Heimvernetzung Das Smart Home lässt die Deutschen kalt

Mittwoch, 19. April 2017
Smart Home ist in Deutschland noch kein Massenmarkt
Smart Home ist in Deutschland noch kein Massenmarkt
© Fotolia / Redpixel

Das Thema Smart Home wird in nächster Zeit bei den meisten Deutschen keine große Rolle spielen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage der Media-Agentur Mindshare. Demzufolge befassen sich nur zwei bis acht Prozent der Befragten mit dem Gedanken, sich in den nächsten 12 Monaten ein internetgebundenes Haushalts-Gerät wie beispielsweise einen intelligenten Kühlschrank zu kaufen. Der Grund für die fehlende Begeisterung und Nachfrage läge vor allem an der niedrigen Bekanntheit der Smart Home Technik.
Innerhalb der Studienreihe Purple Facts, die sich in regelmäßigen Abständen mit marketingrelevanten Entwicklungen und Trends befasst, wurden vom 22. Februar bis zum 5. März 2017 insgesamt 1049 Menschen befragt. Die 18- bis 69-Jährigen gaben dabei Informationen zum Thema Heimvernetzung an. Mit folgendem Ergebnis: Die Anschlussquote von internetgebundenen Heizungen, Steckdosen oder Rolläden in den Haushalten variiert abhängig vom Gerät lediglich zwischen ein bis sieben Prozent. Selbst der Amazon Dash Button, der im letzten Jahr auf den deutschen Markt kam und viel beworben wurde, setzte sich bislang nicht durch. Nur ein Prozent der Haushalte hat den Knopf installiert, mit dem man auf Druck Waschmittel und Co. nachordern kann.
„Die Industrie hat noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten und muss jetzt mit gezielten Kommunikationsmaßnahmen den Verbrauchern die Vorteile der Konnektivität aufzeigen.“
Klaus Peter Scharpf
Klaus Peter Scharpf
Klaus Peter Scharpf (Bild: Mindshare)
Außerdem kamen in der Befragung die Ängste und Kritikpunkte der Konsumenten zur Sprache. So fürchtet sich beispielsweise fast jeder Zweite vor einer ständigen Abhängigkeit von der Technik. Zudem stehen die hohen Kosten der Komplettvernetzung auf der Contra-Liste, genauso wie die Sorge um den Verlust der eigenen Privatsphäre. Ferner ist die Grundvoraussetzung für Smart Homes nicht überall gegeben, denn in einigen Regionen fehlt die notwendige Breitbandversorgung.

Digital Marketing Days

Das Digital Home ist auch ein Schwerpunkt-Thema bei den Digital Marketing Days, die HORIZONT am 29. und 30. Juni 2017 in Berlin veranstaltet. Bei dem Pflicht-Termin für Digital-Entscheider diskutieren führende Branchenexperten wie Vanessa Bouwman (We Are Social), Jérôme Cochet (Zalando), Martin Wild (Media Markt Saturn), Peter Frolund (HTC Vive) und Ulrike Hefter (Nestlé) darüber, welche Rolle die neuen Disziplinen und Technologien im Marketing spielen und wo die Unternehmen dringend investieren sollten. Jetzt hier anmelden! 

Als Vorteile der Heimvernetzung gelten der höhere Komfort und bessere Kontrolle, die durch Fernsteuerung und Automatisierung entstehen. Zudem weiß ein Viertel der Befragten den Spaß an der neuen Technik zu schätzen. Doch an diesem Punkt wird ein Problem deutlich: Denn neue Innovationen wie Smart Home-Geräte werden überwiegend vond en sogenannten "Early Adopters" genutzt und ausprobiert. Die breite Masse hingegen wartet ab und wägt Vor- und Nachteile ab, bevor sie einen neuen, technischen Schritt wagt. Klaus Peter Scharpf, Managing Director Business Planning bei Mindshare, sieht deswegen die Industrie in der Pflicht, "Aufklärungsarbeit zu leisten" und den Konsumenten die Vorteile von Smart Home-Geräten deutlich zu machen. Um weitere Zielgruppen zu erschließen, seien vor allem Kommunikationsmaßnahmen notwendig.

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Bei anderen Altersgruppen ist das Interesse am Smart Home offenbar größer. So kam der Marktforscher Yougov kürzlich in einer Studie zu dem Ergebnis, dass sich eine Vielzahl an Personen sehr wohl vorstellen kann, im Smart Home zu wohnen. Doch hier wurde eine jüngere Zielgruppe befragt: 18- bis 35-Jährige. So könnten sich die widersprüchlichen Ergebnisse erklären lassen. Denn die Generation Y ist ein technikverbundenes Leben gewöhnt. Die Mindshare-Studie wird dagegen von einer Vuma-Studie gestützt. Die Markt-Media-Studie aus dem Jahr 2016 kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass viele Befragte kein Interesse am Smart Home haben. Diesen und den neusten Erkenntnissen zufolge habe der Markt der Heimvernetzung nur eine sehr geringe Wachstumsdynamik. bre
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