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Microsoft-Boss Satya Nadella
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Satya Nadella Microsoft sieht sich als Werkzeughersteller der KI-Ära

Microsoft-Boss Satya Nadella
Auf der Münchener Digitalkonferenz DLD hat Microsoft-Chef  Satya Nadella deutlich gemacht, was aus seiner Sicht noch für die KI-Revolution fehlt. Auch zum kommenden US-Präsidenten Trump äußerte er sich.
von t3n Magazin, Montag, 16. Januar 2017
Microsoft-Chef Satya Nadella hat sich auf der Digitalkonfernenz DLD in München zu den derzeitigen Fortschritten im Bereich der Künstlichen Intelligenz und der Rolle Microsofts in der kommenden KI-Ära geäußert. Nach einem langen „AI-Winter“ gilt das Thema Künstliche Intelligenz durch den Ansatz des maschinellen Lernens mithilfe künstlicher neuronaler Netze seit einiger Zeit wieder als Hype-Technologie. Trotz Fortschritten sieht Nadella noch einen Weg vor der Technologie, bis sie in die Nähe dessen kommt, was in der Bevölkerung unter dem Begriff teilweise verstanden wird. „Sind wir auch nur in der Nähe von dem, was Leute meinen, wenn sie KI sagen? Nein. Es sind viele interessante Dinge möglich, aber es ist noch ein weiter Weg“, sagte Nadelle in einem Interview mit einem Journalisten des Economists auf der Bühne in München.
Cortana
Bild: Microsoft

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Den nächsten Schritt sieht Nadella in der weiteren Demokratisierung der KI-Technologie. „Die Geschichte unserer Branche verläuft immer gleich“, sagte Nadella: „Was heute knapp ist wird morgen allgegenwärtig.“ KI werde zu einem Werkzeug, das immer breiter benutzt würde. „Es geht vom Mainframe über den PC hin zum mobilen Gerät.“ Der eigentliche Durchbruch für die Technologie komme aber erst, wenn Gehirne komplett simuliert würden.

Microsoft sieht sich in der aktuellen Phase der KI in der Tradition des Office-Konzerns als Anbieter von Werkzeugen. „Die Frage ist: Was erwarte ich von Microsoft als Kunde? Unsere Entstehungsgeschichte ist, dass wir ein Tool-Unternehmen sind. Microsoft wurde als Tool-Unternehmen gegründet, es startete mit einem Basic Interpreter für den Altair“, sagte Nadella. Erst kürzlich hatte der US-Softwarekonzern das KI-Startup Maluuba samt Yoshua Bengio, Pionier im Bereich neuronaler Netze, gekauft.
Surface Studio
Bild: Microsoft

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Aktuell setze Microsoft KI unter anderem beim Sprachassistenten Cortana und bei Skype Translate ein – eine Anwendung, die Sprache live übersetzt. „Das ist eine der magischsten Anwendungen, ein Durchbruch“, sagte Nadella. Mögliche Anwendungsfelder sieht er aber auch bei Augmented-Reality-Anwendungen und den Daten von Linkedin, dem Business-Netzwerk, das Microsoft vergangenes Jahr übernommen hatte. Außerdem helfe Microsoft Kunden wie BMW oder Renault-Nissan KI-Technologie einzusetzen. Auch zu der Frage, wie sich die Fortschritte bei KI und Automatisierung auf die Arbeitswelt auswirkten, äußerte sich der Microsoft-Chef: „Wenn die Kapitalrendite höher ist als Einkommen aus Arbeit, muss es eine Art Ausgleich geben.“ Und natürlich kam er auch nicht umhin, sich zum kommenden US-Präsidenten Donald Trump zu äußern: Für eine Software-Lösung zur Registrierung von Muslimen, wie sie Trump im Wahlkampf gefordert hatte, stehe Microsoft nicht zur Verfügung, macht er erneut klar.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf t3n.de

Bild: t3n

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