iPhone 8 Das soll das Jubiläums-Smartphone an Bord haben – und so könnte es aussehen

Montag, 20. Februar 2017
iPhone-8-Konzept
iPhone-8-Konzept
© Veniamin Geskin

Seit Monaten geistern Gerüchte und Spekulationen zu Apples iPhone 8 durchs Netz. Wir fassen zusammen, was das Jubiläums-iPhone an Bord haben und wie es aussehen könnte.
Schon vor der Präsentation des iPhone 7 und 7 Plus (Test) haben erste Gerüchte zur 2017er-iPhone-Generation die Runde gemacht. Damals hieß es bereits, dass Applezum zehnjährigen Jubiläum des iPhones – das erste iPhone wurde im Januar 2007 von Steve Jobs vorgestellt – ein großes Redesign plant. Diese Gerüchte und Prognosen von Analysten halten sich immer noch – und festigen sich weiter. Als eine der zuverlässigen Quellen gilt der KGI-Securities-Analyst Ming Chi Kuo, der in der Vergangenheit durch seine guten Verbindungen zu Zulieferern oftmals korrekte Vorhersagen zu neuen Apple-Produkten machen konnte. Seinen Insider-Informationen zufolge wird Apple beim iPhone 8, das vielleicht auch als „iPhone X“ (X für römisch 10) vorgestellt werden könnte, auf eine Volldisplay-Front setzen, wodurch das markanteste iPhone-Markenzeichen – der Hardware-Homebutton – gestrichen werden könnte. Das Display soll, wie beispielsweise beim Samsung Galaxy S7 edge und Note 7, um die Gehäuseseiten gebogen sein. Durch die neue Bauweise kann das Smartphone weit kompakter als bisherige iPhones gestaltet werden. Front wie Rückseite sollen aus Glas bestehen, der seitliche Rahmen – soweit nicht vom Display bedeckt – aus Edelstahl.
iPhone-8-Konzept
iPhone-8-Konzept (Bild: Moe Slash; Behance)
Anstelle eines Hardware-Homebuttons, der schon beim iPhone 7 gegen einen kapazitiven Button mit Force-Touch und Touch-ID-Fingerabdrucksensor ausgetauscht wurde, soll das komplette Element unter Glas wandern, heißt es. Es wird ferner spekuliert, dass Apple einen virtuellen Homebutton über das Display realisieren könnte, der ein haptisches Feedback per Force-Touch-Technologie behalten könnte.

Laut Kuo soll Apple das Ganze noch weitertreiben und dem iPhone 8 eine Touch-Bar à la Macbook Pro verpassen, die den unteren Teil des Displays belegt. Durch die Nutzung einer so genannten „Function-Area“ mit virtuellen Buttons müsste Apple den Fingerabdrucksensor streichen und auf eine alternative biometrische Authentifizierungs-Methode setzen. Kuo ist der Auffassung, dass anstatt des Fingerabdrucks die Iris per Augenscanner oder das Gesicht per 3D-Scan-Technologie zur Authentifizierung genutzt werden sollen. Die 3D-Technologie könnte darüber hinaus später für AR- oder VR-Funktionen eingesetzt werden, wie JP Morgan Analyst Rod Hall vermutet. Alternativ könnte der Fingerabdruckscanner erhalten bleiben, aber auf die Rückseite verlagert werden – das ist aber nur eine Spekulation unsererseits. Samsung scheint es aber so beim Galaxy S8 zu lösen.
Apropos Display: Es gilt als bestätigt, dass Apple bei seinem iPhone 8/X erstmals auf AMOLED-Technologie setzen wird. Im November letzten Jahres hatte der CEO des Apple-Partners Sharp dieses Detail ausgeplaudert. Sharp wird indes nicht als Lieferant für die OLEDs des 2017er iPhones fungieren – stattdessen ist offenbar Samsung in diesem Jahr alleiniger Hersteller der Panels. Wie der Korea Herald berichtet, hat Apple Samsung mit der Produktion von 160 Millionen OLED-Panels beauftragt, die unter anderem für das iPhone 8 bestimmt sein sollen.

