Relaunch Snapchat will die Anzeigen-Buchung erleichtern

Dienstag, 14. November 2017
Snapchat will für Werbungtreibende attracktiver werden.
Snapchat will für Werbungtreibende attracktiver werden.
© Snapchat

Nur knapp ein halbes Jahr, nachdem Snapchat sein Anzeigen-Tool gelauncht hat, kündigt das Unternehmen nun für seinen Ad Manager einen großen Relaunch an. Die Selbstbedienungsplattform für Werbungtreibende soll künftig den Einkauf und die Verwaltung von Werbeanzeigen auf Snapchat erleichtern. Das Werbegeschäft kam zuletzt nicht so schnell in Schwung wie erhofft.

Es war ein großes Zugeständnis an die Werbeindustrie, als Snapchat-Betreiber Snap im Juni den sogenannten Ad Manager zur Verfügung stellte. Auf der kostenlosen Plattform können Werbungtreibende Kampagnen kaufen, managen und optimieren sowie Reportings abrufen. Wenige Wochen später kam der Snap Publisher hinzu, der die Erstellung, Veröffentlichung und Verwaltung von Werbemitteln bündelt. Mit dem Snap Publisher können beispielsweise horizontale Videos in ein vertikales Format konvertiert, sowie Elemente wie Schrift, Bild oder Animationen in das Werbemittel integriert werden.

Wie das Unternehmen aus Los Angeles heute mitteilt, bekommt der Ad Manager nach nur fünf Monaten bereits einen großen Relaunch verpasst. Snap erhofft sich dadurch, den Anzeigen-Einkauf und das -Management auf der Plattform zu vereinfachen, heißt es in einer Mitteilung. "Wir haben Snapchat Ad Manager modernisiert, sodass Werbungtreibende an einem Ort einkaufen, optimieren, aussteuern und messen können", so Peter Sellis, Director of Revenue Product bei Snap.

Der neue Ad Manager integriert erstmals mehrere Tools auf einer Plattform, darunter den Snap Publisher zum Editieren der Werbemittel, sogenannte Advanced Mode Features (etwa zur Sortierung von verschiedenen Zielgruppen), den Business Manager zur Verwaltung von Administrations-Zugängen sowie sogenannte Audience Filters mit erweitertem Targeting.
So sieht der neue Ad Manager von Snapchat aus.
So sieht der neue Ad Manager von Snapchat aus. (Bild: Snap)
Der Ad Manager greift gewissermaßen der eigentlichen Snapchat-App vor, deren Bedienbarkeit ebenfalls erleichtert werden soll. Snap-CEO Evan Spiegel kündigte diesen Schritt vergangene Woche an und begründete den Umbau damit, auch mehr ältere Nutzer ansprechen zu wollen, die sich an der vergleichsweise komplizierteren Handhabung stören. Die Zahlen für das dritte Quartal fielen zuletzt desolat aus, die Zahl täglich aktiver Nutzer legte im dritten Quartal nur um drei Prozent auf 178 Millionen zu.
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Die Aktivitäten auf dem Ad Manager scheinen hingegen deutlicher angestiegen zu sein. Laut Snap soll sich die Zahl der Werbungtreibenden, die auf der Plattform in einer Auktion für einen Anzeigenplatz geboten haben, seit August mehr als verfünfacht haben. In der jüngsten Quartalsbilanz macht sich dieser Anstieg aber nicht bemerkbar: Der Umsatz stieg zwar um 62 Prozent auf knapp 208 Millionen Dollar - Analysten hatten aber mit fast 30 Millionen Dollar mehr gerechnet. Das bedeutet, das Geschäft mit Werbung kommt nicht so schnell in Schwung wie erhofft. Zuvor hatte sich CEO Spiegel noch überzeugt gezeigt, dass die Anzeigenplattform von Snap der Konkurrenz überlegen sei und man das den Werbekunden nur beibringen müsse. ron (mit dpa-Material)

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