Sapphire Now 2017 Lufthansa und SAP veranstalten Innovationskonferenz auf 10.000 Metern

Dienstag, 16. Mai 2017
Gastgeber des ersten gemeinsamen Flying Labs von Lufthansa und SAP: Upen Barve (l) vom SAP Innovation Center Network und Torsten Winkender, Head of Digital Innovations bei der Lufthansa Group
Gastgeber des ersten gemeinsamen Flying Labs von Lufthansa und SAP: Upen Barve (l) vom SAP Innovation Center Network und Torsten Winkender, Head of Digital Innovations bei der Lufthansa Group
© HORIZONT

Die Economy-Touristen des Lufthansa-Flugs LH 464 von Frankfurt nach Orlando staunten gestern nicht schlecht, als sie plötzlich mitten in einer Innovationskonferenz saßen. Gedacht war diese ungewöhnliche Veranstaltung vornehmlich für die Fachbesucher der SAP-Hausmesse SAPphire Now, die heute in Orlando startet. Teilnehmen konnten aber theoretisch alle Reisende an Bord.

Die Fluggesellschaft experimentiert bereits seit einigen Monaten mit dem Format Flying Labs. Frühere Events gab es zu den Themen Virtual Reality, Schlaf, Mode sowie zur Digitalkonferenz SXSW. Eine Premiere war die Kooperation mit einem Business-Partner wie SAP. Dabei gab es sogar noch ein weiteres Novum in Form eines Pre-Events am Frankfurter Flughafen. Bei dieser exklusiven Kick-Off-Veranstaltung zur Tech-Messe Sapphire, die jährlich rund 20.000 Teilnehmer besuchen, konnte man anhand von diversen Show-Cases und VR-Experimentierstationen bereits in die SAP-Welt einsteigen.

Auf 10.000 Metern Höhe folgte dann ein Dialog zu Themen wie künstliche Intelligenz, Bio-Hacking, Big Data und die Zukunft der Arbeit. Die Teilnehmer der Inflight-Konferenz an Board der Boeing 747-400 wurden von Torsten Wingenter, Head of Digital Innovations von Lufthansa, sowie Upen Barve, Director und Head of Customer Strategy and Experience von SAP, begrüßt. Wingenter erklärte, die Flying Labs seien Teil der Digitalisierungsstrategie von Lufthansa, bei der es darum geht, das Thema Reisen neu zu denken. Barve betonte, dass SAP alles daransetze, die Welt mit seinen Innovationen ein wenig besser zu machen. 

Unterstützung aus den eigenen Reihen erhielt er dabei von Martin Wezowski, Chief Designer & Futurist bei SAP. Er war der erste Referent der Inflight-Konferenz und thematisierte in seinem Beitrag, wie moderne Technologien dabei helfen können, eine Zukunft zu gestalten, in der alle gerne leben wollen. Genau wie die folgenden Sprecher, machte er keinen Hehl daraus, dass Daten, künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge dabei der Schlüssel zum Erfolg sind. 

Ein bisschen unheimlich wurde der Lobgesang auf den gläsernen Konsumenten, als der finnische Autor und Biohacker Teemu Arina seinen Auftritt hatte. Arina lässt seinen Körper komplett von Wearables überwachen, um ganz nach dem Motto "Upgrade Yourself" das Optimum aus seiner physischen Leistungsfähigkeit herauszuholen. Immerhin hatte er wertvolle und praktische Tipps parat, wie man sich - auch ohne komplett an digitale Messgeräte angeschlossen zu sein - bei Langstreckenflügen fit hält.

Ingrid Rothe, SVP Operations von RSB Partners, zeichnet mit ihrem Beitrag "Robots - The Future of Work" ein Zukunftsszenario, das optimistisch stimmt. Roboter werden Einzug ins Arbeitsleben halten, aber sie werden den Menschen garantiert nicht überflüssig machen, sondern ihn lediglich dabei unterstützen, besser zu werden, so die These der früheren Top-Managerin von Universal Music und Te Neues Digital. 

Serienerfinder Dave Mathews kam ebenfalls zu Wort. In seinem Beitrag berichtet er von seinem aktuellen Start-Up NewAer, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, das aus „Minority Report“ bekannte Zukunftsszenario Realität werden zu lassen. Hier wird Polizist John Anderton alias Tom Cruise auf seinem Weg durch eine Shopping Mall mit unzähligen personalisierten Werbebotschaften konfrontiert, die ihn aus jeder Ecke anschreien. Beacons machen es möglich, dass aus Science Fiction schon bald Science Fact wird, so Matthews. NewAer hat es sich jedenfalls zur Aufgabe gemacht, den Konsumenten auf sehr persönliche und individuelle Weise mit seiner unmittelbaren Umgebung zu vernetzen.

Wer nach so vielen theoretischen Informationen noch Lust auf ein praktisches Innovationsexperiment hatte, konnte an Bord das Wearable Muse testen. Es handelt sich dabei um eine Art Stirnbrille, mit der die Gehirntätigkeit gemessen wird. Verknüpft mit einer App verspricht es dem Anwender, ihm beim Meditieren und Stressabbau zu helfen, um anschließend fokussierter arbeiten zu können. bu

 
Meist gelesen
Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere diese.
stats