AppNexus, Dropbox & Co. Das sind die heißesten Anwärter auf einen Börsengang 2017

zusammengestellt von Giuseppe Rondinella
Mittwoch, 04. Januar 2017
Evan Spiegel, CEO von Snap, gilt als der nächste Mark Zuckerberg.
Evan Spiegel, CEO von Snap, gilt als der nächste Mark Zuckerberg.
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Börsengang Dropbox Uber Airbnb Google Snapchat Brian Chesky


Im vergangenen Jahr wagten ungewöhnlich wenige Tech-Unternehmen den Gang aufs Parkett. Und das, obwohl Firmen wie Uber, Snap und Co schon längst das wirtschaftliche Potenzial dafür haben. 2017 könnte sich das ändern: In den nächsten Monaten streben gleich mehrere Firmen einen IPO (Initial Public Offering) an, immerhin haben schon einige CEOs die dafür nötigen Unterlagen bei der Börsenaufsicht eingereicht. HORIZONT Online zählt die heißesten Kandidaten für einen Börsengang auf.

1.

AppNexus

Brian O'Kelley, Co-Gründer und Chef von AppNexus.
Brian O'Kelley, Co-Gründer und Chef von AppNexus. (Bild: AppNexus)
Über einen Börsengang des Technologiedienstleisters AppNexus wird bereits seit einigen Monaten spekuliert, Ende des vergangenen Jahres nahmen die Pläne von CEO Brian O'Kelley dann Konturen an. Das Unternehmen soll nämlich bereits die nötigen Papiere bei der Börsenaufsicht eingereicht haben und ist somit ein heißer Kandidat für einen baldigen IPO. Angeblich wird der Börsengang im zweiten Quartal des Jahres erwartet - bei einer Firmenbewertung von zwei Milliarden US-Dollar. Nach dem Börsengang von The Trade Desk - einem der derzeit am schnellsten wachsenden Demand-Side-Plattform-Anbieter -  im September, wäre AppNexus der zweite große Adtech-Dienstleister, der den Gang aufs Parkett wagt.

2.

Airbnb

Brian Chesky, CEO von Airbnb
Brian Chesky, CEO von Airbnb (Bild: Airbnb)
Der Wohnungsvermittler Airbnb gilt bereits seit einigen Jahren als heißer Kandidat für einen Börsengang. In der Regel verneint CEO Brian Chesky etwaige Pläne, im Interview mit der "Wired" im Dezember bestätigte der Firmenboss aber die Spekulationen ungewöhnlich deutlich. Darin sagt er, er wolle "so schnell wie möglich" den Gang aufs Parkett anstreben. Kein Wunder also, dass sich das durchaus umstrittene Unternehmen nun versucht, für potenzielle Investoren aufzuhübschen. Mit einer neuen Funktion namens "Trips" will die Firma zusätzlich Sightseeing-Touren und Flugreisen vermitteln und dadurch zum vollwertigen Reiseveranstalter avancieren. Die Message an die Investoren: Unser Geschäftsmodell besteht aus mehr als nur Wohnungsvermittlungen. Ob die Gunst der Geldgeber dadurch gewonnen werden kann, wird sich zeigen. Im September sicherte sich Airbnb zumindest schon einmal 555 Millionen US-DollarDie Riege der Investoren wird angeführt von namhaften Firmen wie Google Ventures, einer Sparte des Mutterkonzerns Alphabet, und Technology Crossover Ventures.


3.

Dropbox

Dropbox-CEO Drew Houston
Dropbox-CEO Drew Houston (Bild: Web Summit)
Im Jahr 2015 ging mit Box Inc. einer der größten Konkurrenten von Dropbox mit einer Bewertung von 1,7 Milliarden US-Dollar an die Börse. Gut möglich, dass Dropbox in diesem Jahr nachziehen wird. Medienberichten zufolge führte das Unternehmen vor wenigen Monaten erste Gespräche über einen IPO in 2017, CEO Drew Houston betont öffentlich aber weiterhin, dass er es mit einem Gang aufs Parkett nicht eilig habe. "Wir sind flexibel. Wir gehen dann an die Börse, wenn das Timing stimmt", sagte er im Dezember gegenüber Business Insider. Ganz so gemütlich kann der Firmenboss seine Börsen-Pläne jedoch nicht angehen, immerhin machen namhafte Konkurrenten wie Amazon, IBM oder Google dem Speicherdienst mit ähnlichen Angeboten Kunden stretig. Aus diesem Grund hat es CEO Houston nun scheinbar auf Firmenkunden abgesehen und arbeitet Medienberichten zufolge bereits mit 200.000 zahlenden Geschäftskunden zusammen, darunter Adidas.

4.

Snap

Evan Spiegel, CEO von Snap, gilt als der nächste Mark Zuckerberg.
Evan Spiegel, CEO von Snap, gilt als der nächste Mark Zuckerberg. (Bild: dpa)
Snap, der Mutterkonzern von Snapchat, hat den mit Spannung erwarteten Börsengang laut Medienberichten bereits im November auf den Weg gebracht und bei der US-Börsenaufsicht SEC vertraulich die nötigen Papiere für eine Erstnotiz eingereicht. Als frühestmöglicher Zeitpunkt für die Aktienplatzierung gilt der März. Medienberichten zufolge liegt eine mögliche Börsenbewertung zwischen 20 und 25 Milliarden Dollar. Das wären weniger als die 25 bis 35 Milliarden Dollar, von denen Ende Oktober noch die Rede war. Damals wurde der angepeilte Erlös des Börsengangs von eingeweihten Kreisen noch auf bis zu vier Milliarden Dollar beziffert. Snapchat gilt als größter Rivale von Branchenprimus Facebook und macht Mark Zuckerberg vor allem Nutzer in der jungen Zielgruppe zwischen 14 und 29 Jahren streitig. Bei den täglichen Videoviews liegt Snapchat bereits auf Augenhöhe. Doch mit einem tragfähigen Geschäftsmodell experimentiert Snap-CEO Evan Spiegel erst seit geraumer Zeit: Unter anderem können Werbekunden seit Juni Anzeigen zwischen den Stories schalten. Außerdem investiert das Unternehmen in Hardware und verkauft seit Ende des vergangenen Jahres Kamera-Sonnenbrillen.

5.

Spotify

Die beiden Spotify-Gründer Martin Lorentzon und Daniel Ek.
Die beiden Spotify-Gründer Martin Lorentzon und Daniel Ek. (Bild: dpa)
Gerüchte um einen Börsengang des Musikstreaming-Marktführers Spotify kursieren bereits seit einigen Jahren. Derzeit verdichten sich aber die Anzeichen dafür, dass das Unternehmen aus Schweden tatsächlich den Gang aufs Parkett wagen könnte. Vor wenigen Monaten berichtete Bloomberg unter Berufung auf fünf Insider, dass Spotify einen Börsengang Mitte 2017 anpeile. CEO Daniel Ek, der sich jüngst eine Milliarde US-Dollar für den Konkurrenzkampf mit Apple, Amazon und Youtube besorgt hatte, kämpft allerdings mit zwei Mankos: Zum einen verzeichnet sein Unternehmen zehn Jahre nach der Gründung noch immer keine Gewinne. Zum Zweiten sind die Investoren skeptisch, wenn Unternehmen wie Spotify ihr Geschäftsmodell allein durch Musikstreaming definieren. Ähnlich wie Airbnb (siehe oben) versucht deshalb auch Spotify sein Geschäftsfeld zu erweitern, investiert etwa in Bewegtbild und eigenproduzierte Inhalte. ron

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