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AWS-Chef Andy Jassy gestern auf der "re:invent"
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Cloud-Geschäft Amazon öffnet KI-Anwendungen für Entwickler

AWS-Chef Andy Jassy gestern auf der "re:invent"
Amazon öffnet sich für externe Entwickler: Der E-Commerce-Riese kündigte gestern in Las Vegas an, eine offene Plattform für Künstliche Intelligenz starten zu wollen, zu der auch Entwickler außerhalb des eigenen Unternehmens Zugang haben sollen.
von Giuseppe Rondinella, Donnerstag, 01. Dezember 2016
Bislang waren nur sehr wenige Entwickler in der Lage gewesen, Apps zu entwickeln, die mit Künstlicher Intelligenz funktionieren. Zu hoch sind nach wie vor die Datenberge, die es dafür zu managen gilt. Zu speziell ist das Wissen über maschinelles Lernen und neuronale Netzwerke, das sich Entwickler aneignen müssen. Um dennoch vielen interessierten Entwicklern die Möglichkeit zu geben, an KI-Anwendungen zu basteln, hat Amazon die Infrastruktur seiner AWS-Cloud mitsamt der Deep-Learning-Technologie und einigen Algorithmen geöffnet, zu der nun jeder Zugriff haben soll. Auf der firmeneigenen Veranstaltung "re:invent" erklärte gestern Andy Jassy, Chef der Cloudsparte Amazon Web Services (AWS), mit welchen drei Technologien nun auch externe Entwickler tüfteln dürfen. Zum einen wird der Bilderkennungsdienst "Rekognition" für alle geöffnet, der - ähnlich wie bereits entsprechenden Angebote von Google oder Microsoft - Objekte und Szenerien auf Bildern erkennen kann.

Der zweite Service heißt "Amazon Polly" und ist ein Tool, das geschriebenen Text mit der Hilfe von maschinellem Lernen in Sprache umwandelt. Um zu zeigen, wie ausgereift das Tool bereits ist, führt AWS-CEO Jassy ein Beispiel heran: Das Wort "live" in den Sätzen "I live in Seattle" und "Live from New York" werde zwar identisch geschrieben, aber unterschiedlich ausgesprochen. Polly sei in der Lage, diese Unterschiede zu erkennen. Das Tool ist in 24 Sprachen verfügbar. Die dritte und für viele Entwickler wohl spannendste Anwendung ist aber "Lex", die Technologie hinter der Spracherkennungs-Software Alexa. Sie ist unter anderem in Amazons smartem Lautsprecher Echo integriert. Mit "Lex" können Entwickler beispielsweise Chatbots oder andere interaktive Sprach-Apps bauen. "Eure Bots können Informationen bereitstellen, die Arbeitsaktivitäten modernisieren oder als Kontrollmechanismus für Roboter, Drohnen und Spielzeuge fungieren", sagte Jassy.

Amazon bandelt derzeit aber nicht nur mit Entwicklern an, sondern auch mit Geschäftskunden. Diesen will der E-Commerce-Riese mit einer besonderen Aktion den Datentransport in die AWS-Cloud erleichtern: nämlich mit einem eigenen Fahrzeug namens "Snowmobile". Der 14 Meter lange, drei Meter breite und 2,5 Meter hohe Truck bietet dem Unternehmen zufolge Platz für bis zu 100 Petabytes (1Petabyte = 1000 Terabyte) und holt die Daten direkt beim Kunden ab und lädt sie mit einer Netzwerkverbindung bei einer Geschwindigkeit von einem Terabyte pro Sekunde in den mobilen Speicher.
Amazons Snowmobile
Amazons Snowmobile (Bild: Amazon)
Für Amazon avanciert das Cloud-Geschäft derzeit mehr und mehr zu einem der relevantesten UmsatzbringerDie unter dem Kürzel AWS geführte Cloud-Sparte verbuchte im vergangenen Quartal ein Plus von 55 Prozent und kletterte auf 3,2 Milliarden US-Dollar Umsatz. Der ehrgeizige Konzernchef Jeff Bezos peilt mit AWS einen Jahresumsatz von zehn Milliarden Dollar an. Damit ist Amazon im Cloud-Bereich eindeutig Marktführer. ron

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