Augmented Reality Carl Zeiss und Apple sollen gemeinsam an einer AR-Brille arbeiten

Dienstag, 10. Januar 2017
Der Carl-Zeiss-Konzernsitz in Oberkochen.
Der Carl-Zeiss-Konzernsitz in Oberkochen.
© Carl Zeiss

Im November wurden erste Stimmen laut, nach denen Apple an einer smarten Brille arbeitet. Nun verdichten sich die Gerüchte: Anscheinend hat sich der Konzern aus Cupertino für die Entwicklung einer Augmented-Reality-Brille mit dem deutschen Traditionsunternehmen Carl Zeiss zusammengetan.
Das zumindest will der Technologie-Experte Robert Scoble auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas erfahren haben. In einem Facebook-Posting erklärt der in Cupertino ansässige Amerikaner, dass ihm auf der Messe mehrere Carl-Zeiss-Angestellte das Gerücht bestätigten. Beide Unternehmen würden derzeit an einer Augmented- bzw- Mixed-Reality-Brille arbeiten, die noch in diesem Jahr vorgestellt werden soll. Carl Zeiss war auf der CES mit einem eigenen Stand in einer Augmented-Reality-Halle vertreten, zeigte aber selbst keine solche Anwendung. Gegenüber HORIZONT Online wollte Carl Zeiss das Thema nicht kommentieren. Auch von Apple ist bislang kein Statement vorhanden.
Bei smarten Brillen, die nach dem grandiosen Flop der Google Glass derzeit wieder Hochkonjunktur haben, hat Apple noch einigen Nachholbedarf. Nicht zuletzt Snap, der Mutterkonzern von Snapchat, zeigte in den vergangenen Monaten mit der Kamerabrille "Spectacles", welches Potenzial diese Gadgets vor allem in der jungen Zielgruppe besitzen. Microsoft hat den Markt schon vor einiger Zeit mit seiner Mixed-Reality-Brille Holo Lens betreten, Google präsentierte vergangenes Jahr die VR-Brille Daydream View und auch Samsung und Facebook sind mit eigenen VR-Brillen am Start. Apple hielt sich stattdessen mit einer eigenen smarten Brille bisweilen zurück.
Im November berichtete der für gewöhnlich sehr gut informierte Dienst Bloomberg bereits, dass Apple an einer Brille bastele, die mit einer Augmented-Reality-Funktion auftrumpfen soll. Insidern zufolge soll sich das Gadget kabellos mit dem iPhone verbinden können und Bilder und andere Informationen wie etwa eingehende Nachrichten in das Sichtfeld des Trägers einblenden. Welche weiteren Funktionen oder Besonderheiten das Gerät aufweist, ist bislang noch unklar. Die Brille befinde sich noch in einer frühen Entwicklungsphase und soll laut Bloomberg, anders als Technik-Experte Scobel vermutet, erst 2018 auf den Markt kommen - wenn überhaupt. Apple sei aber bereits mit Lieferanten im Gespräch und habe Bestellungen für ein solches Gadget aufgegeben.

Eine AR-Brille wäre der logische nächste Schritt, wenn man einen Blick auf die vergangenen Zukäufe von Apple schaut. 2013 kaufte der Konzern das Unternehmen PrimeSense, das bereits die Bewegungssensorik für Microsofts Xbox Kinect entwickelte. 2015 und 2016 wurden zudem die Software-Start-ups Metaio und Flyby Media übernommen. Nicht zu vergessen: Weil die iPhone-Absätze immer weiter schrumpfen, verfolgt Apple derzeit die Strategie, neue Produkte um das Erfolgshandy herum zu positionieren - wie etwa iCloud, Smart-Home-Anwendungen oder die Smart Watch. Eine smarte Brille würde in diese Reihe passen. ron
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