Thomas Weigel, Powersnap

Thomas Weigel, Powersnap

Instagram & Facebook als Vorbild 8 Funktionen, die Snapchat 2017 einführen sollte

Montag, 23. Januar 2017
Hebt Snapchat im Jahr des Börsengangs so richtig ab? Diese Frage umtreibt kurz vor dem IPO neben Börsianern freilich auch die Nutzer. Aus Sicht von Thomas Weigel muss die Muttergesellschaft Snap Inc. noch einige Hausaufgaben erledigen. Der Social-Media-Experte nennt in seinem Gastbeitrag acht Todos, die Snapchat in diesem Jahr angehen sollte. 
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Facebook und Instagram haben im Jahr 2016 mit vielen großen Updates bewiesen, dass „kopieren“ eine legitime Strategie ist, um erfolgreich zu sein. Um Snapchat ist es derweil ruhiger geworden, sodass viele Marketer Instagram im öffentlichen Diskurs bereits zum Sieger küren. Doch hat Instagram die App aus Venice wirklich abgehängt? Snapchat ist eine sehr gut integrierte Kommunikations-App, die das eigenen Potential noch lange nicht ausgeschöpft hat. Nach dem IPO wird Snapchat exponentiell wachsen müssen. Und wie schafft man das? Über Netzwerk- und Log-In-Effekte. Die wichtige Frage lautet, wie erzeugt man diese Effekte? Die neue Snapchat-Suche ist dabei genau einer der richtigen, wichtigen Schritte, um durch ein verbessertes Nutzererlebnis für ein breiteres Publikum interessant zu werden und so das Wachstum exponentiell zu steigern. Dabei kann sich Snapchat ein paar wesentliche Social-Media-Funktionen von Facebook und Instagram abgucken.

1.

Snapchat-Suche

Aktuell muss der exakte Nutzername des Snapchat-Users bekannt sein oder der Snapghost durch einen Scan oder Screenshot verbunden werden. Dass man dabei den exakten Namen eintippen muss, um das richtige Profil zu finden, nervt. Genau wie die Suche nach Snapchat-Accounts über Google oder Snapchat Onlineverzeichnisse. Es wäre viel einfacher, wenn Snapchat eine Liste von Suchergebnissen mit Nutzerprofilen, Markenprofilen und Publisherprofilen anzeigen würde. Die ist vor allem hilfreich, wenn der Nutzername nicht bekannt ist oder ein Tippfehler passiert. Mit dem Rollout der neuen Suche wird hier hoffentlich ein großer und wesentlicher Schritt in die richtige Richtung User-Freundlichkeit gegangen. Wir werden sehen, was die neue Suche kann.

2.

Empfehlungen von Snapchat-Accounts

Snapchat arbeitet bereits intensiv an den Empfehlungen innerhalb der App. Aktuell liegt der besondere Fokus auf Empfehlungen von eigenen Kontakten aus dem Telefonbuch. Der Nutzer sieht, welche seiner Kontakte ebenfalls auf Snapchat angemeldet sind und welche Kontakte man im erweiterten Netzwerk kennen könnte. Zusätzlich werden dem Nutzer ähnliche Snapchat-Accounts empfohlen, wenn man einen neuen Snapchat-Nutzer hinzufügt. Nutzer sind es gewohnt, auch Empfehlungen von Profilen von beispielweise Marken und Künstlern zu erhalten, denen sie folgen sollen. Besonders in der Anfangszeit hilft diese Funktion neuen Nutzern, gute Snapchatprofile und somit neuen Content zu entdecken.

3.

Verifizierte Profile für Künstler und Marken

Aufgrund von Nutzern, die Künstler- und Markennamen verwenden, müssen sie sich Künstler und Marken unpassende Snapchatnamen ausdenken. Unter diesen Namen finden Fans und Follower offizielle Profile nur sehr schwer. Daher ist die erste Frage, die ich von Künstlern und Marken erhalte: Wie kann ich mein Profil verifizieren lassen? Nutzer, Künstler und Marken sind es einfach gewohnt, dass offizielle Profile kenntlich gemacht werden, damit Nutzer echte Profile erkennen und nicht auf Fake-Profile hereinfallen.

