Lisa Körtke, achtung!

Lisa Körtke, achtung!

Social Media 5 praktische Tipps, wie Marken eine Instagram-Community aufbauen können

Mittwoch, 21. September 2016
Instagram wird fürs Marketing immer wichtiger. Doch welche Regeln müssen Marken beachten, um auf der Plattform erfolgreich zu sein? Lisa Körtke, Content Manager und Instagram Specialist bei der Kommunikationsagentur achtung!, gibt in ihrem Gastbeitrag 5 Tipps.

Visitenkarten gehören oft zu den ersten Schritten, wenn geschäftliche Beziehungen entstehen. Doch die kleinen Pappkarten werden jetzt abgelöst: Denn die neue Visitenkarte von Marken ist digital und heißt Instagram.

Als Marke ist es heute wichtiger denn je, auf der sozialen Plattform Präsenz zu zeigen. Warum? Die 2010 gelaunchte App hat neben visueller Inspiration die Funktion eines Stadtbummels eingenommen und beeinflusst so mittlerweile 500 Millionen aktive Nutzer in ihrer Kaufentscheidung. Deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass die Hälfte aller Marken auf Instagram aktiv sind – wenn man sich nur die Top 100 Marken weltweit anschaut, sind es sogar 90 Prozent. Und Marken sind ziemlich beliebt auf der Plattform: 50 Prozent der User folgen Marken auf Instagram – somit ist es das Netzwerk, auf dem es am wahrscheinlichsten ist, dass Nutzer mit Marken in Kontakt treten.

Marken, die bisher nur auf Facebook interagiert haben, können über Instagram durchaus neue Zielgruppen erreichen und jenseits ihrer Stamm-User auf Fans stoßen. Außerdem hat die visuell getriebene Plattform einen weiteren Vorteil: Die Engagementrate ist rund 10 mal höher als auf Facebook! Das heißt: Die Instagram-User liken und kommentieren den Content häufiger und intensiver als auf Facebook.

Doch aller Anfang ist schwer. Wenn Marken auf Instagram starten, sind diese trotz ihrer zuweilen großen Followerschaft auf anderen sozialen Kanälen ein Instagram-Neuling und müssen sich hier ihre Fangemeinde erst einmal aufbauen. Hier sind daher fünf Tipps, wie Marken User auf sich aufmerksam machen können:

1.

Content als Scroll-Stopper

Jede Sekunde werden rund 730 Fotos bei Instagram hochgeladen – da gilt es, sich zu beweisen. User werden täglich Hunderten von Bildern ausgesetzt und vor die Wahl gestellt: Höre ich für dieses Bild auf weiter zu scrollen, gefällt es mir oder gefällt es mir nicht, schreibe ich einen Kommentar unter das Bild? Je mehr der Content die Nutzer also dazu anregt, ihn zu liken oder zu kommentieren, desto besser – aber wie sieht so ein visuell beeindruckender Content aus? Es gibt kein Patentrezept für DEN besten Content, jedoch sollte er folgende Eigenschaften haben, um potenziell erfolgreich zu sein: kreativ, aktivierend und vor allem authentisch! Gerade das letzte Charakteristikum ist für Instagram-Content wichtig: die User suchen nämlich nicht nach dem perfekt inszenierten oder gephotoshopten Bild, sondern nach Content, der nach einer Momentaufnahme aussieht.

Ziemlich gut macht das National Geographic auf seinem Instagram Channel mit überwältigenden Natur- und Tieraufnahmen. Content, der inspiriert, aber nicht so aussieht, als ob er für ein Magazin fotografiert wurde – diese Bildsprache funktioniert auf Instagram. Was Content außerdem zu einem Scroll Stopper machen kann, ist das Unerwartete oder Unterhaltende. Ein lustiges Video, ein cooler Slogan, ein raffiniert in Szene gesetztes Produkt – jedes Content-Piece hat das Potenzial zu begeistern, solange es Charme hat! 

2.

Eigenes Engagement sorgt für Fan-Engagement

Zu einer guten Beziehung gehören immer zwei aktive Parts – genau so läuft es auch bei Instagram. Die Follower-Marken-Beziehung muss eine wechselseitige sein, sonst kann die Community nicht wachsen. Durch Liken und Kommentieren der Beiträge von Usern bekommt ein Marken-Channel einen persönlichen Touch und die Marke zeigt: Wir sehen euch und eure Beiträge und zeigen euch das auch! Indem sich eine Marke verhält, wie jeder andere User auch - heißt: in Gespräche einsteigt, Beiträge liked und kommentiert - zeigt sie Interesse an ihrer Community und signalisiert, dass sie an einem aktiven Austausch interessiert ist. Gerade zu Beginn kann hier das 5-2-1 Prinzip helfen, um neue Follower zu bekommen: 5 Beiträge eines anderen Accounts liken, 2 Kommentare hinterlassen und im Gegenzug mindestens einen neuen Follower erhalten. Es bringt jedoch nichts, einmal im Monat zehn Minuten auf das Community Management zu verwenden. Der Austausch mit den Followern sollte auf täglicher Basis geschehen, nur so kann eine Marke auf Instagram wachsen.

3.

Alle Möglichkeiten der App ausnutzen

Wie bereits erwähnt: Instagram ist die neue Visitenkarte einer Marke und welche Eigenschaften sollte eine gute Visitenkarte haben? Richtig! Sie sollte alles Wichtige enthalten. Instagram sagt einem ziemlich genau, welche Infos für ein vollständiges Profil benötigt werden: Profilnamen, Username, Webseite, Biografie, Profilfoto. Sind diese Basics ausgefüllt, ist die Marke schon einmal gut auffindbar und erkennbar für die User. Neben diesen Angaben hat die App auch noch weitere Eigenschaften, die User für sich nutzen können. Die Funktionen, die Instagram von Hause aus hat, sind simpel, aber wirkungsvoll. Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, seine Uploads mit einem Standort zu versehen, um zu zeigen, wo das Foto oder das Video aufgenommen wurde. Es ist ein Klick, der große Auswirkungen hat, denn Posts mit Standortangaben erzielen  79 Prozent mehr Engagement.

