Crowdfunding-Pleite 360-Grad-Kamera-Bauer Panono ist insolvent

Freitag, 19. Mai 2017
Panono stellt eine 360-Grad-Kamera her
Panono stellt eine 360-Grad-Kamera her
Foto: Panono
Themenseiten zu diesem Artikel:

Kamera Panono Insolvenzverfahren Companisto


Das Berliner Kamera-Startup Panono ist insolvent. Der Hersteller der gleichnamigen 360-Grad-Kamera hat am Mittwoch in Berlin Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.
Fast drei Millionen US-Dollar hat das Berliner Startup Panono insgesamt eingesammelt – und war eine Zeitlang ein gehypter Star am Crowdfunding-Himmel. Zuerst wurde vor mehr als drei Jahren auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo ein Rekord für das am höchsten finanzierte Projekt geknackt. Dort kamen mit 1,25 Millionen US-Dollar knapp 300.000 US-Dollar mehr zusammen als geplant. Anschließend wurden bei Companisto weitere 1,7 Millionen US-Dollar eingesammelt. Mit der geplanten 360-Grad-Kamera gab es aber Probleme. Jetzt ist Panono insolvent. Geplant war ursprünglich eine rund elf Zentimeter große und rund 480 Gramm schwere 360-Grad-Kamera in der Form eines Balls. Damit sollten sich während eines Wurfs oder auf einem Stativ oder Stick Panoramen aufnehmen lassen. Zur Erstellung von Kugelpanoramen verfügte die Kamera über 36 fest eingebaute Kameramodule, die per Auslöseknopf oder mobile App gleichzeitig ausgelöst werden sollten. Die automatische Zusammensetzung des Kugelpanoramas mit einer Auflösung von 108 Megapixeln hätte über einen Webserver funktionieren sollen.

Bei der Produktion der Kamera gab es allerdings Probleme, die zu erheblichen Verzögerungen und darauffolgenden Nutzerbeschwerden führte, wie Gründerszene.de schon im März 2016 berichtete. Demnach hatten die Startup-Gründer mit der komplexer als erwarteten Produktion zu kämpfen – zudem sei der Zeitaufwand höher als erwartet gewesen. Zwar seien Panono-Kameras ab September 2015 ausgeliefert worden, allerdings seien diese nicht bruchsicher, wie zuerst versprochen. Die Kameras müssten nach dem Hochwerfen wieder aufgefangen werden, hieß es damals von Panono.

Vor dem Amtsgericht Charlottenburg hat die Panono GmbH laut einer Öffentlichen Bekanntmachung am Mittwoch die "Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen" beantragt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Torsten Martini bestellt. Im Panono-Shop ist die Kamera noch zu haben – zum Preis von 2.140,81 Euro.


Dieser Beitrag erschien zuerst bei t3n
Meist gelesen
Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere diese.
stats