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22.08.2012
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Spießer Alfons
Spießers Drehbuch zu einem Horror-Film

Werbung soll Wirkung erzielen. Mitunter zielt Werbung aber auch daneben und wirkt anders, als der Werbungtreibende es sich vorgestellt hatte!

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22.08.2012

Was ist das für ein seltsamer Typ im geheimnisvollen Innovations-Labor von Ergo Direkt? 

Was ist das für ein seltsamer Typ im geheimnisvollen Innovations-Labor von Ergo Direkt?

Spießer Alfons hat ein Buch im Kopf. Genauer: das Drehbuch zu einem Film. Es ist dieses ein Horrorfilm, der in Deutschland spielt. Sein Titel: „Der Goldgräber des Grauens“. Dabei geht es um Gold, das heute gefragt ist wie selten zuvor. Weshalb viele Händler – zum großen Teil fliegende – in den örtlichen Zeitungen ihre Inserate schalten, damit genauso brave wie naive Bürgersleut’ kommen und ihre ausgedienten Eheringe verscherbeln sollen wie auch das durch dritte Zähne freigelegte Zahngold, auf dass sich der Händler daran eine goldene Nase verdienen kann.
Der Plot im spießigen Filmdrehbuch: Ein angeknackster Zahnarzt – Typ Dr. Frankenstein – hat sich in seiner Praxis darauf spezialisiert, ahnungslosen Patienten eine Betäubungsspritze zu verabreichen, die diese in Tiefschlaf versetzt. In dieser Zeit holt der Zahnklempner alles Gold aus den Zähnen der Schlafenden und schließt die Löcher mit einem goldenen Kunststoff. Außerdem nimmt er seinen Opfern den Ehering vom Finger, was diese natürlich erst viel später entdecken und sich dann nicht mehr erinnern können, wann und wo sie den Ring abgelegt haben. Auch das eine oder andere Schmuckstück von weiblichen Patientinnen entschwindet durch die schlimmen Finger des schrägen Zahnarztes.
Auf die Idee zum Film kam der Spießer, als er den Protagonisten für die Rolle des irren Zahndoktors entdeckt hatte, nämlich in einer Anzeige der Ergo-Versicherung. Der Mann steht dort vor einer abblätternden Motiv-Tapete mit Palmen am Meer, wo eine Behandlungsliege aufgebaut ist. Und wir sehen im Vordergrund eine neuentwickelte Goldbohrmaschine von Ergo Direkt und lesen, dass es sich hier um das „Innovations-Labor“ der besagten Assekuranz handelt.
So, und nun schaut Euch doch mal den Mann dort im Bilde genauer an! Verkörpert der Typ nicht in idealer Weise die Rolle des irren Zahnklempners, von dem der Spießer Euch gerade berichtet hat ...?!

Ergo Direkt empfiehlt: Mehr zahlen, mehr sein! 

Ergo Direkt empfiehlt: Mehr zahlen, mehr sein!

Ach, und noch eine Anmerkung zur Anzeige von Ergo Direkt: Dort bekommt man „die Zahn-Zusatzversicherung, mit der Sie wie ein Privatpatient behandelt werden.“ Woraus der Betrachter schließt, dass Kassenpatienten vom Zahnarzt nicht vor südländischer Tapete behandelt werden und die Zähne zusammenbeißen müssen, weil die Kasse keine Betäubungsspritze bezahlt – oder was?

Fotografen aus dem vorigen Jahrhundert! 

Fotografen aus dem vorigen Jahrhundert!

Wir sehen ein Foto wie aus dem vorigen Jahrhundert. Abgesehen vom Outfit der Herren, so stammen deren Fotoapparate, mit denen sie eine Küchenspüle knipsen, aus einer Zeit, als digitale Technik noch Science-Fiction gewesen ist.
Und die fünf Fotografen im festlichen Zwirn sind nach Angaben des Werbetexters: „Unsere Stars für die Küche.“ So jedenfalls steht es in der Headline. Und: Das Design der Herren wurde von Blanco gleich viermal ausgezeichnet.
Sollte der Spießer hier etwas missverstanden haben, so liegt es möglicherweise an der nicht ganz eindeutigen Aussage dieser Reklame-Annonce.

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