Künstliche Intelligenz Warum Amazon ein Forschungszentrum in Tübingen einrichtet

Montag, 23. Oktober 2017
Amazon forscht künftig in Tübingen an Künstlicher Intelligenz
Amazon forscht künftig in Tübingen an Künstlicher Intelligenz
© Amazon

Amazon und die Max-Planck-Gesellschaft haben eine strategische Zusammenarbeit vereinbart, um die Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) voranzutreiben. Der Onlinehändler baut im Zuge dessen ein Forschungszentrum in Tübingen nahe dem Campus des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme auf und will in den kommenden Jahren 1,25 Millionen Euro in den Standort stecken.

Wie der Onlinehändler mitteilt, sollen mit dem Geld neue Forschungsgruppen der sogenannten Cyber-Valley-Initiative in Tübingen finanziert werden. In der im Dezember 2016 gestarteten Initiative wird in KI-Bereichen wie Robotik und Machine Learning geforscht. Zu den Gründern der Initiative gehören das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, das Land Baden-Württemberg, die Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie BMW, Bosch, IAV, Daimler, Porsche und ZF Friedrichshafen.

Für das Tübinger Forschungszentrum plant Amazon, in den nächsten fünf Jahren 100 Stellen zu schaffen. Die in der Regel hochqualifizierten Mitarbeiter sollen der Frage nachgehen, wie die Kundenerfahrung insbesondere bei visuellen Systemen durch KI verbessert werden kann. Amazon betreibt hierzulande bereits drei Forschungszentren in Berlin, Dresden und Aachen.
Amazon Gebäude Schriftzug
Bild: Amazon

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Zwei Direktoren des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme, Bernhard Schölkopf (Abteilung für Empirische Inferenz) und Michael J. Black (Abteilung für Perzeptive Systeme), unterstützen den neuen Forschungsstandort als sogenannte Amazon Scholars. Schölkopf ist ein führender Experte für Machine Learning in Europa und Miterfinder von Methoden für computergestützte Fotografie. Black ist ein führender Experte im Bereich Maschinelles Sehen und Mitgründer der KI-Firma Body Labs, die Amazon jüngst geschluckt hatte.

Teil der Kooperation zwischen Amazon und der Max-Planck-Gesellschaft ist zudem der sogenannte Amazon Research Award (ARA), der ab sofort jährlich mit einem Wert von einer halben Million US-Dollar verliehen wird. Das ARA-Programm fördert akademische Forschung und damit verbundene Beiträge für Open-Source-Projekte von führenden akademischen Forschern weltweit.

"Wir begrüßen das Engagement von Amazon im Cyber Valley und für die Forschung zur Künstlichen Intelligenz", sagt Max-Planck-Präsident Martin Stratmann. "Wir gewinnen damit einen weiteren starken Partner, der die internationale Bedeutung der Forschung auf dem Gebiet des Maschinellen Lernens und Wahrnehmens im Raum Stuttgart-Tübingen noch einmal steigern wird. Ralf Herbrich, Direktor Maschinelles Lernen bei Amazon und Geschäftsführer des Amazon Development Center Germany, fügt hinzu: "Mit dem Amazon Research Center in Tübingen wird Amazon Teil einer der größten Forschungsinitiativen in Europa im Bereich der Künstlichen Intelligenz." ron

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