"Gun Crazy"

Grey New York überrascht Kinogänger mit echter Gewalt

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Bei diesem Film bleibt dem Zuschauer das Popcorn im Hals stecken
© Screenshot Youtube / PreventGunViolence
Bei diesem Film bleibt dem Zuschauer das Popcorn im Hals stecken
Dutzende Actionfilm-Liebhaber freuen sich auf den mitreißenden Kinostreifen "Gun Crazy". Doch den Film gibt es gar nicht. Auf der Leinwand bekommen die Zuschauer stattdessen reale Waffengewalt gezeigt. Mit dieser Aktion macht Grey New York wiederholt auf die fatalen Auswirkungen von Schusswaffengebrauch in den USA aufmerksam.
Für den so genannten Real-Life-Prank wurden Actionfilm-Liebhaber zum Screening des frei erfundenen Films "Gun Crazy" eingeladen. Der Titel und das Filmplakat versprachen genau das, was sich die euphorischen Cineasten erwarteten: viel Geballere. Doch anstelle des Filmes bekamen die Zuschauer Video-Aufnahmen realer Waffengewalt vorgespielt. Versteckte Kameras in den Sälen fingen die Reaktionen der verdutzten Filmfans auf: Sie ziehen sich die Basecap übers Gesicht, halten sich die Hand vor die Augen, können die Bilder nicht ertragen.


Warnung: Das Video enthält Material von echter Waffengewalt

Daraus entstanden ist ein knapp vierminütiger Clip für das Netzwerk "States United to Prevent Gun Violence" (SUPGV). Die Stammagentur Grey hat mit Arbeiten für diese Initiative bereits in der Vergangenheit Aufsehen erregt - beispielsweise mit dem "Gun Shop"-Experiment, bei dem mitten in der New Yorker Innenstadt ein Waffenladen eröffnet wurde und der Verkäufer die Kunden erst anlockte und dann abschreckte.

Der aktuelle Clip soll nun vor allem vor den Gefahren warnen, wenn der Gebrauch von Pistolen, Gewehren und Co in aufwändigen Hollywood-Produktionen verherrlicht wird. "Wir leben in einer Kultur, die Waffengewalt glorifiziert", mahnt der Spot deshalb zu Beginn und präsentiert sogleich eine fatale Statistik: "32.000 Amerikaner sterben jedes Jahr durch Waffengewalt". SUPGV-Chefin Julia Wyman teilte in einem Statement mit: "Unser Ziel ist, der Gesellschaft zu zeigen, dass sie sich resensibilisieren muss für die grausamen Konsequenzen von Waffengewalt."


Anscheinend hat der Clip seine Wirkung erzielt. Die Zuschauer äußerten sich nach der Aktion schockiert: "Abscheulich und sehr verstörend" seien die Bilder gewesen. "Es ist verrückt zu denken, Waffen würden uns sicherer machen", so ein Mann. ron
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