Adtech Adjust expandiert in weltweit größten Smartphone-Markt China

Mittwoch, 03. Mai 2017
Die Gründer von Adjust
Die Gründer von Adjust
© Adjust

Der deutsche App-Analyst Adjust hat heute die Expansion nach China verkündet, dem weltweit größten Smartphone-Markt. Das Berliner Start-up, das bereits fünf Jahre nach der Gründung Gewinne in Millionenhöhe erwirtschaftet und in der Adtech-Szene als Börsenkandidat gehandelt wird, will in Fernost künftig 30 Prozent der Einnahmen generieren.

Adjust hatte den Markteintritt in China in den vergangenen zwei Jahren vorbereitet und teils mit bürokratischen Hürden zu kämpfen. Vor allem die strikten chinesischen Internet-Beschränkungen bereiteten dem Unternehmen Schwierigkeiten, doch nun haben sich die Berliner offenbar erfolgreich anpassen können. Erstmals ist Adjust in der Lage, eine vollständige Messung von Mobile-Ad-Kampagnen, App-Nutzungsverhalten und Appstore-Performance innerhalb Chinas anzubieten.

Gegründet wurde Adjust vor fünf Jahren von Paul H. Müller, Christian Henschel und Manuel Kniep. Das Geschäftsmodell: Mit einer eigenen Technologie, die vom User quasi huckepack mit der jeweiligen App heruntergeladen wird, App-Insights verkaufen. Und die Nachfrage bei den Marketiers ist weltweit riesig. Jeden Monat verarbeitet und analysiert Adjust monatlich eigenen Angaben zufolge mehr als zwei Petabyte (2000 Terabyte) Datenmaterial von circa 22.000 Apps auf mehr als 1,8 Milliarden mobilen Endgeräten. Große App-Anbieter wie SpotifyUniversal Music, Lidl und die Telekom, die erst vor kurzem die Zusammenarbeit mit Adjust auf Gesamt-Europa ausgeweitet hat, nutzen die Dienstleistung.

Adjust reagiert mit dem Vorstoß in China auf das Wachstum im weltweit größten Smartphone-Markt. Jedes Jahr steigt dort die Anzahl der Smartphone-Nutzer um mehr als 50 Millionen - heute sind es 600 Millionen. Bereits jetzt kommen zehn Prozent des Umsatzes von Adjust aus China, allerdings von App-Entwicklern, die Adjust für Analysen von Marketingkampagnen im Ausland und nicht für den Binnenmarkt nutzten. Mit der aktualisierten Plattform werden Unternehmen künftig in der Lage sein, Adjusts Technologie auch für Kampagnen innerhalb Chinas zu implementieren.

Und weil die Berliner mit diesem vollständigen Service eigenen Angaben zufolge ohne Konkurrenz im chinesischen Markt sind, prognostiziert das Start-up eine Verdreifachung der Umsätze auf bis zu 30 Prozent innerhalb der nächsten zwölf Monate. Gegenüber HORIZONT Online rechnet Adjust-CEO Christian Henschel vor, im nächsten Jahr 20 Millionen Euro allein in China zu erwirtschaften. "Der chinesische Mobile-Markt birgt aufgrund seiner enormen Nutzerzahlen ein enormes Potenzial für Apps weltweit", begründet Henschel.

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Innerhalb Asiens erklärt Adjust China nun zum Fokusmarkt. "Die Partnerschaften, die wir in China seit dem Start in Peking und Shanghai im Jahr 2014 entwickelt haben, fokussierten sich bislang lediglich auf Kampagnen außerhalb von China. Während der Zusammenarbeit wurde uns klar, dass chinesische Entwickler für ihre inländischen Kampagnen ebenfalls eine hoch qualitative Messplattform benötigen", begründet Shawn Bonham, Chief Revenue Officer in der APAC-Region. Kooperationen bestehen unter anderem mit WeChat, Tencent, Mobvista und YeahMobi.

Erst Ende vergangenen Jahres hatte sich das Berliner Start-up, das in der Adtech-Branche als heißer Börsenkandidat gehandelt wird, im US-amerikanischen Markt breit gemacht und in Übersee die Mitarbeiterzahl verdreifacht sowie die Standorte in San Francisco und New York ausgebaut. Zudem konnten die Adtech-Spezialisten Top-Manager von Wettbewerbern wie AppsFlyer abwerben. Das israelische Start-up gilt neben dem US-Unternehmen Tune als einer der wichtigsten Konkurrenten von Adjust und konnte vor einigen Monaten in einer Finanzierungsrunde 56 Millionen US-Dollar einsammeln. Zu den neuen Geldgebern gehört auch die Deutsche Telekom. ron

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