PwC-Studie Deutsche Firmen entdecken "Daten-Sharing" als Geschäftsmodell

Mittwoch, 26. April 2017
Immer mehr Firmen teilen ihre Daten mit Dritten - und machen damit Geld.
Immer mehr Firmen teilen ihre Daten mit Dritten - und machen damit Geld.
© Adobe

Immer mehr deutsche Unternehmen sehen im Austausch von Daten ein wichtiges Geschäftsmodell. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Befragung der Beratungsfirma PwC. Demnach betreiben hierzulande zwei von drei mittleren und großen Unternehmen das sogenannte "Daten-Sharing" über die eigenen Firmengrenzen hinweg. Das sorgt zwar für neue Erlösquellen, doch Unternehmer fürchten die Preisgabe von Geschäftsgeheimnissen.

Für die Untersuchung hat PwC  rund 200 deutsche Unternehmen zum Austausch von Daten befragt und die Ergebnisse gestern im Rahmen der Hannover-Messe veröffentlicht. 74 Prozent aller befragten Firmenlenker geben an, ihre Unternehmensdaten mit Dritten zu teilen. Dabei ist das Phänomen unter Mittelständlern (72 Prozent) ähnlich weit verbreitet wie unter Großkonzernen (83 Prozent). Am häufigsten werden die Geschäftsdaten dabei mit Kunden (62 Prozent) und Lieferanten (39 Prozent) geteilt.

Drei von vier Unternehmen gehen zudem davon aus, dass die Notwendigkeit, Geschäftspartnern eigene Daten zur Verfügung zu stellen, in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. "Einerseits ist der Austausch von Daten unumgänglich, wenn Unternehmen das eigene Geschäftsmodell digitalisieren und neue Erlösquellen wie Smart Services erschließen wollen. Andererseits möchte niemand Gefahr laufen, die Kontrolle über sensible Unternehmensdaten zu verlieren", sagt Harald Kayser, Digitalchef bei PwC in Deutschland.

Und genau dies ist das Dilemma, so Kayser. Viele Unternehmen betrachten das "Daten-Sharing" darum mit entsprechender Skepsis. Der Befragung zufolge fürchten 57 Prozent die Preisgabe von Geschäftsgeheimnissen – wobei 51 Prozent sogar die explizite Gefahr sehen, dass sensible Daten in die Hände von Konkurrenten gelangen könnten. "Solche Sorgen sind nicht unberechtigt", sagt Aleksei Resetko von PwC. "Denn bislang existiert hierzulande noch keine einheitliche Architektur, die einen sicheren und standardisierten Austausch von Geschäftsdaten erlauben würde."

Um dieses Problem anzugehen, hat eine durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Initiative aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik im vergangenen Jahr den "Industrial Data Space" (IDS) gegründet. Das Ziel: die Erschaffung einer übergreifenden Architektur. 57 Prozent der befragten Führungskräfte fielen laut PwC nach Lektüre der Konzeptvorlage spontan mögliche Anwendungsszenarien des Industrial Data Space für ihr eigenes Unternehmen ein. ron

Meist gelesen
Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere diese.
stats