Medienbericht Snap will auf Adtech-Shoppingtour gehen

Montag, 17. Juli 2017
Snapchat führte vor wenigen Wochen das Augmented-Reality-Tool "World Lenses" ein.
Snapchat führte vor wenigen Wochen das Augmented-Reality-Tool "World Lenses" ein.
Foto: Screenshot Youtube

Snapchat-Betreiber Snap will sich für seine Werbekunden weiter aufhübschen und plant einem Medienbericht zufolge den Zukauf von Adtech-Firmen für die Kampagnenmessung. Unter anderem sei das Unternehmen an einer Übernahme der Technologiefirma AdRoll interessiert, heißt es. Auch die Bedenken der Investoren, die die Snap-Aktie zuletzt abstraften, sollen so aus dem Weg geräumt werden.
Mit einem Kurssturz an der Börse sorgte Snap in der vergangenen Woche für Negativ-Schlagzeilen. Nach der großen Euphorie der Aktionäre beim Börsengang im März, als die Anleger die Papiere für insgesamt 3,4 Milliarden Dollar kauften, sackte der Kurs erstmals weit unter den Ausgabepreis von 17 Dollar. Die Investmentbank Morgan Stanley, die den Snap-Börsengang begleitet hatte, stufte die Aktie herunter. Wie "Business Insider" berichtet, will der 27-jährige Snap-CEO Evan Spiegel nun die Gemüter der Investoren und Werbekunden unter anderem mit dem Zukauf von Adtech-Firmen beruhigen. Die Technologiefirmen sollen dabei helfen, die Werbewirkung von Snapchat-Kampagnen unter Beweis zu stellen.

Mit der jungen Firma AdRoll aus San Francisco soll Snap bereits in fortgeschrittenen Gesprächen sein. Den ersten Kontakt zwischen den beiden Unternehmen gab es bereits vor Snaps Börsengang. AdRoll bietet eine Programmatic-Advertising-Plattform an, zählt über 35.000 Kunden und hat bereits 91 Millionen Dollar Risikokapital eingesammelt. In diesem Jahr peile das Unternehmen Erlöse im Wert von 300.000 Dollar an.

"Snap schaut sich Firmen an, die helfen können, die Tauglichkeit ihrer Ads zu demonstrieren", lässt sich ein Insider zitieren. Demnach sei eine Übernahme von AdRoll durch Snapchat vergleichbar mit dem Kauf von Doubleclick durch Google. Der Search-Riese übernahm Doubleclick 2007 für stolze 3,1 Milliarden Dollar und signalisierte damit seine Ambitionen im Online-Marketing. Ein Angebot soll Snap aber bislang nicht abgegeben haben. Man schaue sich noch weiter im Markt nach geeigneten Kandidaten um. Unter anderem wird auch das Tracking-Tool Segment genannt.

Snaps Bemühungen in Sachen Adtech sind generell nicht neu. Erst im Juni übernahm die Snapchat-Mutter das Start-up Placed für rund etwa 200 Millionen US-Dollar. Mit der Technologie von Placed will Snap einem "Bloomberg"-Bericht zufolge künftig messen können, ob und wie erfolgreich Snapchat-Kampagnen zu Offline-Käufen in den Stores führen. ron
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