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21.02.2013
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Spießer Alfons
Panzer, Vampire und viel Adrenalin

Über Werbung kann man den Kopf schütteln. Dort werden unter anderem Vampiren gesucht, die examinierte Altenpfleger sind!

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21.02.2013

Sein Sohn will Panzer fahren ...? 

Sein Sohn will Panzer fahren ...?

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (also nicht für Single-Männer, die noch nicht im Rentenalter sind!) hat eine Kampagne in die Werbewelt gesetzt, unterstützt von Vodafone sowie Das Erste, ZDF und TV- Spielfilm. Die Aktion trägt den Namen „Schau hin!“ mit der Ergänzung: „Was Deine Kinder machen.“ Dazu sehen wir im Bilde der Annonce ein Kind, das etwas macht, und zwar verzieht es sein Gesicht, um Unzufriedenheit auszudrücken. Und dieses Kind wird in der Anzeige in wörtlicher Rede zitiert mit der Frage in Gänsefüßchen: „Was mach’ ich, wenn mein Sohn lieber Panzer statt Skateboard fahren will?“
Natürlich wird diese Frage rein hypothetisch gestellt, denn bis dieser junge Mann mal einen Sohn haben könnte, dauert es wohl noch ein paar Jahre. Und wenn er eines Tages einen Stammhalter haben sollte, dann findet er „Antworten und Elterntipps zur richtigen Auswahl von kindgerechten Computerspielen auf schau-hin.info“. Woraus wir schlussfolgern: Kinder sollen mit dem Skateboard kindgerecht auf einem Computer fahren.
Und was sagt dazu das Bundesministerium der Verteidigung, wenn die Söhne des Landes lieber mit dem Skateboard fahren wollen statt mit dem Panzer? Lässt sich ein Land im Ernstfall wirklich auf einem Rollbrett verteidigen? Klar, wenn der Aggressor ebenfalls auf einem Skateboard daherkommt, dann ist das schon möglich. Aber wer bringt diese Botschaft ins feindliche Militärlager?
Kurzum: Das besagte Anzeigenmotiv ist ziemlich weit am Thema vorbei gestaltet. Sowohl im Wort als auch im Bild. Weshalb man diese Anzeige als gezielten Schuss bezeichnen könnte, und zwar in den Ofen.

Altenpfleger – ein Job, wo man Blut sehen will oder was ...? 

Altenpfleger – ein Job, wo man Blut sehen will oder was ...?

Alfons saß in der Hamburger U-Bahn. Von den Aufklebern an den Fensterscheiben sah eine junge Frau auf den spießigen Fahrgast herab, die ihre Vampirzähne zeigt. Und dem Leser wird mitgeteilt: „Machen Sie in Ihrer Freizeit, was Sie wollen ...“ Und kleiner gedruckt geht der Text weiter: „... denn dann haben Sie auch im Alltag den richtigen Biss!“
Mit dieser Botschaft sucht das Unternehmen Pflegen & Wohnen Hamburg „examinierte Altenpfleger/innen und/oder Gesundheits- und Krankenpflegerinnen“. Wobei man offensichtlich an Vampire denkt, weil die „den richtigen Biss“ haben. Was nicht nur reichlich albern erscheint, sondern auch ziemlich makaber wirkt auf alte Menschen, die daraufhin sofort nach Knoblauch & Kreuz verlangen werden.

Altenpfleger – ein Job für Spökenkieker oder was ...? 

Altenpfleger – ein Job für Spökenkieker oder was ...?

Und dann ist da noch ein zweites Sujet: Ein junger Mann mit Kapuze guckt eine gläserne Kugel an, um in die Zukunft zu blicken. „Aber“, so der Textdichter von der Firma Pflegen & Wohnen, „Ihre berufliche Zukunft sehen wir bei uns“. Womit die „Ausbildung zum/zur examinierten Altenpfleger/in“ gemeint ist.
Zusammengefasst: Zielpersonen für die Altenpflege sind Leute, die sich angesprochen fühlen als Freizeit-Vampire und Hobby-Wahrsager. Ganz normale Menschen haben in dieser verantwortungsvollen Tätigkeit offenbar keine Chancen, was wohl auch der Grund dafür ist, dass gesuchte Mitarbeiter nicht gefunden werden.

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