Jahresrückblick Die 8 wichtigsten Erkenntnisse aus dem Tech-Jahr 2016

Sonntag, 18. Dezember 2016
Das neue Google-Smartphone "Pixel"
Das neue Google-Smartphone "Pixel"
© Markus Mielek/Google
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Brennende Smartphones, chattende Computerprogramme, virtuelle Monsterjagden: Die Technologieszene hat in den vergangenen zwölf Monaten einige aufsehenerregende Ereignisse hervorgebracht. Grund genug, einen Blick auf das Tech-Jahr 2016 zurückzuwerfen. Das sind die acht wichtigsten Erkenntnisse:

1.

Sprachassistenten sind der neue Freund und Helfer

Der Echo-Lautsprecher kommt nach Deutschland
Der Echo-Lautsprecher kommt nach Deutschland (Bild: Amazon)
Vor fünf Jahren, bei der Vorstellung des iPhone 4, legte Apple mit der eingebauten Sprachassistentin Siri den Grundstein für die Popularität dieser sprachbasierten Alltagshelfer. Spätestens seit diesem Jahr ist diese Technologie nun in aller Munde - nicht zuletzt, weil Amazon seinen smarten Lautsprecher Echo und die darin integrierte Sprachassistentin Alexa im November hierzulande auf den Markt brachte und damit einige Tech-Enthusiasten entzückte. Google folgte wenig später mit seinem Pendant namens "Home" und auch Microsoft kündigte in diesem Jahr ein Amazon-Echo-ähnliches Produkt mit seiner bereits in Windows-Geräten integrierten Sprachassistentin Cortana an. Außerdem plant Samsung, sein im nächsten Jahr erscheinendes Modell S8 mit einem eigenen Sprachassistenten auszustatten. Durch den steigenden Wettbewerb könnte diese Technologie im nächsten Jahr den Weg in den Massenmarkt finden.
 

2.

Das neue iPhone ist nicht revolutionär - mal wieder

Apples neuestes Schmuckstück: Das iPhone 7 Plus
Apples neuestes Schmuckstück: Das iPhone 7 Plus (Bild: Apple)
Apple lässt sich von einem eingeschlagenen Kurs eigentlich nicht abbringen. Normalerweise verfolgt CEO Tim Cook penibel die Regel, alle zwei Jahre ein komplett neues iPhone-Modell zu präsentieren, im Jahr dazwischen eine etwas aufgwertete Variante mit dem Zusatz "S". Mit dem im September vorgestellten iPhone 7 brach Apple nun erstmals mit dieser Regel. Denn es unterscheidet sich optisch kaum von den Vorgängermodellen, einzig die fehlende Kopfhörerbuchse und die Doppelkamera in der "Plus"-Variante fallen auf. Apple verpasst somit wieder einmal die von vielen erhoffte technische Revolution. Die braucht der Konzern angesichts der fallenden iPhone-Erlöse aber so dringend wie nie. Die Planungen fürs iPhone 8 laufen zumindest schon auf Hochtouren.
Elon Musk
Bild: Heisenberg Media / flickr.com, Lizenz: CC-BY

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3.

Künstliche Intelligenz durchdringt fast alle Bereiche

Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch
Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch (Bild: Fotolia / the_lightwriter)

In diesem Jahr haben die Tech-Firmen dieser Welt eindrucksvoll bewiesen, zu welchen Dingen künstliche Intelligenz mittlerweile fähig ist. Allen voran der US-Konzern IBM, der seine ausgeklügelte KI "Watson" jüngst den Trailer zum Kinofilm "Morgan" kreieren ließ. Es ist der erste Trailer der Filmgeschichte, der durch einen Algorithmus entstanden ist - und stimmt auf das ein, was uns in den nächsten Jahren noch erwarten wird. Andere Unternehmen tüfteln ebenfalls an Anwendungen mit künstlicher Intelligenz, wenn auch nicht mit der Rechenpower, die IBM zur Verfügung steht. Chatbots beispielsweise haben sich in diesem Jahr zu einer beliebten KI-Anwendung entwickelt, die vergleichsweise einfach zu programmieren ist. Einige Unternehmen, darunter etwa die Lufthansa oder das Onlinenetzwerk Kaufda, haben in diesem Jahr damit experimentiert. Eine aktuelle Befragung von Oracle prognostiziert sogar, dass solche Chatbots bis 2020 die Kundenbetreuung vollends übernommen haben.

4.

Snapchat hat Twitter längst den Rang abgelaufen

Twitter entwickelte sich in diesem Jahr zum echten Sorgenkind
Twitter entwickelte sich in diesem Jahr zum echten Sorgenkind (Bild: Twitter)
Kaum eine Meldung über Twitter in diesem Jahr, die ohne den Zusatz "kriselndes Unternehmen" auskam. Der Kurznachrichtendienst konnte in diesem Jahr weder die Werbeerlöse kräftig genug ankurbeln, noch das Nutzerwachstum steigern. Mit der Folge, dass im September Übernahmegerüchte laut wurden. Doch keiner der ins Spiel gebrachten Unternehmen - darunter Google, Apple oder Salesforce - zeigten sich ernthaft an Twitter interessiert. Der Newcomer Snapchat hat Twitter in diesem Jahr überholt, etwa in puncto Nutzerzahlen und Video Views. Die gelbe App mit dem Geist hat sich mit ausgeklügelten Werbeprodukten auch für Advertiser schick gemacht und jüngst gar in Hardware investiert.
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Bild: Serviceplan

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5.

