Candylabs Wie das Frankfurter Start-up Firmen bei der digitalen Transformation hilft

Freitag, 29. September 2017
Moritz Heimsch, COO bei Candylabs, auf der Start-up-Safari
Moritz Heimsch, COO bei Candylabs, auf der Start-up-Safari
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Moritz Heimsch Transformation Start-up Digitalisierung


Digitale Transformation in etablierten Strukturen: Ein Problem, mit dem sich viele Unternehmen auseinandersetzen müssen. Das Start-up Candylabs möchte sie bei diesem Prozess unterstützen und hat eine Vorgehensweise dafür entwickelt. Im Rahmen der Start-up-Safari, die Candylabs mit veranstaltet, gab Gründer und COO Moritz Heimsch interessierten Teilnehmern einen Einblick in die Denk- und Arbeitsweise in seinem Unternehmen.

Moritz Heimsch gestaltet seinen Vortrag als offenen Dialog. Sandwiches, Wraps und gekühlte Getränke stehen in dem gut gefüllten Raum bereit. Gleich mit der ersten Verkündung überrascht der Gründer die überwiegend männlichen Safari-Teilnehmer: Zu beschreiben, was Candylabs genau ist, sei gar nicht so leicht. "Das ist unsere größte Herausforderung, weil es noch kein Wort für unser Unternehmen gibt", sagt Heimsch. En detail hilft Candylabs insbesondere Konzern- und Mittelstandsunternehmen bei der Digitalisierung nach Lean-Start-up Methoden. Das ist ein Ansatz bei der Unternehmensgründung, bei dem mit möglichst wenig Kapital gegründet wird und die Prozesse schlank gehalten werden.

Ein Ansatzpunkt von Candylabs im Umgang mit Kunden wie Deutsche Bahn oder Fraport ist es, sie zu motivieren, eine Kultur des Scheiterns zu etablieren. Scheitern nicht als Fehler zu sehen, sondern daraus zu lernen. Das sei eigentlich ein ganz natürlicher Vorgang, meint Heimsch. Schließlich habe jeder Mensch als Kleinkind einmal laufen gelernt und es garantiert nicht beim ersten Mal geschafft, doch trotzdem nicht aufgegeben. Doch mit der Zeit verlerne man diese Denkweise.

Im gleichen Zuge empfiehlt der Gründer den Firmen, sich von dem Gedanken zu trennen, das perfekte Produkt entwickeln zu wollen - das gäbe es schlichtweg nicht. Schließlich wandelt sich die Technologie stetig weiter, weshalb das eigene Produkt schnell von einem Mitbewerber überboten werden könne. Deswegen sollten Unternehmen laut Heimsch gleichzeitig und parallel mehrere Wege und Versuche auf einmal wagen und auf diese Weise ständig agil bleiben. Exploration hieße hier das Stichwort.

Generell sollten Unternehmen laut Heimsch nicht ein altes Geschäftsmodell mit neuer Technologie kombinieren, denn das genüge nicht. "Es muss ein neues Geschäftsmodell mit neuer Technologie erfunden werden, damit wirklich eine Innovation entsteht", so der Gründer. Ansonsten steckten Unternehmen immer in dem Kreislauf fest, dass sie ein erfolgreiches Produkt auf den Markt bringen, das dann von einem anderen Produkt eines Mitbewerbers überschattet würde, der die Wertschöpfung abführt. Wer etwas ganz Neues entiwickelt, sei weniger angreifbar. Ein weiterer Schritt auf dem Weg durch die digitale Transformation müsse für Unternehmen laut dem COO sein, die Mitarbeiter interdisziplinär miteinander zu vernetzen. IT-Leute sollten nicht nur untereinander, sondern auch mit Angestellten aus anderen Bereichen wie dem Einkauf kommunizieren, sodass sie sich untereinander inspirieren und kooperieren können. "Außerdem sollte jeder im Unternehmen motiviert werden, seine Ideen einzubringen - auch die Praktikanten", so der Candylabs-Gründer. "Die Ideen der Employees sollte der CEO annehmen, sie kanalisieren und mit seinem Überblick die Richtung vorgeben, in der sie umgesetzt werden."

Darüber hinaus rät Heimsch den Unternehmen, den Wert von Daten anzuerkennen. Dazu zähle zum Beispiel, sich genau zu überlegen, wo und wem man die Daten preisgibt. Seinem Konto gewähre man schließlich auch nicht jedermann Einblick - und der Gründer hält es für sehr wahrscheinlich, dass Daten zukünftig den gleichen Wert wie Geld haben werden. bre

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