Start-up-Investorin Margit Wennmachers Sechs magische Zutaten, die ein deutsches Silicon Valley braucht

Mittwoch, 13. September 2017
Margit Wennmachers, Andreessen-Horowitz-Investorin, auf der Dmexco
Margit Wennmachers, Andreessen-Horowitz-Investorin, auf der Dmexco
Foto: dfv
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Ist es möglich, ein Silicon Valley in Deutschland entstehen zu lassen? Wenn es nach Margit Wennmachers geht, lautet die Antwort "Ja". Allerdings müssten dafür einige Voraussetzungen geschaffen werden. Auf der Dmexco erklärt die Start-up-Investorin von Andreessen Horowitz, an welchen Punkten aus ihrer Sicht entsprechender Handlungsbedarf besteht.
2010 stieg Wennmachers bei dem Risikokapitalgeber Andreessen Horowitz ein, der unter anderem Deals mit Facebook und Twitter machte. Zuvor war sie Mitgründerin von „Outcast Communications“, einer PR-Agentur für Tech-Unternehmen: Sie kennt also beide Seiten des Gründungsprozesses. In der Presse wird die Investorin als "Queen of the Silicon Valley" bezeichnet.
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Auch, wenn sie den Titel selber nicht mag: Wenn es um Investitionen in Start-ups geht, kann ihr wohl kaum jemand etwas vormachen. Das sind Wennmachers sechs „magische Zutaten“, die für die Entstehung eines eigenen Silicon Valleys in Deutschland nötig sind:

1. Hervorragende Universitäten

An der Entstehung eines Silicon Valleys hierzulande sollten laut Wennmachers bereits die Universitäten mitwirken. Denn wer Wissenschaft studiert, müsse nicht zwangsläufig Professor werden. Die Universität Stanford ist für die Investorin ein gutes Vorzeigemodell. Hier würden Studierende zu Unternehmern ausgebildet und hätten die Möglichkeit, bereits während des Studiums an etwas zu arbeiten, das ihnen später weiterhilft. So sei die Universität Teil des Ökosystems und nicht außen vor.

2. Die notwendigen Investoren

"Im Silicon Valley haben wir professionelle Investoren, Inkubatoren, Risikokapitalgeber und von all dem sehr viele: Hier ist  eine Menge Geld im Umlauf“, sagt Wennmachers. Eine hohe Zahl an Geldgebern ermögliche im Umkehrschluss auch viele Experimente.

3. Talentpool zusammenstellen

Wer Ingenieuer ist, kann das Produkt entwickeln – aber wo bekommt er zum Beispiel einen Sales Manager her, der sich um die Finanzen kümmert? Die Investorin empfiehlt, schon früh einen Talentpool aufzubauen und sich mit Personen zusammenzutun, die sich in anderen, für die Gründung notwendigen Fachgebieten auskennnen.

4. California Sunshine

Um einen bedeutenden Tech-Standort zu entwickeln, muss auch die Umgebung stimmen, meint Wennmachers. Der Standort sollte demnach ein Ort sein, an den es Menschen hinzieht – eben so wie Kalifornien und sein Sonnenschein.

5. Einen Kreislauf

“Wir haben eine über 50-jährige Geschichte. Menschen gründeten Unternehmen und investierten später selber“, erzählt die deutsche Geschäftsfrau. Diesen Kreislauf sollte es auch in Deutschland geben.

6. Eine neue Kultur etablieren

Außerdem hält Wennmachers es für notwendig, in Deutschland umzudenken. Es müsse okay sein, zu scheitern. Wenn ein Unternehmen bankrott geht, sei das in Ordnung: Die Gründer sollten trotzdem nicht aufgeben, wenn sie eine neue Idee haben. Im Silicon Valley seien diese Risiken allseits bekannt. Die Investorin befürchtet jedoch, dass der kulturelle Unterschied zwischen Deutschland und den USA schwer zu überwinden sein könnte. bre 
Dmexco 2017
Bild: Dmexco

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