Surface Microsoft kann enttäuschte Macbook-Fans für sich gewinnen

Dienstag, 13. Dezember 2016
Das neue Surface Studio kommt offensichtlich gut an.
Das neue Surface Studio kommt offensichtlich gut an.
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Groß war die Begeisterung, als Microsoft im Oktober sein Surface Studio der Öffentlichkeit präsentierte. Ein ernsthafter Konkurrent zu Apples nahezu gleichzeitig gelaunchtem Macbook Pro mit Touch Bar sollte der PC sein. Und tatsächlich kann Microsoft erste Erfolge vorweisen: Die Umsätze mit der Tablet- und Computer-Sparte Surface waren im November so hoch wie nie zuvor. Ein Grund: die angebliche Enttäuschung der Nutzer über Apples neues Macbook Pro.
Microsoft macht einen auf Apple. Diesen Schluss ziehten viele Beobachter der Tech-Branche, nachdem der Konzern aus Redmond im Oktober seine neuen Geräte der Surface-Sparte präsentierte. Das Laptop namens Surface Book wurde im Inneren komplett überarbeitet, bekam ein leicht verändertes Design verpasst, einen schnelleren Prozessor und eine schnellere Grafikkarte. Die größte Neuheit war jedoch das Surface Studio, ein All-in-One-PC für Kreative, der über einen berührungsempfindlichen 28-Zoll-Bildschirm verfügt und im Wettbewerb gegen Apple auftrumpfen soll (siehe Video unten). Anscheinend scheint die Strategie von Microsoft-CEO Satya Nadella aufzugehen. Der Konzern teilte gestern mit, dass die Umsätze mit den Surface-Geräten im November, also im Monat nach der Veröffentlichung der neuen Produkte, so hoch waren wie nie zuvor. "In Großbritannien verzeichneten wir die beste Verkaufswoche für Surface-Geräte, in Deutschland avancierte der Surface Pen über zwölf Stunden hinweg zum Bestseller im Bereich PC-Accessoires auf Amazon", sagt Brian Hall, CVP Microsoft Device Marketing.
Den Grund für die steigenden Verkäufe der Surface-Geräte will Hall bereits ausgemacht haben: "Mehr Kunden denn je wechseln vom Mac zum Surface", schreibt er in einem Blogbeitrag. Die Enttäuschung um das neue Macbook Pro - vor allem bei professionellen Anwendern - würde viele Nutzer in die Arme von Microsoft tragen, heißt es. "Es scheint so, als ob jeden Tag ein neues Test-Video online geht, in dem das Surface und nicht das Macbook pro empfohlen wird", so Hall weiter.

Diese Ankündigung so kurz vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft dürfte dem Erzivalen Apple wohl gar nicht gefallen. Während Microsoft trotz seines recht späten Einstiegs ins Hardware-Geschäft mit seinen Geräten Rekordgewinne einfährt, muss sich Apple-Boss Tim Cook mit rückläufigen Mac-Absätzen auseinandersetzen. Die Verkäufe von Notebooks und Desktops gehen schon seit mehr als zwei Jahren branchenweit zurück. Apple schlug sich mit seinen Macs längere Zeit besser als der Markt. Zuletzt sank der Absatz jedoch vor der erwarteten Auffrischung der Modell-Palette um rund 13 Prozent auf etwa fünf Millionen Geräte. Das neue Macbook Pro, das mit einer Touch Bar daherkommt, soll eigentlich die Trendwende bringen. ron
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