Magenta-Assistent Telekom greift Amazon und Google mit eigenem smartem Lautsprecher an

Freitag, 10. November 2017
Das ist der Lautsprecher der Deutschen Telekom
Das ist der Lautsprecher der Deutschen Telekom
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Amazon, Google und Apple müssen jetzt gehörig aufpassen, denn die Deutsche Telekom will mit einem eigenen "Magenta"-Sprachassistenten inklusive Smart-Speaker den Markt von hinten aufrollen.
Die Deutsche Telekom geht auf Konfrontationskurs mit Google, Apple und Amazon: Das Projekt des Magenta-Sprachassistenten, das sich der Welt zufolge seit Jahren in der geheimen Entwicklung befindet, ist nun spruchreif. Michael Hagspihl, Leiter des Privatkundengeschäfts der Telekom in Deutschland, erklärte gegenüber der Welt, dass die Bedienung von Diensten und Services über Sprachassistenten immer wichtiger werde und die Zeit reif sei "für ein erstes Angebot nach deutschen Datenschutzgesetzen". Er beschreibe den Magenta-Assistenten als eine "Lösung in Deutschland für Deutschland" – die Telekom sei überzeugt, mit dem Dienst am Ende "auf Augenhöhe mit Apple, Amazon und Google" zu sein.

Der Magenta-Assistent, der sich mit dem Hotword "Hallo Magenta" aktivieren lassen wird, werde Anfang nächsten Jahres als Beta-Test in einem eigenen Smart-Speaker zu finden sein. Der offizielle Marktstart des Lautsprechers, der um die 150 Euro kosten soll, sei im Frühjahr 2018 geplant. Entwickelt wurde das Produkt in Zusammenarbeit mit Forschern des Fraunhofer-Instituts für digitale Medientechnologie aus Oldenburg, so die Welt.
Die Deutsche Telekom will mit seinem Magenta-Speaker eine Antwort auf Amazons Echo (auf dem Bild) liefern.
Die Deutsche Telekom will mit seinem Magenta-Speaker eine Antwort auf Amazons Echo (auf dem Bild) liefern. (Bild: Amazon)
Wie der Google HomeAmazons Echo und Apples Homepod solle sich mit dem Magenta-Assistenten auch das Smart-Home auf Zuruf steuern lassen. Der Smart-Speaker greife für diverse Smart-Home-Funktionen auf den Telekom-Router "Speedport Smart" zu, über den sich schon jetzt Smart-Home-Funktionen steuern lassen. Ferner soll über den Smart-Speaker auch telefoniert werden können – eine ähnliche Funktion bietet Amazon mit seinen Echo-Speaker und Echo Connect.
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Die Deutsche Telekom hat bereits erste Partner für den Magenta-Assistenten an Bord geholt. So gehören zu den Launchpartern Wetteronline, Toralarm und Radioplayer. Darüber hinaus werde mit der Tagesschau, Napster, Rewe, Lidl und Otto verhandelt. Lidl und Rewe hätten Interesse gezeigt, um sich gegen den großen Player Amazon stellen zu können. Mit Amazon Fresh fungiert der E-Händler in Berlin, Hamburg und München als Lebensmittel-Händer für Frischwaren, die bis an die Haustür geliefert werden.

Rewe und Lidl dürfte indes nicht sonderlich gefallen, dass der Smart-Speaker der Telekom auch Amazons Alexa integriert haben wird. Als Grund für die Partnerschaft wird der größere Umfang an Fähigkeiten angeführt – allen voran die Angebote von Tausenden Anbietern, die Amazon "Skills" nennt.

Darüber hinaus wolle die Telekom nicht ausschließen weitere Assistenten, wie den Google Assistant, zu integrieren. Ähnlich geht beispielsweise auch der Home-Sound-Experte Sonos mit seinen Sonos One (Test) vor.
Sonos One mit Alexa, bald auch mit dem Google Assistant – einen eigenen Sprachassistenten bietet Sonos nicht an
Sonos One mit Alexa, bald auch mit dem Google Assistant – einen eigenen Sprachassistenten bietet Sonos nicht an (Bild: Sonos)
Hier beißt sich die Katze in den Schwanz: Denn einerseits will die Deutsche Telekom bei ihrem Dienst mit Datenschutzversprechen und den deutschen Servern punkten. Andererseits werden alle Daten, die über die anderen verknüpften Assistenten –Alexa oder Google Assistant – geschickt werden, an die jeweiligen Unternehmen gesendet. Wer also seine Daten in Deutschland behalten will, darf nur den Magenta-Assistenten nutzen. Damit dürfte der Funktionsumfang arg beschnitten sein.

Die Deutsche Telekom hatte in der Vergangenheit schon des Öfteren versucht, mit Alternativen zu erfolgreichen US-Produkten zu punkten. Erinnert ihr euch noch an die groß angekündigte Whatsapp-Alternative "Joyn" oder die Musik- und Video-Verkaufsplattformen, mit denen das Unternehmen gegen iTunes und Netflix antreten wollte? Nein? Kein Wunder, denn die sind allesamt längst in der Versenkung verschwunden. Wir sind gespannt, ob die Telekom mit dem Magenta-Assistent erfolgreicher ist.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf t3n.de

Bild: t3n
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