"AR ist eine Kerntechnologie" Apple-Chef Tim Cook befeuert Gerüchte um Augmented-Reality-Brille

Montag, 13. Februar 2017
CEO Tim Cook bei der Präsentation von Apple Pay
CEO Tim Cook bei der Präsentation von Apple Pay
© Foto: Apple

Kommt sie oder kommt sie nicht? Einige Branchen-Insider vermuten schon länger, dass Apple in diesem Jahr eine Augmented-Reality-Brillen vorstellen wird. Auf seiner Europareise hat sich Apple-Chef Tim Cook in Großbritannien nun  ein weiteres Mal für den Einsatz dieser Technik ausgesprochen - will aber nicht nicht verraten, woran der Konzern konkret arbeitet.

Seit einigen Tagen tourt Apple-Chef Tim Cook bereits durch Europa, besuchte am Dienstag in Deutschland etwa zum ersten Mal die Firma Dula aus dem Münsterland. Das Familienunternehmen produziert die Möbel für alle Apple Stores in Europa. Ende der vergangenen Woche machte Cook schließlich in Großbritannien Halt, wo er im Interview mit "The Independent" eine Lanze für die AR-Technologie brach: "Anders als Virtual Reality, schließt AR den User nicht von der Außenwelt ab, sondern erlaubt ihm, in der Welt präsent zu sein." Die meisten Nutzer hätten zudem kein Interesse daran, sich für längere Zeit "von der Welt auszusperren", so Cook.

Cook geht sogar noch weiter und vergleicht AR mit der wohl größten Technik-Revolution der vergangenen Jahre: dem Smartphone: "Ich betrachte AR wie das Silizium in meinem iPhone. Es ist per se kein Produkt, sondern eine Kerntechnologie. Aber bevor eine Technik gut genug ist für den Mainstream, muss sie gut erforscht werden." Aber Cook ist optimistisch: "Ich denke, es kann viele Anwendungen geben, die den Menschen im alltäglichen Leben helfen können. Deshalb bin ich so gespannt auf diese Technologie."
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© picture alliance / AP Photo / Pablo Martinez Monsivais

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Cook will zwar nicht verraten, an welchen AR-Produkten Apple konkret arbeitet, Branchen-Insider gehen aber davon aus, dass der Konzern eine AR-Brille in diesem Jahr vorstellen wird. Anscheinend hat sich der Konzern aus Cupertino für die Entwicklung einer Augmented-Reality-Brille mit dem deutschen Traditionsunternehmen Carl Zeiss zusammengetan. Das zumindest will der Technologie-Experte Robert Scoble auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas erfahren haben.

Bei smarten Brillen, die nach dem grandiosen Flop der Google Glass derzeit wieder Hochkonjunktur haben, hat Apple noch einigen Nachholbedarf. Nicht zuletzt Snap, der Mutterkonzern von Snapchat, zeigte in den vergangenen Monaten mit der Kamerabrille "Spectacles", welches Potenzial diese Gadgets vor allem in der jungen Zielgruppe besitzen. Microsoft hat den Markt schon vor einiger Zeit mit seiner Mixed-Reality-Brille Holo Lens betreten, Google präsentierte vergangenes Jahr die VR-Brille Daydream View und auch Samsung und Facebook sind mit eigenen VR-Brillen am Start. Apple hielt sich stattdessen mit einer eigenen smarten Brille bisweilen zurück.

Eine AR-Brille wäre der logische nächste Schritt, wenn man einen Blick auf die vergangenen Zukäufe von Apple schaut. 2013 kaufte der Konzern das Unternehmen PrimeSense, das bereits die Bewegungssensorik für Microsofts Xbox Kinect entwickelte. 2015 und 2016 wurden zudem die Software-Start-ups Metaio und Flyby Media übernommen. Nicht zu vergessen: Weil die iPhone-Absätze immer weiter schrumpfen, verfolgt Apple derzeit die Strategie, neue Produkte um das Erfolgshandy herum zu positionieren - wie etwa iCloud, Smart-Home-Anwendungen oder die Smart Watch. Eine smarte Brille würde in diese Reihe passen. ron

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