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18.02.2010
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Spießer Alfons
Wenn der Berg ruft: Matjes, jes, jes, jes!

Die Headline haltet Ihr für albern? Stimmt: Sie ist genauso albern wie der Freeclimber Rainer Calmund mit Katjes jes, jes, jes an der Steilwand!

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18.02.2010

Wenn Werbegestalter ihrem eigenen Können nicht mehr so recht vertrauen, dann rufen sie fremde Hilfe herbei. Was meint: Sie empfehlen ihrem Kunden, eine bekannte Persönlichkeit zu engagieren, die ihren Kopf in der Werbung hinhält und damit ein Testimonial für die Marke abgibt.
Verona Feldbusch von McCann-Erickson ... 

Verona Feldbusch von McCann-Erickson ...

In einem solchen Fall kann die Werbeagentur selber ins Abseits geraten, wie das aktuelle Beispiel mit Verona Pooth und Iglo-Rahmspinat belegt: Dermaleinst wurde Verona, damals noch Feldbusch, von McCann-Erickson als Testimonial für die Blubb-Werbung ersonnen, woraufhin der Rahmspinat in aller Munde war. (Der Marktanteil stieg damals um rund 20 Prozent!)
... und Verona Pooth von Supersieben! 

... und Verona Pooth von Supersieben!

Und jetzt, nach zehnjähriger Pause, kommt Frau Pooth zum Spinat zurück über eine andere Agentur, nämlich Supersieben, wenngleich BBDO die weltweite Leadagentur der Marke ist.
Verona Feldbusch von McCann-Erickson 

Verona Feldbusch von McCann-Erickson

Und McCann-Erickson, wo man Verona für die Werbung entdeckt hat (Telegate: „Da werden Sie geholfen!“)?Diese Agentur bekommt Verona ebenfalls zurück ins Agenturhaus, und zwar von Springer & Jacoby, wo man nicht nur den Textildiscounter Kik abgeben muss, sondern auch die Protagonistin. Womit Verona wieder dort ist, wo sie geholfen wurde, eine Karriere als Werbeikone zu machen.

Wer Fett sucht: Iron-Calli! 

Wer Fett sucht: Iron-Calli!

Ein prominentes Testimonial kann Sinn machen, muss aber nicht. Sicher ist: Ein Star beeindruckt. Zumindest den Auftraggeber. Das allerdings kann absurde Folgen haben. Wie zum Beispiel Rainer Calmund, der seinen Dickwanst nicht nur für Müller-Milch hinhält, sondern der parallel dazu auch noch für Katjes Yoghurt Gums an einer Felswand hängt. Ein monumentales Sinnbild für Unsinn. Ähnlich, als würde Reinhold Messner einen Underberg besteigen, um dort oben vor der Kamera seine „always“-Slipeinlagen aus dem Rucksack zu holen.

Was bringt Rainer Calmund der Werbung? Er bringt zunächst mal 130 Kilo auf die Waage, mal mehr, mal weniger. Ständig macht der Fette aus Dingsda irgendwelche Diät-Kuren und präsentiert sich diesbezüglich der Öffentlichkeit. Seit seiner letzten großen „Schlankheitskur“ sieht „Iron-Calli“ aus wie eine Gazelle, oder wie das Tier mit dem Horn auf der Nase heißt. Und in der Promi-Kocharena bei Vox stellt sich der ehemalige Fußballmanager dar als jemand, der alles in sich reinstopft, Hauptsache viel und reichlich. Ob er nun für Müller- Milch oder Katjes in der Werbe- Arena steht: Rainer Calmund steht für Fressgier, Übergewicht und Diäten mit Jojo-Effekt. Allerdings verkörpert Calli auch Lebenslust, was ja für Werbezwecke nicht unwichtig ist.

Und wenn man sieht, dass Rainer Calmund, der Fettleibige, für Katjes Yoghurt-Gums seinen Wanst als Freeclimber an den Berg hängt, dann stellt der Spießer fest: Alle, die Calli witzig finden, werden auch diesen Spott witzig finden. Ob die Jungs von Matt an der Alster damit aber die Zielgruppe erreicht haben, die es zu erreichen gilt, wagt der Spießer zu bezweifeln. Erreicht haben die Werber auf jeden Fall ihre geistigen Brüder und Schwestern vom AhDeZeh, die nun alle Katjes naschen werden. Und die Publikumsmedien werden vermutlich so naiv sein, die Werbung für Katjes gratis zu verlängern, indem sie ihren Lesern den Trick zeigen, wie Calli an die Steilwand gekommen ist.

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