DLD US-Marketingprofessor Galloway fordert Aufspaltung der großen Tech-Konzerne

Montag, 22. Januar 2018
Scott Galloway beim DLD München
Scott Galloway beim DLD München
© Picture Alliance / Andreas Gebert
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Die Forderungen nach einer Zerschlagung der großen Tech-Plattformen mehren sich. Nach ZDF-Chefredakteur Peter Frey fordert nun auch der bekannte New Yorker Professor Scott Galloway eine Aufspaltung von Google, Apple, Amazon und Facebook. Diese hätten mittlerweile eine Größe erreicht, die echten Wettbewerb verhindert. Seine Forderung: Der Staat müsse die großen Tech-Konzerne aufspalten, um wieder für mehr Konkurrenz zu sorgen. 

"Wir sollten diese großen Tech-Konzerne aufbrechen", sagte der Marketingprofessor in einem Gespräch mit FAZ.NET am Rande der Konferenz DLD in München. Google und Facebook hätten auf dem Online-Werbemarkt eine dominierende Stellung, Apple und Amazon hätten auf ihren Märkten ebenfalls eine enorme Marktmacht. Ein weiteres Indiz für ihre herausgehobene Marktposition sei der Börsenkurs der "Großen Vier". Den Unternehmen selbst sei dabei gar kein Vorwurf zu machen, so der renommierte Hochschullehrer. "Sie versuchen, so viel Geld zu verdienen wie möglich und wirtschaftlich so erfolgreich zu sein wie möglich - das ist ihr Job." 

Allerdings leide der Wettbewerb unter der Dominanz der großen Tech-Konzerne. In der Vergangenheit habe der Staat bei solchen Monopol-Stellungen bereits mehrfach eingegriffen - etwa bei Ölkonzernen oder in der Telekommunikationsbranche. 

Dass ein Mehr an staatlicher Regulierung die Tech-Riesen in ihre Schranken weisen kann, glaubt Galloway nicht. "Das würde mehr staatliche Stellen bedeuten, die nachher nicht mehr abgeschafft werden und ich bin kein Freund einer immer weiter aufgeblähten Verwaltung." Aus marktwirtschaftlicher Sicht sei eine Aufspaltung die bessere Alternative. "Um das noch einmal herauszuheben: Wir sollten sie nicht aufspalten, weil sie 'böse' sind, oder durch ihre Innovationen andere Unternehmen ausstechen oder Märkte durcheinanderwirbeln – das haben alle innovativen Unternehmer getan und das sollen sie auch. Wir sollten sie nun aufbrechen, weil wir Kapitalisten sind", so der Professor der New Yorker Stern School of Business. 

Erst vergangene Woche hatte 
auch ZDF-Chefredakteur Peter Frey beim Deutschen Medienkongress eine Zerschlagung der großen Internet-Plattformen gefordert. Diese würden Hass, Häme und Gewalt in der Gesellschaft begünstigen. Dabei hatte Frey ähnlich argumentiert wie Galloway und auf die großen Eisenbahnkartelle der 1920er Jahre verwiesen. dh

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