Und auch die Macht von Hashtags sollte man nicht unterschätzen. Das Hauptcharakteristikum von Instagram ist bekanntermaßen das Verschlagworten von Content mit Hilfe von Hashtags. Diese helfen tatsächlich dabei, neue Follower zu gewinnen. Hier gilt nicht immer: Viel hilft viel. Hashtags sollten sinnvoll eingesetzt werden und auch in Zusammenhang mit dem Dargestellten stehen – die Community bestraft „over hashtagging“ als Spam ab. Eine weitere sinnvolle Funktion ist das Taggen von anderen Accounts über @-Mentions: Andere Marken oder Personen können entweder in der Copy oder auf dem Bild verlinkt werden und so sichtbar für andere gekennzeichnet werden. Vorteil: So werden die Follower der verlinkten Accounts auf den eigenen Channel aufmerksam und zu potenziellen neuen Followern. Posts mit @-Mentions erhalten außerdem im Schnitt 56 Prozent mehr Engagement als ohne Verlinkung.

4.

Vom Zaungast zur Hauptrolle

User folgen einer Marke, weil sie sich mit ihr identifizieren können und die Marke ein Teil ihres Lifestyles ist. Marken tun nicht schlecht daran, ihre Follower im Umkehrschluss auch zu einem Teil ihrer Marken zu machen. Stichwort User-Generated-Content (UGC). Content zu nutzen, der von Instagram-Usern produziert wurde, lässt sich gut einsetzen, um mit ihm den eigenen Content-Pool zu füllen, außerdem steigert es die Glaubwürdigkeit einer Marke. Rund 86 Prozent der Millenials sagen, das UGC ein positiver Indikator für die Qualität einer Marke sei. Gerade für Marken, die Produkte vertreiben, hat UGC den Charakter einer Weiterempfehlung von Konsument zu Konsument. Denn die ehrliche Meinung von Konsumenten hat einen weitaus überzeugenderen Charakter als markeneigener Content. Aber wie kommt man als Marke an diesen Content? Instagram einfach nach bestimmten Hashtags durchstöbern oder die Bilder nutzen, auf denen die Marke verlinkt wurde und über eine der zahlreichen Repost-Apps auf dem eigenen Channel veröffentlichen. Eine weitere Möglichkeit, an User-Generated-Content zu kommen ist die direkte Aufforderung an die Follower, bestimme Fotos hochzuladen, die Marke zu verlinken oder einen vorher definierten Hashtag zu verwenden und dann die besten oder kreativsten Uploads zu reposten. UGC steigert nicht nur die Authentizität einer Marke, sondern macht sie zudem nahbarer.

5.

Relevanz ist der Schlüssel zum Erfolg

Einmal ist kein Mal!  Es reicht nicht, einmal guten Content zu veröffentlichen und dann darauf zu hoffen, dass ihn möglichst viele User gut fanden und der Marke dann folgen. Follower wollen bei Laune gehalten werden und das vor allem regelmäßig! Es sollte normal sein, mindestens einen Post pro Tag abzusetzen, und zwar auf einem qualitativ gleichbleibenden Level.

Neben dem täglichen Content tun Marken außerdem gut daran, auf aktuelle Themen aufzuspringen und so genannte Real Time Communication zu betreiben. Wenn Trends oder Ereignisse im sozialen Netz spontan zu einem Gesprächsthema werden, können Marken dies von Zeit zu Zeit für die eigene Kommunikation nutzen. Sie zeigen damit nicht nur, dass sie am Puls der Zeit sind, sondern können den vorhandenen Buzz um das Thema nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Im besten Fall wird ein Instagram-Post draus, der viral geht. So geschehen bei Lego: Anfang 2015 entbrannte eine riesen Diskussion um ein Kleid, da sich niemand sicher war, ob es schwarz/blau oder weiß/gold ist. Der Spielzeug-Gigant hat mit einem eigenen Post zu der Debatte den Buzz geschickt genutzt und für einen Lacher gesorgt.

Was neben dem täglichen und aktuellen Content jedoch nie außer Acht gelassen werden darf, ist die inhaltliche Relevanz für die Follower. Die Inhalte, die auf dem Marken-Channel veröffentlicht werden, sollten immer einen Mehrwert für die Community haben und die User thematisch abholen. User folgen einer Marke, weil sie sich bestimmte Inhalte von ihr erwarten, daher sollten markenfremde Themen vermieden werden.

EXTRA-TIPP

Im August hat Instagram sein neues Feature gelauncht: Stories. Die Funktion, mit der die Nutzer ihre eigenen Kurzgeschichten auf Instagram veröffentlichen können, die nach 24 Stunden wieder verschwinden, erinnert stark an Snapchat. Allerdings hat diese „Copycat“ einen Vorteil: Als Unternehmen hat man bereits eine bestehende Reichweite auf Instagram aufgebaut. Das heißt: Die Follower, die bereits bestehen, bekommen die Stories automatisch ausgespielt – sie müssen nicht neu akquiriert werden, wie bei Snapacht. Für Marken ist es ein authentisches neues Content-Format, mit dem aus der perfekt inszenierten Instagram-Welt ausgebrochen und den Followern ein ehrlicher Einblick in die Marke gegeben werden kann. Definitiv ein Feature, dass Marken für sich nutzen sollten!

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