Geiziger Geist? Snapchat will Werbeeinahmen nicht mehr mit Medienpartnern teilen

Mittwoch, 19. Oktober 2016
Snapchat will die Kohle nicht teilen.
Snapchat will die Kohle nicht teilen.
© Colourbox / Snapchat / Montage: HORIZONT
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Snapchat will die Werbeeinahmen aus den Discover-Inhalten nicht mehr mit seinen Medienpartnern teilen. Berichten zufolge denkt CEO Evan Spiegel stattdessen über pauschale Vergütungen für die Publisher nach. Die kompletten Werbeeinnahmen sollen bei Snapchat bleiben.
Bevor Snapchat im Frühjahr 2017 an die Börse gehen möchte, will das soziale Netzwerk offensichtlich die volle Kontrolle über das eigene Werbeinventar. Wie "Recode" berichtet, plant der Konzern seine Medienpartner nur noch mit einer pauschalen Lizenzgebühr zu vergüten, statt - wie bisher - die Anzeigenerlöse mit ihnen zu teilen. In der Discover-Rubrik verkaufen zum einen Publisher selbst und ein eigenes Snapchat-Sales-Team Werbeanzeigen innerhalb der Stories. Die Aufteilung der Erlöse variierte bislang je nach Deal und wer die Anzeigen verkauft hatte. Das neue Abrechnungsmodell von Snapchat wirkt auf den ersten Blick wie ein Schreckensszenario für Publisher, es kann jedoch durchaus Vorteile mit sich bringen. Statt ständig auf Erlöse hoffen zu müssen, können Medien mit diesem neuen Modell nämlich mit garantierten Einnahmen rechnen. Gerade in Deutschland scheint Snapchat Probleme damit zu haben, geeignete Medienpartner zu finden, weil diese hierzulande nach wie vor eher skeptisch sind, ob sich das Bemühen auf der Plattform auch wirtschaftlich lohnt. Vor wenigen Wochen erst startete der Discover-Bereich im Nachbarland Frankreich. In den USA sind bekannte Medienmarken wie CNN,  Vice oder Buzzfeed mit dabei.
Snapchat Profilbild
Bild: Snapchat

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Laut Recode nehmen die US-Medienpartner die neuen Pläne von CEO Spiegel mit gemischten Gefühlen auf. Es gebe Marken, die diesen Schritt begrüßen, andere wiederum würden gerne das alte Modell behalten. Nichtsdestotrotz: Im nächsten Monat will Snapchat seine Pläne in die Tat umsetzen. Entsprechende Ankündigungen seien bereits rausgeschickt worden, heißt es.

Erst Anfang Oktober hatte Snapchat mit einem Update der App den Zorn einiger Publisher auf sich gezogen, weil die Medieninhalte innerhalb der App nicht mehr an oberster Stelle angezeigt wurden, sondern unter die Stories der eigenen Freunde versteckt wurden. ron
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