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11.02.2010
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Spießer Alfons
S&F soll Hornbach das Handwerk legen

Wann kommt der Handwerker? Er kommt – wenn wir der Werbung von Scholz & Friends glauben wollen – gleich nach dem lieben Gott!

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11.02.2010

Um die eigene Wohnung zu tapezieren, benötigt der Mensch nicht unbedingt einen Handwerker, wenn er selber zwei gesunde Hände hat. Und viele Frauen, die das Schneiderhandwerk nicht gelernt haben, nähen und ändern trotzdem ihre Kleidung mit eigener Hand, was frau sogar in Kursen an der Volkshochschule lernen kann. Auch gibt es Männer, die jede Klempner-Arbeit im Hause erledigen, obwohl sie keine Ausbildung in diesem Handwerksberuf gemacht haben. Und wir backen Brot und Kuchen, ohne dass wir gelernte Bäcker oder Konditoren sind. Auch erledigen wir viele Reparaturen an Haus und Auto selber und haben dazu niemals einen Handwerks-Brief erworben. Und trotzdem geht die Welt nicht unter.

Wir sind keine Handwerker, sondern wir sind Heimwerker. Nicht selten ist das unser Hobby. Und häufig geschieht es auch aus Notwehr gegenüber den Preisen vom Handwerk, das bekanntlich goldenen Boden hat. Letzteres kann man – ironisch betrachtet – aus dem Lebenswandel von Handwerkern ablesen, die durch die Spalten der Gesellschaftspresse gezogen werden, bloß weil diese Friseure ein paar prominenten Kunden die Haare schneiden. Wohingegen Frau Mustermann ihr Haar selber färbt und auf vorgeheizte Wickler dreht.

Den Antrieb für Hobby-Handwerker liefern vorrangig die Baumärkte, allen voran Hornbach, wo man der Innung ins Handwerk pfuscht. Aus der Hornbach- Werbung wissen wir: „Es gibt immer was zu tun“; und wir bekommen die Aufforderung: „Mach es zu Deinem Projekt!“

Mit anderen Worten: Ruf nicht gleich den Handwerker, sondern lege selber Hand an! Was bedeutet: Du brauchst keine Lehre, keine Ausbildung in einem Handwerksberuf, sondern Du benötigst nur das Material, Deine Hände und eine Arbeitsanleitung! Und dann guckt der diplomierte Handwerker in die Röhre.
Welcher Handwerker erfand das Rad ...? 

Welcher Handwerker erfand das Rad ...?

Dieses Desaster kann und will der Zentralverband des deutschen Handwerks e. V. nicht länger mit ansehen. Und zulassen schon gar nicht! Denn schließlich zieht sich auch kein normaler Mensch eigenhändig die Zähne oder amputiert den Blinddarm seiner Kinder! Warum also soll Do-it-yourself bei handwerklichen Leistungen an der Tagesordnung sein?! Schließlich muss man einen Beruf von der Pike auf erlernt haben, bevor man denselben ausüben kann. Kein Mensch hätte das Rad erfinden können, hätte er zuvor nicht das Handwerk des Radlers erlernt. Und ohne wenigstens einen Gesellenbrief zu haben, durfte schon anno dazumals kein Maurer seine Kelle an einer ägyptischen Pyramide heben! Ja, bereits in steinigster Steinzeit war es so: Nur wer einen Handwerksberuf erlernt hatte, durfte die Werkzeuge in die Hand nehmen, um das Werk des Schöpfers vom Himmel und der Erde zu ergänzen.
Erst der liebe Gott, dann der Handwerker! 

Erst der liebe Gott, dann der Handwerker!

Der aktuellen Werbung des Handwerks entnehmen wir: „Am Anfang waren Himmel und Erde. Den ganzen Rest haben wir gemacht.“ So war da beispielsweise der Handwerker Noah, der die berühmte Arche gezimmert hat. Auch Jesus Christus hat den Handwerksberuf seines Ziehvaters ausgeübt, der ein Zimmermann gewesen ist. Und letztendlich darf man nicht das berühmte Handwerk vergessen, das die Menschheit über alle Zeiten und Generationen begleitet hat, nämlich das Kriegshandwerk! Ob hingegen das älteste Gewerbe der Welt ein Handwerk ist, vermag der Spießer nicht zu beurteilen.

(Übrigens: Dass das Handwerk als solches überhaupt erst im Mittelalter entstanden ist, sei nur mal so zwischen den Absätzen erwähnt.)

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