Studie Deutsche Verbraucher sind bei künstlicher Intelligenz eher skeptisch

Donnerstag, 02. Februar 2017
Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch
Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch
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Verbraucher finden immer häufiger Gefallen an künstlicher Intelligenz (KI). Das zumindest will eine aktuelle Studie herausgefunden haben. Darin heißt es, dass drei Viertel aller Befragten Sprachsuche (Voice Search) verwenden. Die Deutschen zeigen sich bei KI-basierten Tools aber eher zurückhaltender.
Der Studie zufolge, für die das Unternehmen HubSpot 1.426 Verbraucher befragt hat, steigt die Akzeptanz für KI-Anwendungen weltweit. 58 Prozent der Studienteilnehmer sind demnach sehr interessiert oder neugierig, 29 Prozent hätten Interesse, wenn die Qualität stimmt. Nur 14 Prozent der Befragten haben keine Intentionen. Deutsche Verbraucher blicken KI-basierten Tools eher skeptischer entgegen, als etwa Verbraucher aus den USA. Jeder vierte Deutsche ist an KI-basierten Tools gar nicht interessiert.
Die deutschen zeigen sich etwas zurückhaltender bei KI.
Die deutschen zeigen sich etwas zurückhaltender bei KI. (Bild: HubSpot)
Wenn es um intelligente Sprachsuche geht, steigt die Nutzung nahezu monatlich. So haben 74 Prozent der Befragten im November 2016 sprachbasierte Suchassistenten wie Apples Siri, Microsofts Cortana, Amazons Alexa oder Google Now verwendet. Damit ist die Nutzung im Vergleich zum Referenzmonat Mai 2016 innerhalb von nur sechs Monaten deutlich angestiegen: Während im Mai nur 9 Prozent Prozent der Voice-Search-Nutzer mindestens einmal pro Woche Siri und Co. einsetzten, waren es im November 2016 bereits 38 Prozent.
Sprachsuche kommt in Mode
Sprachsuche kommt in Mode (Bild: HubSpot)
"Das neue Suchverhalten von Konsumenten hat große Auswirkungen auf das Marketing von Unternehmen", sagt HubSpot-Managerin Inken Kuhlmann. "Statt einer Liste von Suchergebnissen sprechen Siri, Cortana oder Alexa lediglich eine Antwort aus, ohne Nennung der Quelle. Das limitiert die Möglichkeiten, potenzielle Kunden auf die Website zu locken oder die eigene Marke zu positionieren."

Und das Interesse an sprachbasierten Diensten werde der Studie zufolge mit zunehmender Qualität ansteigen. Innerhalb eines halben Jahres würden sich die Nutzer nämlich bereits deutlich zufriedener zeigen: Während im Mai 2016 die Hälfte der weltweit Befragten die Qualität der Suchergebnisse als "hoch" und "sehr hoch" einschätzte, stieg diese Zahl im November 2016 auf 81 Prozent an. Die regionalen Unterschiede in der Qualitätsbeurteilung sind ebenso auffällig. Vor allem Deutsche und Bewohner der Britischen Inseln waren am wenigsten von der Qualität der Suchergebnisse überzeugt. In diesen Regionen hat die Spracherkennung häufig noch Schwierigkeiten mit der Verarbeitung von verschiedenen Akzenten und Dialekten.
Die Deutschen sind weniger zufrieden.
Die Deutschen sind weniger zufrieden. (Bild: HubSpot)
Das hat Folgen für das Marketing: Bots würden im E-Commerce und im Kundenservice nämlich das größte Potenzial bieten, heißt es von HubSpot. Etwa durch personalisierte Ansprachen im facebook Messenger oder über Whatsapp. Der Studie zufolge würden sich 47 Prozent der Befragten für einen Einkauf mittels Chatbots interessieren. Auch im Kundenservice können Bots eingesetzt werden, beispielsweise um Anfragen zu beantworten oder rund um die Uhr zeitnah zu helfen: 57 Prozent der befragten Verbraucher sind daran interessiert, Informationen von einem Website-Bot zu erhalten, anstatt sich durch die Menüführung zu navigieren. Vor allem bei simplen Anliegen seien Kunden an einer schnellen und einfachen Lösung gelegen, egal ob ihnen von einem Menschen oder einem Bot geholfen wird. Erst bei komplexeren Anfragen bevorzugen 71% der Nutzer den Kontakt mit einem Servicemitarbeiter. ron
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