Bei der Displaydiagonalen pendelt sich die Gerüchteküche wie auch Kuo auf 5,8 Zoll (laut Kuo 2.800 x 1.242 Pixel) ein, wobei die nutzbare Fläche auf der Front 5,1 Zoll mit 2.436 x 1.125 Pixel betragen soll. Dadurch, dass das Panel die gesamte Front abdecken und um die Seiten gebogen sein soll, könne Apple es erreichen, dass das iPhone 8 in etwa die gleichen Abmessungen wie das iPhone 7 mit seinem 4,7 Zoll-Display besitzt, so Kuo.
Das iPhone 8 soll trotz seines 5,8-Zoll-Displays nicht merklich größer sein als das iPhone 7
Das iPhone 8 soll trotz seines 5,8-Zoll-Displays nicht merklich größer sein als das iPhone 7 (Bild: KGI Securities; via Macrumors)
Seit Monaten halten sich die Gerüchte, dass Apple sich nach dem Ende der Audiobuchse von weiteren Kabeln trennen und seinen iPhones eine drahtlose Ladetechnologie verabreichen könnte. Sofern das Unternehmen wie berichtet auf eine Glasrückseite setzt, wäre es sogar im Bereich des Möglichen.
Das iPhone 8 könnte sich wie die Apple Watch induktiv laden lassen.
Das iPhone 8 könnte sich wie die Apple Watch induktiv laden lassen. (Bild: Bild: Patently Apple)
Ein weiteres klares Indiz für dieses Feature ist Apples Eintritt in das Wireless Power Consortium (WPC), das für die Entwicklung des Ladestandards Qi Wireless verantwortlich ist. Ältere Gerüchte deuten zwar darauf hin, dass das Unternehmen mit Energous an einer weiteren kabellosen Ladeoption arbeitet, die das Aufladen aus größerer Entfernung ermöglichen soll – diese Technologie könnte aber noch nicht marktreif sein.
Skizze aus einem Apple-Patent, das eine kabellose Ladelösung beschreibt.
Skizze aus einem Apple-Patent, das eine kabellose Ladelösung beschreibt. (Bild: PatentlyApple))
Zur weiteren bislang vermuteten Ausstattung gehören selbstredend ein neuer A11-Prozessor, der performanter und dank einer Zehn-Nanometer-Architektur energiesparender als der A10-Chip ist, der im iPhone 7 verbaut wurde. Als Hersteller für den Chip wurde offenbar schon der Auftragsfertiger TSMC verpflichtet. Darüber hinaus ist von einem Mehr an Speicher die Rede – womöglich sind 256 Gigabyte an Bord des iPhone 8. Dieses große Speichermodul, begleitet vom OLED-Display, sollen das Jubiläumsgerät locker über 1.000 US-Dollar kosten lassen – in Deutschland womöglich jenseits der 1.200 Euro-Marke.

Trotz der kompakten Bauweise erwartet Ming-Chi Kuo, dass Apples High-End-Phone einen Akku in der Größe des des iPhone 7 Plus an Bord haben wird. In Puncto Kamera ist zu erwarten, dass das iPhone 8 eine Dual-Kamera wie das Plus-Modell erhalten wird. Sicherlich wird Apple neue Sensoren und lichtstärkere Blenden verbauen, um mit der Konkurrenz aus dem Android-Lager mitzuhalten.

Das Jubiläums-iPhone wird im September wohl nicht alleine auf der Bühne sein. Falls die Prognosen sich bewahrheiten, wird Apple neben dem iPhone 8/X zwei „normale“ Modelle in petto haben: ein iPhone 7s und ein iPhone 7s Plus.

Die beiden Modelle der „S“-Serie könnten wie das 8er über eine Glasrückseite verfügen und kabellos aufladbar sein, ein OLED-Display werden sie aber aus Kosten- und Verfügbarkeitsgründen wohl nicht an Bord haben. Außerdem soll der Rahmen nicht aus Edelstahl sondern Aluminium bestehen. Wie die bisherigen iPhone-Modelle sollen bei den 7s-Geräten LTPS-Displays (Low Temperature Poly-Silicon) zum Einsatz kommen, die unter anderem auch von Sharp produziert werden.

Es ist davon auszugehen, dass Apple wie schon seit Jahren den September wählt, um seine neuesten Smartphones zu präsentieren. Dass Apple seine iPhones früher präsentieren wird, ist sehr unwahrscheinlich, da auch das neue OS – iOS 11 – finalisiert sein muss. iOS 11 wird mit Sicherheit zu Apples Entwicklerkonferenz  WWDC 2017angekündigt , die zwischen dem 5. und 9. Juni veranstaltet wird. Ab diesem Zeitpunkt erhalten App-Entwickler Zugriff auf das neue mobile Betriebssystem, damit sie ihre Anwendungen den Anforderungen entsprechend anpassen können. Im Herbst werden die neuen iPhone-Modelle dann mit vorinstalliertem iOS 11 in den Handel gehen.

Bevor Apple mit seinem iPhone-Redesign auftrumpft, wird Samsung Ende März das Samsung Galaxy S8 vorstellen, das letzten Informationen zufolge ebenso ein großes Redesign mit Vollbild-Display erhalten soll. Für hartgesottene Apple-Fans kommt ein Android-Smartphone zwar nicht in Frage, manch einen Käufer könnte es aber durchaus verlocken, wenn Samsung alles richtig macht.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf t3n.de

Bild: t3n
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