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David Pemsel, CEO der Guardian Media Group, geht gegen Rubicon Project vor.
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Programmatic Advertising "The Guardian" verklagt Adtech-Dienstleister Rubicon Project

David Pemsel, CEO der Guardian Media Group, geht gegen Rubicon Project vor.
Die britische Zeitung "The Guardian" bereitet eine Klage gegen Rubicon Project vor, einen der größten Adtech-Dienstleister für Programmatic Advertising weltweit. Das Blatt wirft dem Unternehmen vor, nicht auszuweisen, wie viel es an den Werbekunden verdient hat, die das Online-Inventar des "Guardian" nutzen.
von Giuseppe Rondinella, Mittwoch, 29. März 2017
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    Ein Sprecher des "Guardian" bestätigte die Nachricht gegenüber "Business Insider". Demnach bereite das Medienhaus derzeit die dafür notwendigen Papiere vor, die beim zuständigen Gericht eingereicht werden müssen. Rubicon Project wiederum wehrt sich in einem Statement gegen den Vorwurf des Blattes. Demnach seien die Abgaben detailliert offengelegt - unter anderem im Vertrag, der mit dem "Guardian" unterzeichnet wurde sowie in den Unterlagen, die das Unternehmen beim Gang aufs Parkett bei der Börsenaufsichtsbehörde eingereicht hatte.
    Rubicon Project betreibt einen der weltweit größten Werbemarktplätze. Das 2007 gegründete Tech-Unternehmen mit Sitz in Los Angeles hat sich auf die automatisierte Abwicklung vom Kauf und Verkauf von Werbung spezialisiert und zählt unter anderem Spotify, Ebay und Soundcloud zu seinen Kunden. Mehr als 500.000 Werbungtreibende und mehr als eine Million Websites nutzen die Technologie von Rubicon Project.

    Dem "Guardian" scheint das Treiben des US-Unternehmens aber nicht durchsichtig genug. Bereits im Oktober äußerte Hamish Nicklin, Chief Revenue Officer des Blattes, Zweifel daran, ob sich der automatisierte Onlienhandel überhaupt für den Publisher lohnt. Wie die Website "Mediatel" damals berichtete, fand Nicklin in einem Versuch heraus, dass im Worst-Case nur ein Drittel der programmatischen Werbeausgaben beim "Guardian" landen. Die renommierte britische Tageszeitung kämpft beim Thema Programmatic aber nicht nur um bessere Preis-Transparenz, sondern auch um eine bessere Kontrolle von Umfeldern. Weil ihre Anzeigen immer wieder in extremistischen Umfeldern erschienen, boykottiert der Titel seit einigen Tagen Google und Youtube. Bis Google sicherstellen könne, dass dies nicht wieder geschieht, werde man keine Werbung mehr bei dem Internetgiganten platzieren. Die vom "Guardian" beauftragte Mediaagentur hatte zur Verbreitung der Anzeigen Googles Ad Exchange Plattform AdX genutzt. ron
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