Watson lernt fahren IBM und Volkswagen wollen gemeinsam Mobilität der Zukunft gestalten

Mittwoch, 06. September 2017
"Sedric" ist das Zukunftsprojekt von Volkswagen im Bereich autonomes Fahren
"Sedric" ist das Zukunftsprojekt von Volkswagen im Bereich autonomes Fahren
© Volkswagen

Selbstfahrende Autos, Elektromobilität, Fahrdienst-Vermittler und mehr: Die Vernetzung in der Automobilwirtschaft nimmt stetig zu. Um in dieser Welt zu bestehen, tut sich Volkswagen nun mit dem Tech-Giganten IBM zusammen. Die fünfjährige Partnerschaft ist darauf ausgelegt, gemeinsam digitale Mobilitätsdienste zu entwickeln.
Kernpunkt dieser Zusammenarbeit ist unter anderem der Einsatz von IBMs "Hybrid Cloud" zur Unterstützung von Volkswagens digitalem Ökosystem. Die erste gemeinsame Entwicklung dieses Ökosystems wird ein Service namens "We Commerce" sein, der dem Fahrer Handlungsempfehlungen geben soll - beispielsweise Tankstellen-Vorschläge oder Übernachtungsmöglichkeiten. Handelsunternehmen, Tankstellenketten, die Hotelbranche oder das Gastgewerbe sollen "We Commerce" nutzen, um ihre Angebote gezielt - und auf den einzelnen Kunden ausgerichtet - zu platzieren. Sobald der Kunde sein Einverständnis gegeben hat, sorgt IBMs Künstliche Intelligenz Watson dafür, dass diese Services aus den Präferenzen und Gewohnheiten des jeweiligen Fahrers lernen, um möglichst zielgerichtet personalisierte Vorschläge machen zu können. "Diese neuen digitalen Produkte werden von interdisziplinären Teams nach agilen Prinzipien in möglichst kurzen Entwicklungs- und Erprobungszyklen entwickelt, um Services zu kreieren, die auf die tatsächlichen Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind", sagt Jürgen Stackmann, Vertriebsvorstand der Marke Volkswagen. Die neu entwickelten Dienste werden über eine eigene Cloud von Volkswagen sowie eine hybride Cloud von IBM betrieben. Dabei sollen die Basis-Services der digitalen Plattform von Volkswagen mit den kognitiven Fähigkeiten – etwa Machine Learning – in der IBM Cloud zusammengeführt und kombiniert werden. "Unser Ziel ist es, einen offenen Marktplatz für Entwickler zu etablieren, der ihnen die Möglichkeit gibt, eine gemeinsame digitale Plattform zu bauen", sagt Dirk Wollschläger, IBM General Manager Global Automotive Industry.

Was der VW-Konzern in Zukunft vorhaben könnte, wurde erst im März dieses Jahres bei der Automobilmesse in Genf deutlich. Dort präsentierte das Unternehmen sein erstes Konzept eines selbstfahrenden Autos, welches auf den Namen "Sedric" getauft wurde (self-driving car) und keinen menschlichen Fahrer mehr braucht. Damit wollen die Wolfsburger die Entwicklung von sogenanntem automatisierten Fahren vorantreiben - laut Experten ein künftiger Wachstumsbereich für die Automobilbranche.

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IBM ist nicht der erste Partner aus der Tech-Welt, mit dem sich die Wolfsburger kurzschließen. Im Juni wurde bekannt, dass Volkswagen mit Nvidia kooperiert, um die Bemühungen im Bereich Deep Learning auszubauen. Der US-Konzern hatte sich vor vielen Jahren als Grafikkartenhersteller einen Namen gemacht, prescht nun aber mit Hochdruck in den Markt für Künstliche Intelligenz und autonome Fahrzeuge vor.

Die Kooperation zwischen Volkswagen und Nvidia wird vor allem im sogenannten Data Lab des Autobauers in München zum Tragen kommen. Dort entwickeln Spezialisten unter Einsatz von Deep Learning fortgeschrittene KI-Systeme für Unternehmens­prozesse und Mobilitätsservices. Beispielsweise arbeiten die Forscher an neuen Verfahren, mit denen Verkehrsflüsse in Städten optimiert werden können. ron

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