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06.12.2012
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Spießer Alfons
Vertauschte Noten und Ringe an Hühneraugen?

Wer liest die Werbetexte in Anzeigen – mit Ausnahme von Spießer Alfons? Eines scheint sicher zu sein: Inserenten lesen ihre eigenen Texte nicht!

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06.12.2012

Und wie hat das Mädchen den Flügel geöffnet? Klar, mit einem Notenschlüssel! 

Und wie hat das Mädchen den Flügel geöffnet? Klar, mit einem Notenschlüssel!

Es gibt verschiedene Arten von Noten. Banknoten zum Beispiel. Und Noten in der Schule. Außerdem kennen wir Noten, die im diplomatischen Verkehr zwischen Regierungen ausgetauscht werden. Und nicht zuletzt kann man nach Noten auch singen und Musik spielen.
In einer Anzeige von „Eltern family“ ist von guten Noten die Rede, die angeblich alles sind. Welche Noten sind damit gemeint? Banknoten? Protestnoten? Oder Bewertungsnoten? Unter der Headline sitzt ein kleines Mädchen und tippt mit einem Finger auf die Tastatur eines Klimperkastens. Das lässt auf musikalische Noten schließen. Was aber wollen die kreativen Werber damit zum Ausdruck bringen?
„Gute Noten sind alles!“ In der Schule mag das zutreffen. Aber in der Musik? Unterscheidet man in der Musik zwischen guten und schlechten Noten, mein lieber Herr Gesangsverein?
Und dann die Schlussfolgerung: „Familie ist mehr.“ Also mehr als gute Noten? Obwohl gute Noten angeblich schon „alles“ sind ...?
Es ist schon merkwürdig, was Texter manchmal so vor sich hin fabulieren. Und noch merkwürdiger ist, dass Kunden das akzeptieren, ohne nach Sinn und Inhalt zu fragen.

Auto & Alkohol, das passt wie Tüte und Blasen! 

Auto & Alkohol, das passt wie Tüte und Blasen!

Was passt besser zusammen als Auto und Alkohol? Eine etwas dümmliche Anzeige fand Alfons diesbezüglich. Das Werk stammt von einem Whisky mit Namen Glenmorangie. Und dort ist das Heck eines 1960er Cadillac abgebildet mit dem Hinweis: „Ein 1960er Cadillac braucht keine 192 cm langen Flügel, um aerodynamisch zu sein. Aber sieht er nicht toll aus?“ – siehe die Abbil-
dung!
Ob er toll aussieht oder nicht toll, spielt eigentlich keine Rolle, was den Whisky betrifft. Von dem haben die Werbegestalter offensichtlich zu viel getrunken, woraufhin dem Textdichter noch folgender Claim eingefallen ist: „Mehr als gut gemacht.“ Wozu der Spießer ergänzend bemerkt: Und weniger wäre mehr gewesen.

Mamas Geheimnis aus dem Kühlregal – peinlich! 

Mamas Geheimnis aus dem Kühlregal – peinlich!

Schon wieder haben wir in der Werbung ein Geheimnis vor uns, und zwar „Mamas Geheimnis für perfektes Tiramisu“. Und das ist „zu gut, um es geheim zu halten.“ Womit es also zum offenen Geheimnis wird.
Peinlich für Mama: Sie macht den Mascarpone gar nicht selber, sondern sie kauft ihn im Supermarkt. Im Becher von Galbani.
Und kein Geheimnis: Tiramisu gibt es auch fertig im Tiefkühlregal. Nicht von Galbanis Mama. Sondern von „Mamma Gina“.

Sky-Fall: indirekter Superlativ der Werbung! 

Sky-Fall: indirekter Superlativ der Werbung!

Sky inseriert: „Das beste Fernsehen will einfach jeder haben.“ Klar. Wo aber gibt es das beste Fernsehen? Sky sagt: bei Sky. Und mit dieser superlativen Werbung deutet der Sender an, dass ARD, ZDF, RTL, Sat 1, Pro Sieben und wie die anderen Sender sonst noch heißen, dass diese ein schlechteres Fernsehprogramm bieten als Sky.
Nein, natürlich sagt Sky das nicht direkt. Die Headline ist ja „neutral“ gehalten. Aber rein wettbewerbsrechtlich kommt es nicht darauf an, was der Absender sagt, sondern auf das, was der Empfänger versteht.

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