Accenture-Studie Deutschland hinkt bei Sprachassistenten hinterher

Montag, 27. Februar 2017
Noch sind freistehende Sprachassistenten wie Amazon Echo ein Nischenphänomen
Noch sind freistehende Sprachassistenten wie Amazon Echo ein Nischenphänomen
© Amazon

Digitale Sprachassistenten zählen derzeit zu den wichtigsten Technologietrends. Auch in Deutschland nutzen immer mehr Verbraucher die Dienste der digitalen Helferlein. Im Vergleich zu asiatischen Ländern hinkt Deutschland bei der Nutzung von Sprachassistenten allerdings weit hinterher. Das geht aus der Studie "Dynamic Digital Consumer" der Unternehmensberatung Accenture hervor. 
Während hierzulande 28 Prozent der Internetnutzer auf Smartphones und Tablets vorinstallierte Sprachassistenten wie Siri nutzen, liegt der entsprechende Anteil in China bereits bei 57 Prozent. In Indien nutzen 55 Prozent Sprachassistenten, in den USA sind es immerhin 36 Prozent.  Accenture wollte auch wissen, was Nutzer an Sprachassistenten und Chatbots im Gegensatz zu menschlichen Servicemitarbeitern besonders schätzen. 84 Prozent gaben an, dass sie vor allem die ständige Verfügbarkeit der digitalen Dienstboten gut finden, außerdem seien Chatbots weniger voreingenommen (68 Prozent), geben schneller die gewünschten Antworten (68 Prozent) und sind nach Ansicht der Nutzer zudem freundlicher (64 Prozent). In Deutschland bevorzugen allerdings 52 Prozent der Befragten den Kontakt mit einem echten, also menschlichen Mitarbeiter. 12 Prozent sprechen lieber mit einem Chatbot, 36 Prozent haben keine klare Präferenz. 

"Sprachassistenten und Künstliche Intelligenz sind die beiden großen Technologietrends der nächsten Zeit. Dieses Jahr werden beide Technologien ihren Durchbruch im Massenmarkt erleben", erwartet Jürgen Morath, Geschäftsführer für den Bereich Communications, Media and Technology bei Accenture Strategy. "Viele Geräte – vom Smartphone bis zur Spülmaschine – werden zukünftig solche intelligenten Sprachassistenten nutzen, um dem Nutzer eine noch intuitivere Steuerung zu ermöglichen." 

Freistehende Sprachassistenten wie Amazons smarter Lautsprecher Echo sind in Deutschland allerdings noch ein Nischenphänomen. Erst sechs Prozent der Befragten planen die Anschaffung eines solchen Geräts. Die Nachfrage nach Smartphones ist dagegen ungebrochen: 52 Prozent der Befragten gaben an, sich in diesem Jahr ein neues Mobiltelefon zulegen zu wollen - im Vorjahr waren es 47 Prozent. Die wichtigsten Treiber des globalen Smartphone-Marktes sind allerdings die Milliardenmärkte China und Indien: Im Reich der Mitte planen 74 Prozent den Kauf eines neuen Smartphones, in Indien sind es sogar 79 Prozent. 

In Deutschland erfreuen sich auch Tablets nach wie vor großer Beliebtheit: Knapp jeder Vierte (23 Prozent) will sich in diesem Jahr ein neues Tablet kaufen, 14 Prozent einen E-Book-Reader. Deutlich geringer ist das Interesse an Wearables: 9 Prozent wollen sich eine Smartwatch zulegen, 5 Prozent eine VR-Brille und lediglich 4 Prozent ein Fitnessarmband. 

Für die Studie befragte Accenture insgesamt 26.000 Verbraucher zwischen 14 und 55 Jahren in 26 Ländern weltweit. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Online-Nutzer des jeweiligen Landes. In Deutschland wurden rund 1000 Verbraucher befragt. Die komplette Studie ist auf der Website Accenture.com verfügbar. dh
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