4.

Gegenseitige Verlinkung/Markierung von Snapchat Profilen

Aktuell ist es möglich, Freunden Snapchat-Profile via Messenger zu empfehlen. Instagram hat hier sofort reagiert und diese Funktion in die eigenen Stories integriert. Hier könnte es Snapchat den Usern ermöglichen, sich gegenseitig in den Snaps zu markieren beziehungsweise zu verlinken, damit der Verweis auf gute Accounts und Inhalte einfacher wird.

5.

Snaps aus den Memorys sollten keinen weißen Rand mehr haben

Eigene Fotos lassen sich als Snaps über die Memoryfunktion auf Snapchat teilen. Dabei wird gegenwärtig ein weißer Rand um die Snaps dargestellt. Dieser Rand signalisiert Followern, dass der soeben veröffentlichte Snap nicht mit der Snapchat-Kamera aufgenommen wurde und somit nicht live war. Instagram zeigt, dass das eigentlich nicht von Bedeutung zu sein scheint. Auf Instagram werden hochgeladene Snaps nicht mit einem weißen Rand dargestellt. Es kommt insgesamt auf hochwertigen Content an. Ganz egal ob live oder hochgeladen.

6.

Verlinkung auf externe Websites

Es wäre sensationell, wenn man eigene Websites in Snaps und Stories verlinken könnte. Instagram hat diese Funktion schnell für verifizierte Accounts von Marken, Prominenten und Publishern eingeführt. Das ist aktuell ein enormer Vorteil für Instagram gegenüber Snapchat. Denn verifizierte Accounts können den Traffic von Instagram schon heute auf ihre eigenen Properties leiten. Letztlich wird das auch von Snapchat verlangt werden. Ob das jemals in den Stories auf Snapchat verfügbar sein wird, ist allerdings aktuell nicht vorhersehbar.

7.

Snaps und Stories teilen

Das Teilen von Snaps ist aktuell noch nicht optimal gelöst. Es ist zwar möglich, einzelne Snaps aus fremden Stories via Direktnachrichten mit Freunden zu teilen, aber es gibt noch keine einfache Möglichkeit, besondere Snaps anderer Snapchatter direkt in den eigenen Stories zu teilen. Über Screenshots ist der Schritt möglich, aber eben umständlich.

8.

Mehr Informationen auf Snapchat Profilen

Die Snapchat-Profilinformationen sind derzeit recht mau dargestellt. Der Nutzer sieht den Snapghost, den Snapchatnamen sowie den Snapscore. Einige wesentliche Profilinformationen fehlen ganz einfach, wie etwa die offizielle Verifizierung von Snapchat-Profilen. Eine weitere wichtige Information ist die Anzahl der Follower eines Snapchat-Profils. Die Followerzahl lässt einfache Rückschlüsse zur Reichweite, Aktivität und Qualität eines Snapchat Profils zu. Ein Snapchatter mit vielen Followern hat selbstverständlich eine hohe Reichweite, weil dieser sehr aktiv ist und qualitativ relevanten Inhalt veröffentlicht. Nutzer sind selbstverständlich interessierter, solchen Accounts zu folgen.

Fazit

Wir alle erwarten mit großer Vorfreude den kommenden IPO, der gegebenenfalls schon im März 2017 kommen wird. Die Snap Inc. wird sehr wahrscheinlich einen hohen Druck verspüren, exponentielles Userwachtum zu erzeugen. Das Ziel ist also klar definiert: Snapchat muss für ein größeres und breiteres Publikum attraktiv werden und neue Nutzer konvertieren. Das ist nur über Netzwerk- und Log-In-Effekte möglich. Die Nutzer kennen von Instagram und Facebook grundlegende Funktionen, die heute jedes soziale Netzwerke als Standardfunktionen anbieten muss, um erfolgreich zu sein. Snapchat hat hier also zwei perfekte Blue-Prints, um sich zu orientieren. Jetzt ist Snapchat an der Reihe, sich auch mal bei Instagram und Facebook zu bedienen und wichtige Funktionen in dieser oder ähnlicher Form im Jahr 2017 selbst zu kopieren. Das sollte der App den notwendigen Wachstumsschub verpassen.

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