Augmented Reality feiert durch Pokémon Go seinen Durchbruch

Das Spiel Pokémon Go avanciert zum Spiele-Hit des Jahres.
Das Spiel Pokémon Go avanciert zum Spiele-Hit des Jahres. (Bild: Niantic Labs)
Es waren schon kuriose Bilder, als im Juli Tausende Smartphone-Nutzer die Düsseldorfer Girardet-Brücke belagerten und sich im Kollektiv auf virtuelle Monsterjagd begaben. Sie spielten das Handy-Game des Jahres: Pokémon Go. Die Brücke an der Kö sorgte tagelang für Ausnahmezustände, musste teilweise für den Straßenverkehr gesperrt werden, sogar Dixi-Klos wurden für die Pokémon-Go-Spieler aufgestellt. Doch viel wichtiger ist: Der (mediale) Hype um das Spiel brachte die zuvor noch eher unbekannte Technologie Augmented Reality (AR) in den Fokus der breiten Öffentlichkeit. Und auch Marketer kamen aus der Deckung und nutzen die computergestützte Realitätserweiterung, um das Markenerlebnis am Point of Sales zu bereichern. Mit Erfolg: In Japan erzielte beispielsweise McDonald’s als offizieller Sponsor des Spiels zum Start im Juli ein Umsatzplus von 27 Prozent.

6.

Samsung erleidet Rückschlag im Rennen mit Apple

Das Galaxy Note S7 kommt mit einem Stylus
Das Galaxy Note S7 kommt mit einem Stylus (Bild: Samsung)
Samsung gegen Apple ist eines der Giganten-Duelle schlechthin - vergleichbar mit McDonald's gegen Burger King, Nike gegen Adidas oder Coca Cola gegen Pepsi. Und eigentlich hatte Samsung zuletzt Oberwasser. Im weltweiten Smartphone-Ranking des Marktforschers Gartner deklassierte der südkoreanische Konzern im 1. Quartal mit 81 Millionen verkauften Geräten seinen Intimfeind Apple (51 Millionen verkaufte iPhones) und alle weiteren Wettbewerber deutlich. Angesichts der zuletzt eher schwachen Bilanz von Apple hätte Samsung nun die einmalige Gelegenheit gehabt, dem kalifornischen iKonzern richtig weh zu tun. Doch der Plan ging sprichwörtlich in Flammen auf. Das Debakel um das brennende Smartphone Galaxy Note 7 zwang das Unternehmen zum Rückruf und Umtausch von 2,5 Millionen Geräten. Das ist nicht nur teuer (Experten beziffern die Kosten auf etwa 1,2 Milliarden Euro). Vor allem das Image des Technologiekonzerns wird darunter leiden - dann vor allem, wenn es um die Positionierung als zuverlässige und innovative Marke geht. Beides Adjektive, mit denen sich Samsung auf seiner Website selbst gern schmückt.


7.

Pixel-Smartphone: Google kann auch Hardware

Das neue Google-Smartphone "Pixel"
Das neue Google-Smartphone "Pixel" (Bild: Markus Mielek/Google)
Google ist eigentlich ein klassisches Software-Unternehmen. Die Devise, zum Beispiel bei Smartphones, war lange Zeit: Firmen wie Samsung entwickelt die Geräte - wir füttern sie mit Programmen. Das der Suchmaschinenriese aber ebenso gut Hardware entwickeln kann, hat der Konzern spätestens in diesem Jahr bewiesen. Die smarte Brille Google Glass floppte vor einiger Zeit noch, das im Herbst diesen Jahres vorgestellte Pixel-Smartphone aber scheint für das Unternehmen zum Erfolg zu avancieren. Das Gadget wurde von Kritikern weitestgehend positiv aufgenommen und wird wegen seiner hochwertigen Verarbeitung gar als iPhone-Konkurrenz betrachtet. Außerdem ist es elementarer Bestandteil des ebenfalls im Herbst vorgestellten Virtual-Reality-Headsets Daydream View, das sich als ernsthafter Wettbewerber zu den VR-Produkten von Sony, Samsung oder HTC positioniert.

8.

Der Smartwatch-Markt kommt noch immer nicht in die Gänge

Apple kann mit seiner Watch keine großen Erfolge verbuchen.
Apple kann mit seiner Watch keine großen Erfolge verbuchen. (Bild: Apple)
Wenn von Smartwatches die Rede ist, dann in der Regel von der Apple Watch. Mit 1,1 Millionen verkauften Geräten ist das Unternehmen von CEO Tim Cook einer Auswertung des Marktforschers IDC zufolge die klare Nummer in diesem Business - mit 41,3 Prozent Marktanteil. Doch auch der so innovative iKonzern hat den Smartwatch-Markt bislang nicht beflügeln können. Im Gegenteil: Ein Absatzeinbruch bei der Apple Watch kurz vor dem Erscheinen eines neuen Modells hatte im dritten Quartal laut Marktforschern im Alleingang das gesamte Geschäft mit Computer-Uhren schrumpfen lassen. Im Bereich "andere Produkte" (Apple weist seine Zahlen zur Watch noch immer nicht gesondert aus) brach der Umsatz um 22 Prozent auf 2,37 Milliarden Dollar ein - was auf den  Absatzrückgang bei der Apple Watch zurückzuführen sein dürfte. Nach Berechnungen von Marktforschern sackten die Verkäufe der Uhr binnen eines Jahres von 3,9 auf 1,1 Millionen Geräte ab.
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