Musik-App Shazam eröffnet Deutschland-Büro in Berlin

Donnerstag, 29. Juni 2017
Shazam macht sich in Deutschland breit.
Shazam macht sich in Deutschland breit.
© Shazam

Shazam eröffnet heute offiziell ein Deutschland-Büro in Berlin. Die Musik-App, die zu den meistgenutzten Smartphone-Anwendungen zählt, will die Vermarktung hierzulande ankurbeln und hat sich deshalb in der Nähe des Hackeschen Markts niedergelassen. Es ist die erste Shazam-Dependance in Kontinentaleuropa.

Im Berliner Büro werden laut Shazam fünf Mitarbeiter beschäftigt sein, die sich vor allem darum kümmern werden, die Werbebranche von den eigenen Advertising-Produkten zu überzeugen. Geführt wird die Truppe von Deutschlandchef Richard Harless, der laut LinkedIn bereits seit August 2015 für die kommerziellen Aktivitäten im hiesigen Markt verantwortlich ist. Zu seinen vergangenen Stationen zählen unter anderem das Mobile-Ad-Netzwerk Airpush und die Content-Plattform Mobile Posse.

In Deutschland will Shazam nun systematischer auf die Suche nach Kooperationen mit Werbungtreibenden gehen. Der hiesige Markt ist für das britische Unternehmen - am Umsatz gemessen - nämlich der wichtigste. Sieben Millionen Menschen nutzen die App hierzulande im Monat. Das Berliner Büro ist Shazams erstes in ganz Kontinentaleuropa.

Die App, die eigenen Angaben zufolge insgesamt über eine Milliarde Mal heruntergeladen wurde, intensiviert bereits seit einigen Monaten ihr Werbegeschäft und hatte vor etwa einem Jahr die Plattform "Shazam for Brands" ins Leben gerufen, die Marken gleich mehrere Werbemöglichkeiten wie Branded Content zur Verfügung stellt. Bislang arbeitete Shazam beispielsweise mit Coca-Cola, Danone und Kentucky Fried Chicken zusammen.

Coca Cola gehörte zu einem der ersten Werbepartner und hatte die Kampagne "Share a Coke and a Song" gestartet, die zum ersten Mal die Coke-Flaschen mit Shazam vernetzte. Wenn Nutzer den Liedtext auf den ausgewählten Flaschen scannten, konnten sie ein Lip-sync-Video aufnehmen und dieses über Social-Media und den Hashtag #Sharacoke teilen. Bis vor einem Jahr hatte Shazam seinen Nutzern nicht allzu viel Werbung auf dem Screen gezeigt. Anzeigen wurden in der Regel in Form von Bannern und während des Musik-Erkennungsvorgangs abgespielt.

Doch allein auf die Musikerkennung setzt das Unternehmen aus London längst nicht mehr. Im März stieg Shazam in den Augmented-Reality-Markt ein und bietet seitdem eine AR-Bilderkennungsfunktion an (siehe Video unten). In der Mitte der App ist nun sehr prominent ein Kamera-Symbol positioniert worden, mit dem Nutzer beispielsweise Poster und Verpackungen scannen können. Voraussetzung: Die Gegenstände müssen mit einem entsprechenden Shazam-QR-Code versehen sein.
Mit dem Vorstoß in die Bilderkennung ist bei Shazam die Hoffnung verbunden, dass Marketer ihre Produkte, Verpackungen, den PoS oder Flyer bewerben. Das Unternehmen bietet den Advertisern dafür unter anderem 3D-Animationen, Produktvisualisierungen, Mini-Games oder 360-Grad-Videos an. Als einer der ersten Werbepartner war der amerikanische Spirituosenhersteller Beam Suntory dabei. Shazam-Nutzer erhielten durch die Funktion Rabatte für den Kauf der Tequila-Marken Sauza und Hornitos. ron

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