Selbstfahrende Autos Wer kooperiert eigentlich mit wem?

Mittwoch, 20. September 2017
Intel und Waymo machen gemeinsame Sache bei selbstfahrenden Autos
Intel und Waymo machen gemeinsame Sache bei selbstfahrenden Autos
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Gefühlt vergeht kaum mehr ein Tag, an dem keine neue Partnerschaft bei selbstfahrenden Autos bekannt gegeben wird. Die jüngste Meldung kommt von der Google-Tochter Waymo, die nun offiziell mit dem Chiphersteller Intel gemeinsame Sache macht. Zahlreiche Autobauer und Technologiefirmen hatten sich bereits in den vergangenen Monaten zusammengeschlossen, um selbstfahrende Autos zu entwickeln. Eine Übersicht.
Die beiden Unternehmen Waymo und Intel haben ihre Kooperation bei selbstfahrenden Autos gestern offiziell bekannt gegeben. Der Chiphersteller wird demnach die benötigte Rechenpower für autonome Fahrzeuge der Google-Tochter Waymo liefern. Der Mutterkonzern Alphabet siedelte die Entwicklung von Technik für selbstfahrende Autos vor etwa einem Jahr in der eigenständigen Tochterfirma an. Neu ist die Partnerschaft zwischen den beiden Tech-Firmen nicht. Waymo setzt eigenen Angaben zufolge bereits seit 2009 Intel-Technologie in seinen Fahrzeugen ein, offiziell wurde eine Zusammenarbeit aber bislang nicht verkündet. Medienberichten zufolge wollen die beiden Unternehmen mit der offiziellen Bekanntgabe weitere Autobauer, Zulieferer und Technologiefirmen zu einer Kooperation bewegen.

Denn wenn es um selbstfahrende Autos geht, sind Kooperationen schon seit Monaten schwer angesagt. Intel ist beispielsweise längst nicht der erste Partner von Google. Für seine ambitionierten Zukunftspläne im Automobilbereich hatte sich der Konzern aus Mountain View im Mai Volvo mit an Bord geholt. Zusammen mit dem schwedischen Hersteller hat sich Google auf eine zweijährige Zusammenarbeit geeinigt.

Das Ziel: Die nächste Generation des Android-Betriebssystems entwickeln, das in das Fahrzeug eingebunden ist und Zugang zu Apps und Diensten bieten soll. Welche konkreten Produkte beziehungsweise Features aus dieser Zusammenarbeit resultieren, ist noch nicht bekannt. Sicher ist bislang, dass das Google-Betriebsystem in die Volvo-Fahrzeuge integriert werden soll. In bestehende Volvo-Modelle wird zudem die Umgebungssuche Google Local Search eingebaut.

Auch mit Fiat Chrysler macht Google gemeinsame Sache: Im Mai 2016 verkündeten die beiden Unternehmen, die Google-Technik testweise in rund 100 Hybrid-Autos auf Basis des Chrysler-Minivans "Pacifica" einzubauen. Dabei integriert Google die nötigen Sensoren und Computer, die Chrysler-Ingenieure passen die Fahrzeuge daran an.

Natürlich haben sich in den vergangenen Monaten auch deutsche Autobauer die Expertise von zahlreichen Tech-Unternehmen gesichert. Volkswagen kooperiert beispielsweise mit dem Grafikkartenhersteller Nvidia sowie mit IBM. Die Kooperation mit Nvidia kommt vor allem im sogenannten Data Lab des Autobauers in München zum Tragen, wo etwa an neuen Verfahren gearbeitet wird, mit denen Verkehrsflüsse in Städten optimiert werden können. Die Prozessoren für eine eigene Künstliche Intelligenz, die sogenannte Nvidia Drive PX2, kommt darüber hinaus auch in den Projektfahrzeugen von Audi zum Einsatz.

IBM unterstützt Volkswagens digitales Ökosystem mit seiner "Hybrid Cloud". Kernpunkt der gemeinsamen Arbeit soll ein Service namens "We Commerce" sein, der dem Fahrer Handlungsempfehlungen geben soll - beispielsweise Tankstellen-Vorschläge oder Übernachtungsmöglichkeiten. Handelsunternehmen, Tankstellenketten, die Hotelbranche oder das Gastgewerbe sollen "We Commerce" nutzen, um ihre Angebote gezielt - und auf den einzelnen Kunden ausgerichtet - zu platzieren.

Daimler arbeitet unlängst mit Uber und Bosch zusammen. Über den Mobilitätsdienst aus San Francisco sollen autonom fahrende Mercedes-Fahrzeuge angeboten werden. Mit dem Zuliefer Bosch hatte Daimler im Juli verkündet, bis 2018 die "ersten kleineren Flotten an Robo-Taxis in deutsche Städte zu bringen". Zunächst werde aus Sicherheitsgründen aber noch ein Fahrer an Bord sein. Die breite Markteinführung sei für 2022 geplant.

BMW hatte für selbstfahrende Autos bereits vor zwei Jahren ein Bündnis geschmiedet - zusammen mit Intel und Mobileye. Das israelische Start-up wurde wenig später für über 15 Milliarden US-Dollar von Intel geschluckt. Die Allianz der Konzerne arbeitet an einer technologischen Plattform für hoch- und vollautomatisiertes Fahren. Diese soll auch anderen Autoherstellern zur Verfügung gestellt werden.

Der BMW-Allianz trat jüngst auch der Autozulieferer Continental bei. Conti ist nun Entwicklungspartner der Kooperation und soll als Systemintegrator eine "Schlüsselrolle" bei der Industrialisierung der Plattform spielen. "Die Kooperation mit den beteiligten zentralen Partnern bietet die einmalige Chance, vorweg zu fahren und die Zukunftstechnologien schneller auf die Straße zu bringen", sagte Conti-Vorstandsmitglied Frank Jourdan. ron
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