliner Kinos zu sehen sein.


Bei Jung von Matt/Elbe zeichnen neben Dörte Spengler-Ahrens Marielle Heiß (Creative Director), Clemens Wolff, Philipp Morten-Gohla, Julian Aue (Text) sowie Julia Hellwege (Art) für die Kreation verantwortlich. Produziert wurde der Film von Sterntag unter der Regie von Chris Woods. Die Postproduktion übernahm Deli Creative Collective. Musik und Sounddesign kommen von Zwei. tt
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