Crashed Cases

Warum Volkswagen Smartphone-Hüllen aus verunglückten Autos herstellt

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Die Unfallspuren auf den Smartphone-Hüllen sind deutlich sichtbar
© VW
Die Unfallspuren auf den Smartphone-Hüllen sind deutlich sichtbar
Seit dem 1. Februar 2018 gilt in Schweden für Autofahrer ein Handyverbot am Steuer. Dennoch haben sich seitdem über 150 Unfälle ereignet, bei denen der Fahrer gerade auf den Bildschirm geschaut hat. VW und Nord DDB greifen deswegen nun zu einer auf den ersten Blick unspektakulären, in Wahrheit aber sehr drastischen Gegenmaßnahme.
Der Autobauer und seine Agentur verkaufen in Schweden nun die so genannten Crashed Cases. Dabei handelt es sich um Smartphone-Hüllen, deren Rückseiten aus dem Metall von Autos hergestellt wurden, die verunglückten, als der Fahrer gerade mit seinem Handy beschäftigt war. Die Kratzer auf dem Fahrzeugmaterial sind deutlich sichtbar. 
Von den Crashed Cases werden zum Start 153 Exemplare verkauft - eines für jeden Unfall, der sich seit der Einführung des Handyverbots ereignet hat. Die Kosten betragen 599 Kronen pro Exemplar, was etwa 57 Euro entspricht. Die Erlöse kommen einer Hilfsorganisation zugute, die sich um Überlebende von Verkehrsunfällen kümmert.


"Wir glauben, dass Smartphone-Hüllen, die aus beschädigten Autos hergestellt wurden, die Menschen zweimal überlegen lassen, bevor sie ihr Gerät in die Hand nehmen", sagt Johan Karlson, Brand Manager bei VW in Stockholm. "Sie sollen eine stille Erinnerung daran sein, die Augen auf der Straße zu behalten und sich beim Fahren nicht mit anderen Dingen zu beschäftigen."

Was an der Kampagne beeindruckt, ist das Fehlen jeglicher drastischer Bilder. Manchmal entfaltet Werbung ihre Wirkung allerdings erst durch den Schock-Effekt - eine Mechanik, die sich auch VW und DDB Tribal in einer Viral-Kampagne bereits zunutze gemacht haben: 2012 entwickelte die Agentur ein schockierendes Video, das Frauen davor warnen sollte, sich beim Fahren zu schminken (siehe unten). "Don't Make Up and Drive" gehörte 2013 zu den meistausgezeichneten Arbeiten des Jahres. ire
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